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schaft verderben. Aus diesem Grunde, meine Herren, sind wir politisch
nicht genug hervorgetreten. Wir haben es getan, um unsere Existenz
zu erhalten. Wir haben den politischen Krieg unter einander innerhalb
des Vaterlandes anderen überlassen, die Zeit dazu hatten, in der Hoff—
nung, daß die anderen Parteien uns die Existenzmöglichkeit weiter
lassen würden.
Wenn daher die heutige Versammlung das eine erreicht hat, daß
vir an dem Vorgehen der Landwirtschaft, an dem Vorgehen der Ar⸗
zeiterschaft gelernt haben, wenn ein jeder nach Hause geht mit dem Be⸗
wußtsein, auch wir in Zukunft zu großen, politischen Wahlversammlungen
singehen zu müssen, gleichwie alle anderen, wenn wir zu den Abgeord—
ieten gehen und sie fragen: „Wie verhalten Sie sich unseren Interessen—
fragen gegenüber“, dann werden die Abgeordneten und die Allgemeinheit
zrsehen, daß wir auch noch da sind im deutschen Vaterlande. So lange
wveiß mian das nicht. Und da jeder Abgeordnete, der im politischen Leben
teht, bestrebt ist, den Wünschen seiner Wähler nachzukommen, so wird
man dann auch unsere Wünsche besser respektieren, als heute. (Leb—
hafter Beifall!)

Vorsitzender:
Es hat sich niemand mehr zum Worte gemeldet. Ich komme zur
Abstimmung bezüglich der Resolution.
Eins möchte ich noch hervorheben als ein sehr wichtiges Moment.
Wie diese Bäckereiverordnung wieder einmal beweist, dient fast alles,
vas unsere Zeit hervorbringt, zur Vernichtung des Mittelstandes und
zur Förderung des Großkapitals. Die Vorteile aus der Bäckereiver—
dnung haben die Großbäckereien (Sehr richtig!) und vernichtet werden
zie Kleinbäckereien. Ist das noch richtige Staatspolitik? (Lebhafte Rufe:
Nein!)
Ich komme zur Abstimmung. Ich werde zunächst noch einmal die
Petition vom Obermeister Koenig verlesen:
„Der am 7. März 1909 im Rathaus zu Berlin versammelte
Preußische Landesverband der Haus— und Grundbesitzervereine
betitibniert bei dem Hohen Reichstage bezw. Landtage, daß der
Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb der
häckereien und Konditoreien, in denen neben Konditorwaren
auch Bäckerwaren hergestellt werden, die rückwirkende Kraft
genommen werde“.
Hat dagegen jemand etwas einzuwenden? Das geschiehtf nicht.
Dann zweitens: „Wo ein Betrieb mit der Verordnung
nicht in Einklang zu bringen ist und geschlossen werden muß,
doile der Hohe Reichstag Gelder zur Verfügung stellen, daß dem
Wirt des Hauses sowohl, wie dem Inhaber der Bäckerei eine
mgemessene Entschädigung gezahlt werden kann “
Ist jemand dagegen? Niemand! Es meldet sich auch niemand zum
Worte. Dann erkläre ich auch das für angenommen.