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E. Wagner,

lichte (d. h. eben Trennung nach bodenständigem und nicht bodenständigem
 Erwerb*), einen gangbaren Weg zu finden.
Nun lag die Möglichkeit nahe, dem Beispiel Friedrichs, Neumanns
und Ambrosius’?) folgend, die Bevölkerungszentren überhaupt nicht auszuscheiden,
 sondern für sich als eigene hohe Dichtegruppen darzustellen.
 Indessen lag für uns dabei die Schwierigkeit darin, eine geographisch
 berechtigte Abgrenzung einer solchen Zone zu bewerkstelligen,
eine Frage, die obige Autoren einmal dadurch lösten, daß sie sich nach
ihrer Methode an die Gemarkungsgrenzen des betreffenden Bevölkerungszentrums
 banden (Friedrich, Ambrosius), oder, wie Neumann, teils die
Abgrenzung des städtischen Einflußgebietes durch eine bestimmte Höhenlinie,
 teils durch Kreise (Radius 3—5 km) durchführten. Diese Verfahren
 anzuwenden, konnten wir uns nicht entschließen.
Wenn also die Einbeziehung der Bevölkerungszentren bei der
Gruppenbildung das Gesamtresultat in starkem Maße nach oben fälschen
würde, andererseits aber ihre Abgrenzung gegenüber ihrer Umgebung
als eigene Dichtezonen in genügend zu rechtfertigender Weise nicht
zu erreichen war, ergab sich die Notwendigkeit, sie gänzlich auszuschließen
 und in geeigneter Weise als solche auf der Karte zur Darstellung
 zu bringen. Hierbei ist aber unser Endzweck nicht eine
Trennung und Sonderdarstellung der Bevölkerung nach gewissen Erwerbsklassen,
 sondern lediglich das Bestreben, obige falsche Beein-Aussung
 des Gesamtresultates zu vermeiden. Thatsächlich kommt aber
unser Verfahren auch auf die von Friedrich, Neumann und Ambrosius
angestrebte Heraushebung gewisser Ortschaften „als Punkte intensivster
Bevölkerungsverdichtung“®*) hinaus.
Ich habe nun hierbei nicht den Weg eingeschlagen, den alle
Autoren vor mir gegangen sind, indem sie einen nach Maßstab und
Gebietscharakter mehr oder weniger begründeten Grenzwert von Bewohnerzahl
 annahmen und alles. darüber liegende ausschieden. Sie
alle hatten hierbei immer, wie gesagt, eine größtmögliche Trennung
industriell und landwirtschaftlich Erwerbsthätiger im Auge. In diesem
Sinne gebrauchten z. B. Sprecher (1:1000000) den Schwellenwert von
5000 Einwohnern, Neumann (1:300000) von 6000 und Nedderich
(1:500000, allerdings mit streng zahlenmäßiger Begründung) von
2000. Aber trotz aller Sorgfalt liegt hierin stets eine Verkennung des
Wesens der Volksdichtekarte, ganz abgesehen von der Halbheit des
Vorgehens. Denn der gewählte Schwellenwert wird doch niemals eine
exakte Scheidung der Erwerhbsklassen zu hewirken im stande sein%).

 Hettner, Geogr. Z. VII, S. 506. Definition von Volks-Siedelungs-Erwerbsdichte.

“ Ambrosius, Niederrhein, 1901, S. 169.
Neumann, Baden, S. 65.
) So hat auch Küster schon anerkannt (a. a. O0. S. 169), daß mit der
Fixierung eines gewissen Grenzwertes nichts zu erreichen sei. „Eine in der Natur
begründete Ausscheidung der Bevölkerung wird man durch Ausschließen von Orten,
lie mehr als eine gewisse Einwohnerzahl haben, überhaupt nie erreichen.“ Es
muß eben die Ausscheidung von Fall zu Fall bestimmt werden, und wir hoffen,
hierzu eine geeignete Methode, die „in der Natur (der Dichtedarstellung wenigstens)
hegründet ist“, zur Anwendung gebracht zu haben.