2

E. Wagner,

In diesem Sinne gehen wir von der Mitteldichte 150 aus und
bezeichnen Bevölkerungsdichten bis zu 80 herab als gut, alles darunter
liegende als schwach, während alles über 150 liegende als relativ stark
bevölkert gilt. Welche Stufen waren nun zu bilden? Erstlich galt es,
den Wald als äußerst dünn besiedeltes Gebiet (0—1) abzutrennen.
Dann handelte es sich darum, die Muschelkalkzüge links der Leine
nicht auf eine Stufe mit dem Öhmgebirge und den zu beiden Seiten
der Oker gelegenen Partieen des nördlichen Harzvorlandes zu stellen,
wo der von den Flußüberschwemmungen mit dem mitgeführten giftigen
Pochsand überdeckte Boden eine ersprießliche Landwirtschaft unmöglich
 macht‘). Deshalb wurde die Stufe 20—40 eingeführt, die die
letzteren Gebiete als sehr ungünstig für eine Besiedelung heraushebt.
Die darunterliegende Stufe 1—20 ist kaum vertreten, die einzige Repräsentantin
 hierfür ist die durch Wald isolierte kleine Gemeinde
Deppoldshausen nordöstlich Göttingen. Als nächstfolgende Abstufungen,
also über 40, empfahl es sich 40—60 und 60—80 einzuführen, da auf
diese Weise die Unterschiede zwischen den beiderseitigen Hängen des
linksleinischen Bergzuges und seinem. Kamme, sowie die dünnere Besiedlung
 des Eichsfeldes gegenüber seinen größeren Thälern am deutlichsten
 hervortraten. Eine anfänglich vorgenommene weitere Stufenbildung
 von 80—150 erwies sich als zu weitmaschig und zu stark
generalisierend. Erst nach Abscheidung einer unteren Abteilung von
80—100 gelang es, größere Partieen des südlichen und westlichen
Harzvorlandes, sowie der Umgebung des Ohmgebirges als dünner besiedelt
 wie das Leine- und Rhumethal hervorzuheben, , welch letztere
eine starke, über 100 betragende Volksdichte aufzuweisen haben. Den
Mittelwert von 150 überschritten dann nur noch einzelne, infolge ganz
besonderer Verhältnisse verdichtete Bezirke. Hierher gehören die durch
Verkehrseinflüsse bewirkten Bevölkerungsanhäufungen der Umgebung
von Bodenfelde, Höxter und Holzminden, ferner die Gegend von
Stadtoldendorf im Nordwesten und Stadtworbis im Südosten unseres
Gebietes, In gleicher Weise hob sich die nähere Umgebung der Stadt
Göttingen als eine solche Zone von der weiteren Umgebung ab. Um
nun schließlich noch die Industriegebiete nördlich des Harzes mit ihrer
auffallend starken Verdichtung besonders zu kennzeichnen, begrenzte
ich die letzte über 150 liegende Stufe durch den Schwellenwert 200,
so daß also die eben genannten Harzer Industriegebiete und die auf
engstem Raume zusammengedrängten Gebirgssiedlungen als Dichtegebiete
 von über 200 zur Darstellung gelangten. Somit erhalten wir
die folgende Skala als Grundlage für die Gruppenbildung:

Wald 0—1 Bewohner auf 1 qkm
IL. 1—20 | 4. r
IL. 20—40 | dünn bevölkert

III. 40—60 nn nn
IV. 60—80 } wüßig bevölkert

\ Meitzen. V. 8. 443.