Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 43

Pferde Rinder Schweine Schafe
Prov. Schleswig-Holst. . . 4 67 7 9
Großhzgt. Oldenburg . . 30 „67 47 33
Mecklenb -Strelitz 18 49 60 133

so erkennen wir für Südhannover in dem Zurücktreten, der größeren
Haustiere den intensiven Charakter seiner Landwirtschaft. Immerhin
aber ist die Viehhaltung verglichen mit dem Mittel von
Pferde Rinder Schweine Schufe
Königr. Preußen!), . . . 8 TBB 24
Deutsches Reich. . 7 35 27 20

als gut zu bezeichnen. Deutlich offenbart sich aber schon in den Gesamtzahlen
 unseres Gebietes ein Umstand, den wir als typisch für den
Viehstand rechts der Leine (Eichsfeld und Harzvorland) kennen lernen
werden, das ist die ungemein starke Schafhaltuny.

I. Kapitel. -
Der Oberharz.

Im Osten des hier zu betrachtenden südhannoverschen Landes
erhebt sich der nach dem Schwarzwald bedeutendste dem Deutschen
Reiche geschlossen augehörige Gebirgszug, der Harz. Durch seine
durchweg scharfe Scheidung von dem norddeutschen Tiefland, sowie
von dem ihm im Südwesten und Süden vorgelagerten Hügelland steht
seiner Betrachtung als gesondertes Gebiet keine Schwierigkeit im Wege.

I. Geographische und klimatische Uebersicht.

a) Geographisches. Der Harz ist ein geschlossenes, fast durchgängig
 bewaldetes Tafelland, das aus drei in verschiedener Höhe gelegenen
 Terrassen besteht, als höchste das Brockenfeld mit dem Brocken,
hierauf die Hochebene von Klausthal und Zellerfeld, und schließlich die
Hochebene des Unterharzes ?). Die horizontale Gliederung wird einigermaßen
 dadurch erschwert, daß das ganze Gebirge ein zusammenhängendes
 Massiv darstellt, ohne deutlich ausgesprochene Ketten. „Der ganze
Harz ist gleichsam nur ein Berg, der‘ durch eine fast unzählbare
Menge von Thälern in viele Anhöhen geteilt wird“ ®).
Immerhin läßt sich eine recht gute geographische Scheidelinie
finden, um das Gebirge in zwei Teile zu zerlegen. Das ist die Wasserscheide
 zwischen Weser und Elbe. Sie gliedert den Harz in ein der
Weser zugehöriges Gebiet: den Oberharz, und in einen der Elbe tributären
 Teil: den Unterharz. Diese Linie tritt am südlichen Harzrand,

1) Die Volksw. i. D. R. (Kaiserl. Stat. Amt) 1890, S. 68.
?) Leicher, Orometrie d. Harzes 1886, S, 14.
3 Guthe, Lande Braunschw. u. Hannover, 1867, S. 230