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E. Wagner,

Die Volksdichtekarte, die nach denselben Grundsätzen entworfen ist,
wie der gleiche Teil meiner ursprünglich weiter reichenden Karte,
veranlaßte mich, wie schon oben erwähnt wurde, zur Beschränkung
auf das südliche Hannover. Einzelne Teile dieses Bezirkes waren zwar
auch schon von Käsemacher und Wolff bearbeitet worden, aber abgesehen
 von dem weiter zurückliegenden Zeitpunkt in einer teils so
wenig detaillierten, teils so gänzlich verschiedenen Methode, daß eine
Neubearbeitung nicht nur berechtigt, sondern sogar notwendig erschien,
um das Bild der thatsächlichen zur Zeit bestehenden Bevölkerungsverteilung
 zu erreichen.

t, Rechtfertigung der Methode der vorliegenden Arbeit.

Bekanntlich hat man in den letzten Jahrzehnten mehrfach versucht,
 den theoretischen Anforderungen, die an eine Dichtekarte gestellt
 werden, gerecht zu werden. Eines Rückblickes in die gesamte
Geschichte dieser Bestrebungen bedarf es nicht. Da in der vorliegenden
 Arbeit nicht eine Uebersichtskarte, sondern eine Spezialkarte
beabsichtigt wird, können wir über die Karten der Volksdichte von
ganz Deutschland hinweggehen. Nachdem die Arbeit Sprecher v. Berneggs*)
 1887 den Uebergang zu den Spezialuntersuchungen gebildet
hatte, ist seit jenem Jahr eine Fülle von Arbeiten entstanden, die sich,
abgesehen von den rein statistischen Kartogrammen, teils als echte
Volksdichtekarten (Beziehung der Bevölkerung auf die von ihr bewohnte
Fläche, also relative Darstellung) ?), teils im Anschluß an die Anregungen
 Ratzels als Siedelungskarten (Eintragung aller Siedelungen in
nach Einwohnerzahl abgestuften Signaturen, also absolute Darstellung) ?)
bezeichnen lassen. Diese zwei Richtungen sind in ihrem Anspruche,
beiderseits echte Dichtekarte zu sein, Gegenstand mannigfacher methodischer
 Erörterungen geworden, die hier nicht wiederholt zu werden
brauchen, nachdem H. Wagner®), K. Neukirch*) und zum Teil auch
E. Küster”) so umfassende und abschließende Betrachtungen hierüber
angestellt und den Siedelungskarten den Charakter echter Dichtekarten
abgesprochen haben. Da in unserem Falle eine Volksdichtekarte
beabsichtigt ist, scheiden also die jener Kategorie angehörigen Arbeiten
aus unserer Betrachtung von vorneherein aus®).
Die geographischen Volksdichtekarten (es ist immer nur von
Spezialarbeiten die Rede) sind seit Sprecher v. Bernegg auf die Gemeinden
 basiert. Alle späteren Autoren sind ihm hierin gefolgt.
Während er aber die Gemarkung lediglich als Grundlage für die

') Sprecher v. Bernegg, Verteilung der bodenständ. Bevölkerung im
Rheinischen Deutschland, 1887. (1: 1000000)
? Neukirch, 8. 4.
) H. Wagner, Lehrb. d. Geogr. 1900, I, 8 360 f.
° Neukirch, Studien über Darstellbarkeit ete,, 1897.
, E. Küster. Zur Methodik der Volksdichtedarstellung. Ausland 64, Heft 8
a. 9, 1891. Hier jedoch vielfach nur theoretische Forderungen ohne Rücksicht anf
praktische Durchführbarkeit aufgestellt. Vgl. Neukirch, 8. 42.
°) Hierzu gehören die Arbeiten von Burgkhardt, Elsaß, 1891; G loy,
Nordalbingien, 1892; Buschik, Sachsen, 18923: Hackel., Oestr. Mühlenviertel, 1902.