Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 13

Schluß gelangt nach ihm K. Neukirch‘), der die gleiche Methode zur
Anwendung bringt, wenn er es auch vielleicht in Zukunft bei Vervollkommnung
 der statistischen Erhebungen für möglich hält, Küsters
weitgehende Forderungen für kleinere Gebiete mit einfachen Verhältnissen
 zum Teil zu verwirklichen. Da ‘aber Küster keinen eigenen
Versuch macht, seine theoretischen Vorschläge auf ihre praktische Ausführbarkeit
 hin zu prüfen, außerdem sehr oft das Wesen der Volksdichtekarte,
 das nur darin besteht, die Bevölkerungsverteilung ohne Unterscheidung
 der Erwerbsklassen wiederzugeben“), gegenüber den beyleitenden
 Tabellen verkennt, kann seiner an dieser Stelle als Urheber
einer eigenen Methode nicht gedacht werden. Friedrich und Neukirch
haben, wie gesagt, so weit wie möglich seinen Anregungen gerecht zu
werden versucht.
Um auf die Betrachtung der Friedrichschen Methode zurückzukommen,
 muß allerdings zugegeben werden, daß in der Zusammenfassung
 der denselben Verhältnissen unterstehenden Gemeinden zu einer
Dichtegruppe ein stark geographisches Moment liegt, daß sich aber
andererseits: die Karte durch ihr Prinzip, die Gemarkungsgrenzen,
wenn auch ohne „minimale Genauigkeit“ ?%), bestehen zu lassen, nicht
weit von einer statistischen entfernt, wie es Friedrich auch selbst
zugiebt*),
Gerade der letzte Umstand bestimmte mich für die beabsichtigte
Karte Südhannovers auch dieser Methode nicht zu folgen und noch viel
weniger einer neuerdings von E. Ambrosius®) empfohlenen. Dieser
bezeichnet für größere Maßstäbe als echt geographische Volksdichtekarten
 Gemeindekartogramme mit einer darübergelegten topographischen
 Siedlungskarte. Dies bunte Mosaik eckiger Gemeindeareale zusammen
 mit den ausgeschiedenen,. besonders dargestellten Waldflächen
unterscheidet sich in nichts nach unserer Meinung von einem rein
statistischen Erzeugnis, um so mehr, als hier auf jede Gruppenbildung
in Friedrichs Sinne verzichtet worden ist.
Neukirch, S. 70. .
Hettner, G. Z. VII, S. 506.
Friedrich, Danzig, $. 7.
ı Friedrich, Danzig, S. 8. Hier muß eine Arbeit erwähnt werden, die
dem Sinne nach Friedrichs Gemarkungsmethode wohl befolgt, aber unter Verhältnissen,
 die sicherlich, wenn der Verfasser sich nicht zu Sprechers Kurvenmanier
antschließen wollte, die Anwendung von Trägers mathematischer Methode wissenschaftlich
 viel mehr gerechtfertigt hätten: H. Fürchtenicht, Die Volksd. im
Herzogt. Anhalt, Diss, 1597 (1:300000). Da für sein Gebiet die Gemarkungsgrenzen
vielfach nicht zu erhalten waren, wurde vom Verfasser auf der Karte jeder dieser
Einheiten mit dem Polarplanimeter ein Stück Land zugewiesen, „das nicht der
Begrenzung nach, wohl aber hinsichtlich der Größe und der ungefähren(!) Lage
lem wirklichen Areal entspricht“. Somit fallen die Grenzen der Dichtebezirke nur
ausnahmsweise mit den Gemeindegrenzen zusammen. Dies hält der Verfasser für
einen Vorzug, „da der oft regellose Verlauf der Grenzen das Kartenbild stören
würde, auch der Beschauer, der die wirklichen Grenzen nicht kennt (!), an der gewählten
 Abgrenzung keinen Anstoß (!) nehmen wird“. Wenn schon in der Methode
aine nicht zu rechtfertigende Willkür liegt, so entbehrt doch vor allem die Be;
gründung lediglich in Rücksicht auf den etwaigen Beschauer jeder Wissenschaft,
Er as i u 3 Vale. an dewischen Niederchefn, 1004 41x 150000