Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 17

zu Grunde gelegte Einheit wächst, wird auch den Waldflächen eine
andere Behandlung zu teil werden müssen. Es werden eventuell nur
große geschlossene Waldungen (Harz, Solling, Göttinger Wald) zur Ausscheidung
 gelangen, bis schließlich bei kleinsten Maßstäben auch solche
mit einbezogen werden. Die Waldausscheidung hängt also durchaus
vom Maßstab der Karte ab und wird hiernach verschieden zu bewerkstelligen
 sein.
Da nun der Waldbestand nach den vorhergehenden Ausführungen
ebenso ein Zustand des Bodens ist, wie seine Besiedlung mit Menschen,
muß ich es mit Friedrich und Neukirch!) für verkehrt halten, die ausgeschiedenen
 Waldflächen nicht als solche auf der Dichtekarte darzustellen,
 wie es einzelne Autoren gethan haben?). Gerade durch die
Waldgrenzen wird dem Verlauf der Volksdichtekurven eine so große
natürliche Sicherheit gegeben, wie sie sonst nur bei genauester Kenntnis
 des Gebietes und größter Sorgfalt des Bearbeiters zu erreichen sein
würde.
Die Ausscheidung von Oed- und Unland hat dagegen für die
vorliegende Arbeit aus Mangel an statistischem Material unterbleiben
müssen. Bei seinem geringen Vorkommen in unserem Gebiet konnte
dies jedoch unbeschadet der Richtigkeit des Gesamtresultates geschehen,

Des weiteren ist nun von vielen Autoren an der nach Abzug der
Waldungen übrigbleibenden Fläche noch herumgekünstelt worden,
welche Teile etwa noch außerdem wegzufallen hätten, und man ist
schließlich zu dem Resultat gelangt, überhaupt nur zu Kulturzwecken
verwandtes Land (Aecker, Wiesen, Gärten und Weinberge) in Betracht
zu ziehen?). Ja, selbst damit noch nicht zufrieden, hat man zu ergründen
 versucht, ob Weiden, soweit sie nicht als Fettweiden gelten
könnten, in die Dichteberechnung einzuschließen seien oder‘ nicht“).
So scharfsinnig auch die Ausführungen Sprechers hierüber sind, so
kann ich doch in einem derartigen Vorgehen nur unnötige Künstelei
erblicken und mich nicht damit einverstanden erklären. Ich für meinen
Teil schließe mich in dieser Beziehung ganz der von Uhlig vertretenen
Ansicht an°): „Solange nicht ausschließlich die landwirtschaftliche Bevölkerung
 auf die Fläche der Gemarkung bezogen wird (was aus Mangel
statistischen Materials schlechterdings unmöglich ist), scheint es durchaus
 unberechtigt, auch nur einen Teil des Areals, was Haus, Hof,
Straßen und Plätze einnehmen, bei der Berechnung der Dichte auszuscheiden.
 Denn einmal bewegt sich gerade ausschließlich auf diesen
Gebieten das Leben der in Gewerbe, Industrie und Handel thätigen
Bevölkerung, und ausserdem ist für den Betrieb der Landwirtschaft
selbst Haus und Hof, wozu ja Scheunen und Ställe gerechnet werden,
von höchster Wichtigkeit und ganz unentbehrlich: ferner wird ein Teil

° Friedrich, S. 5. Neukirch, S, 41.
So z.B. Weihe, Anhalt, 1889. Gloy, Siedlungsk. v. Nordalbingien, 1892.
Neumann, Baden, S. 61. Krausmüller, Oberhessen, S. 22.
Sprecher, $, 33.
Uhlig, Nordbaden, 8. 167.