E, Wagner,

Das Gesamtresultat ergiebt, daß im südlichen Hannover sich Landwirtschaft
 und Industrie annähernd die Wage halten, daß jedoch ein
geringer Ausschlag zu Gunsten der Landwirtschaft stattfindet. Hervorgerufen
 wird dies durch mehrere ausgesprochen landwirtschaftliche
Bezirke, wie das Gebiet des Eichsfeldes, das zwar sonst mit weniger
yuten Bodenverhältnissen begabt, in der fruchtbaren Umgebung von
Duderstadt, der sogen. Goldenen Mark, eine recht leistungsfähige Landwirtschaft
 entwickeln konnte. Wir sehen hier 50% der Erwerbsthätigen
der Landwirtschaft angehören gegen 29% Industrielle. Aehnlich liegen
die Verhältnisse im daranschließenden Kreis Worbis, wenn sich auch hier
schon mehr Industrie zu entwickeln vermag, als im verkehrsarmen
Eichsfeld (45% landwirtschaftliche gegen 37% industrielle Erwerbsthätige),
 Ein weiteres Dominieren der Landwirtschaft erblicken wir
in den fruchtbaren Gebieten des Leinethales, wie uns die Kreise Northeim,
 Einbeck und Teile von Uslar (44 und 42% landwirtschaftliche
gegen 29 und 36% industrielle Erwerbsthätige) anzeigen. Es wird
später unsere Aufgabe sein, die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft
auf diesen ergiebigen, meist von Diluvium und Alluvium gebildeten
Böden zu beleuchten, und wir werden zu zeigen Gelegenheit haben,
daß ihre Erträge vielfach den in notorisch hervorragend begünstigten
Distrikten des Reiches erzielten wenig nachstehen.
Was nun die Industrie im südlichen Hannover anlangt, so hoben
wir bereits hervor, daß die Anzahl der in ihr Erwerbsthätigen ungefähr
 die gleiche wie in der Landwirtschaft ist. Auch hier wieder vermögen
 wir einige ausgesprochen industrielle Bezirke herauszuheben, so
abgesehen von dem Bergbaugebiet des Öberharzes (Kreis Zellerfeld),
wo naturgemäß die Landwirtschaft fast ganz verschwindet, das westliche
 Harzvorland (Kreis Osterode) mit stark entwickelter Holz- und
Textilindustrie und den Hauptteil des Weserthales sowie des nördlichen
Vorlandes des Solling (Kreis Münden und besonders Holzminden). Daneben
 findet sich eine Anzahl Distrikte, wo sich Industrie und Landwirtschaft
 annähernd gleich stehen, wie im Kreise Göttingen und
Gandersheim, wo der geringe Ueberschuß der industriell Erwerbsthätigen
in den größeren Städten zu suchen ist. Diese Bemerkungen über die
Industrie mögen einstweilen genügen, da des näheren hierüber bei den
einzelnen Kapiteln zu reden sein wird.
Die Forstwirtschaft ist trotz der nicht unbeträchtlichen Waldbedeckung
 Südhannovers (33% der Gesamtfläche)!) von verschwindenwurde

 völlig außer acht gelassen, da nur ein ganz schmaler Streifen in unser Gebiet
 fällt, über dessen vorwiegend industriellen Charakter kein Zweifel ist.
!) Die Verteilung des Waldareals auf die einzelnen Gebietsteile stellt sich
folgendermaßen (abgerundete Zahlen):
Kreis Zellerfeld 482 qkm Anteil von Kreis
Osterode 86
Duderstadt 30
Göttingen 136
Northeim 797?

Goslar u. Harzburg
Gandersheim .
Worbis . . ..
Heiligenstadt . .
Münden u. Witzenhausen
 . . ..
Holzminden und
Höxter . .

3 qkm
17
20 »
10,
85

Einbeck 109
Uslar 184

97

200
1490 akım.