Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 29

daß Sprechers Kurvenmethode mindestens bis zum Maßstab von
1: 300000 jedenfalls dasselbe zu leisten im stande ist, wie Friedrichs
geographisch-statistische Gemarkungsmethode, der er selbst die Volksdichtekarten
 in größerem Maßstabe als 1: 400000 reserviert hatte 1).
Eine Behauptung muß, wenn sie wissenschaftlichen. Wert haben
soll, bewiesen werden. Zum größten Teil muß ich diese Beweisführung
 meiner Karte und den durch sie dargestellten Verhältnissen
überlassen. Dann aber mögen zur Ergänzung noch folgende KErwägungen
 hier Platz finden. |
. Wir hatten eine eigentliche Karte der Bevölkerungsdichte im
Auge, also eine Kategorie, die stets auf einer mehr oder minder generalisierenden
 Betrachtung der Bevölkerungsverteilung beruht °). Hierdurch
 bekommt jede nach der relativen Methode gezeichnete Dichtekarte
 in gewissem Sinne den Charakter eines Uebersichtsblattes, Ganz
zu derselben Ansicht gelangt Friedrich, wenn er die Anforderungen an
eine solche Karte für erfüllt erklärt, sobald man sagen kann®): „So
etwa würde sich aus der Vogelperspektive das Bild der Volksdichte
unseres Gebietes darstellen, wenn wir uns die Bevölkerung wie eine
Flüssigkeit über den Lebensboden in starker oder geringer Dichte hingegossen
 dächten. Der Zweck der Karte kann nicht darin bestehen,
daß sie Grundlage für Messungen und Rechnungen bilde. Die Aufgabe,
 genaue Zahlen zu liefern, muß den Texttabellen zugewiesen
werden.“ Fast mit denselben Worten gibt Neukirch *) diesen Gedanken
wieder, daß das Wesen der (relativen) Dichtekarte nicht darin bestehe,
bis ins einzelne genaue Zahlen der Bevölkerungsmenge, sondern nur
die Bevölkerungsverhältnisse in der charakteristischen Verschiedenheit
ihrer Dichte darzustellen.
Infolge dieser Eigenschaft der relativen Dichtigkeitskarten sind
wir freilich auf einen Maßstab verwiesen, der ebenfalls den Begriff des
„Uebersichtsblattes“ wenigstens bis zu einem gewissen Teil repräsentiert.
 Aber es steht uns frei, hierbei nach dem größten noch möglichen
 in dieser Kategorie zu greifen.
Gemeinhin zählen ja Kartenblätter im Maßstab 1: 300000 schon
zu den Spezialkarten®). Aber im Sinne der Volksdichtedarstellung
scheinen sie mir doch noch auf der Grenze zu stehen zwischen einem
Uebersichts- und einem Spezialblatte. Sie geben zwar sämtliche, auch
die kleinsten geschlossenen Siedelungen wieder, aber von KEinzelsiedelungen
 (resp. Wohnplätzen) können sie doch nur eine sehr beschränkte
Auswahl geben, falls sie überhaupt auf diese Rücksicht nehmen. Gerade
auf ihrer Darstellung aber beruht das Wesen der eigentlichsten
Spezialarbeiten der Volksdichte®), die deshalb erst an Karten von

!) Friedrich, Danzig 8. 15.
” Hettner, Geogr. Z. VII, S. 506.
”) Friedrich, Danzig, 8. 7.
4) Neukirch, Els, Wasgau, S. 68. Beide Autoren wenden sich hier gegen
E. Küsters weitgehende Forderungen. .
5) H. Wagner, Lehrb, I, 1900 S. 209, weist darauf hin, „daß es an einer faßbaren
 Grenze gebricht“ zwischen Uebersichts- und Spezialkarte. N
8) So urteilt z.B. Nedderich, S. 195: „Bei Karten von einem größeren
Maßstab. wie z.B. 1:200000, ist es nicht ausreichend, die Einwohnerzahl der