3

uns aus unserem Eigentuni zu vertreiben und bestehende Werte zu
vernichten? Und weiter, unterhalten wir nicht eine starke Flotte, und
jedesmal, wenn neue Schiffe verlangt werden, wird das nicht jedesmal
damit motiviert, daß auch das Eigentum der Deutschen in fernen Landen
geschützt werde?
Und wird das Eigentum auch nur eines Deutschen oder auch einer
deutschen Erwerbsgesellschaft auch nur angetastet und der Staat gibt
nicht gleich Genugtuung und Ersatz, dann werden Kriegsschiffe entsandt
nach Venezuela oder Samoa, nach Guinea oder Südwestafrika oder
China, denn der Schutz der deutschen Brüder und ihres Eigentums ist
nationale Ehre. Und wenn auch das Blut der deutschen Brüder fließt
und wenn auch Millionen über Millionen dafür ausgegeben werden,
kein echter Deutscher wird darüber murren. Doch was sind das wohl
für Werte, die dort geschützt werden! Da sind wohl einige Pioniere
und Kolonisten, die ihr Weniges aus innerem Drang aufs Spiel setzen,
wohl auch Kaufleute, die für Absatz der deutschen Waren sorgen, ein großer
Teil sind aber auch Abenteurer und große Gesellschaften, die mit fremdem
Geld mit überschüssigem Kapital großen Gewinn erzielen wollen.
Wir aber hier im deutschen Lande, die Hausbesitzer und Bäcker,
die in ihrer Jugend schwer gearbeitet, und sich Entbehrungen auferlegt
haben, nur um das Geld zur Gründung einer Bäckerei oder zur Er—⸗
werbung eines Hauses zusammen zu bringen, wo oft noch die
alten Eltern oder Freunde und Bekannte nur auf die Ehrenhaftigkeit
des Betreffenden hin ihre letzten Ersparnisse hingegeben, im Glauben,
daß die Eltern an ihren Kindern nun auch mal im Alter eine Stütze
finden würden und daß den Freunden, wenn alles gut geht, nun auch zur
Gründung einer Existenz geholfen würde, — nur wir, sage ich, finden
nirgends Schutz! Und wenn alle Bürger die Steuern bezahlen, damit
ihr Eigentum geschützt werde, so müssen wir noch die Steuern zahlen,
damit die Herren Gewerberäte besoldet werden können, d. h. aber, aus
unserer Haut Riemen schneiden, womit wir gezüchtigt werden!
Denn anders kann man das nicht bezeichnen, wenn durch das rigo⸗
rose Vorgehen dieser Herren, das in der Verordnung nicht begründet
ist, — sonst wäre der 8 16 resp. 17 nicht geschaffen, — Existenzen vernichtet
und Bürger aus ihrem Heim vertreiben werden. Wie kann so ein Be—
amter dekretieren, Du Bäcker mußt raus, weil Dein Wirt ein reicher
Mann ist und wohl den Keller ausbauen, die Bäckerei aber nicht parterre
verlegen will! Wie ist es überhaupt nur auszudenken, daß eine Regierung
einen Dispens auf 1, 2, 3, 4-10 Jahre erteilt? Wo doch die ganze Ver—
ordnung nur zweierlei bezwecken soll, einmal für die Gesundheit der
Arbeiter zu sorgen und das anderemal um die Backware in gesundheitlich
einwandfreien Räumen herzustellen. Und da ist wieder nur zweierlei
möglich, entweder die Räume sind nach Verbesserungen der Verordnung
entsprechend, dann muß Fe16 oder 17 in Kraft treten und der lautet,
Benutzung bis zum Umbau oder Neubau des Hauses, oder die Räume sind
zesundheitlich nicht einwandfrei, dann ist es geradezu ein Verbrechen der
Regierung, in diesen Räumen überhaupt noch arbeiten zu lassen. Wenn