auftragt werden, eingedenk sein, daß dem Kaufmannsstande
nichts mehr zuwider ist, als ein starrer Bureaukratismus.“ —

Neben einer Anzahl zustimmender Äußerungen erfahrener Theoretiker
und Bankpraktiker — ich erwähne hier nur Dr. Walter Conrad‘), der
eine zeitlang 2. Vorsteher der statistischen Abteilung der Reichsbank war,
und Kommerzienrat Alfred Loewenberg?), den Inhaber eines sehr
angesehenen Privatbankhauses und Mitglied der Berliner Handelskammer
— ist natürlich auch, wie vorauszusehen war, lebhaft gegen meine Anregungen
 protestiert worden. Es geschah dies, wie es in den amtlichen
Materialien zur Frage des Depositenwesens?) heißt, „wohl auch deswegen,
weil die Bankgesetzkommission des Reichstages sich gleichfalls mit
diesem Gegenstand beschäftigt hat und in der Kommission ein auf die
Einsetzung einer Kontrollbehörde abzielender Antrag gestellt worden war,
dessen Urheber sich auf die Ausführungen von Obst berufen hatten.“
Ich habe berechtigten Grund zur Annahme, daß so mancher, der sich
gegen meinen Plan der Schaffung des Aufsichtsamtes gewandt hat,
meine Ausführungen überhaupt nicht gelesen hat, Es ist gegen so
vieles gekämpft worden, das ich niemals vorgeschlagen habe,
Ich wiederhole, was ich bereits vor 5 Jahren schrieb*): Wenn von
anderer Seite, aus politischen oder aus anderen Gründen, Vorschläge
betr. Errichtung eines Aufsichtsamtes für Bankwesen gemacht worden
sind und noch gemacht werden, die nicht nur das Krankhafte beseitigen,
sondern auch den gesunden Organismus unbedingt schädigen müssen, dann
bitte ich, zwischen diese und meine Vorschläge einen dicken Strich zu ziehen °).

1) „Tag“ 14. August 1909.
2) Loewenberg empfiehlt im „Tag“ vom 25. August 1909, vor Schaffung
eines Aufsichtsamtes alle einschlägigen Verhältnisse gründlich zu prüfen, den Begriff
 „Depositengelder“ festzulegen und ev, auch Privatbankiers in das Anfsichtsamt
 zu senden, und zwar solche, die keine Konkurrenz in der speziellen
Branche sind,
3) a. a, O. 5, 59.
*) Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis II, 6,
5) Welchen Anfeindungen und Verleumdungen auch die größten Bankinstitute
ausgesetzt sein können, zeigt das Beispiel der Societe Generale in Paris, die ein
Kapital von 500 Millionen fr. besitzt, auf das 50°, eingezahlt sind. Die Bank
hatte im Juni 1914 dem französischen Finanzminister zum Zwecke der Prüfung der
gegen sie ausgestreuten Verleumdungen angeboten, eine genaue Untersuchung
über ihre Finanzlage anzustellen. Der Finanzminister hat im Interesse des
öffentlichen Kredits zu handeln geglaubt. indem er den Gouverneur der Bank

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