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die Folgen sehen würden, so würden sie davon Abstand nehmen. Aber
das ist es eben, man erläßt solche Verordnungen, ohne die Sache zu
kennen. Würde man den Bureaukratismus bei Seite schieben und sich
sagen, wir wollen einmal zwei Bäckermeister und zwei Hausbesitzer
nehmen und dann wollen wir einmal die Bäckereien durchgehen, dann
sollen praktische Leute sagen, was geändert werden muß und was geändert
werden kann, dann würde eine solche Verordnung nicht so rigoros aus—
jallen. Aber man darf darum nicht Existenzen ruinieren.
Bei uns in Spandau haben wir 80 Bäckereien; davon entsprechen
oielleicht bder Verordnung, die anderen müssen geschlossen oder umgebaut
werden. Solchen Bäckereiumbau möchte man gerne vornehmen, er kostet
aber bloß 6600 Mark! Wo nimmt der Hausbesitzer die her? So begütert
sind die Hausbesitzer nicht. Viele möchten gern umbauen, aber sie können
es nicht. Was entsteht nun? Der Bäckermeister geht zu Grunde, der
vausbesitzer geht zu Grunde. Das sind Steuerzahler. Und wenn die
Regierung Steuerzahler ruiniert, ruiniert sie sich selbst. Das müssen die
Leute einsehen, sie müssen sich sagen, wir müssen die Steuerzaähler erhalten,
das ist die Pflicht des Gesetzgebers. (Bravo!)

Vorsitzender:
Meine Herren, die Zeit ist etwas vorgeschritten. Es haben sich noch
mehrere Herren gemeldet. Sie gestatten wohl, daß ich die Redezeit
iuf 5 Minuten abkürze. (Zustimmung.)

Gerken-Berlin:
Meine Herren, ich habe hier eine Nummer vom heutigen „Lokal—
anzeiger“ und will Ihnen nur einige Zeilen vorlesen. Es ist aber eine
ganz angenehme Nachricht. Der Abgeordnete Malkewitz sagte in der
Sitzung vom 6. März im Abgeordnetenhause: „Das Handwerk leidet
nehr noch als die Arbeiterschaft. Jetzt will man ihm noch neue soszial—
bolitische Lasten auferlegen. Der fortgesetzten Belastung der Arbeitgeber
muß endlich Halt geboten werden. GSehr richtig! rechts.) Gegen neue
ozialpolitische Lasten haben meine politischen Freunde schwere Bedenken,
—
Schritte zu warnen. Der Redner bittet bei der Ausführung der neuen
Bäckereiverordnung, milde vorzugehen und klagt, daß die Handwerks
zenossenschaften bei Lieferungen vielfach übergangen werden.“
Das ist doch eine sehr angenehme Nachricht. Ich werde Ihnen
nur noch 3 Zeilen vorlesen: Da wird gesagt: „Das Privileg der Fürsten
auf freie Postbeförderung wäre ein Ehrenrecht.“ Ja, meine Herren,
das Eigentum ist auch eine Ehre. Uns wird aber das Eigentum genommen,
auch dann, wenn man uns Dispense gibt auf die Standdauer der Häuser;
denn, meine Herren, Dispens ist ein Zustand, der ist des freien Mannes
unwürdig. (Sehr richtigl) Man hängt dann von dem Wohlwollen der
Frekulivbehörden ab. Der Rechtsweg ist uns abgeschnitten, den man
dem Verbiecher nicht abschneidet, und wir sind auf das Wohlwollen
ovon Behörden angewiesen.