Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 45

Ueber dieser Basis, von wie gesagt etwa 260 m mittlerer Höhe,
die einen sanften Anstieg nach dem Südrand zu erkennen läßt”),
erhebt sich das Gebirge im allgemeinen steil über das Vorland. Am
deutlichsten kommt dies im nördlichen Teil zum Ausdruck, wo die
Höhen zumeist :500 m weit überschreiten (Bakenberg -bei Hahausen
528 m, Rammelsberg bei Goslar 6836 m, Wartenberg bei Harzburg
590 m u. a.). Die Erhebungen des Südrandes dagegen bewegen sich
durchaus unter 500 m. Es entspricht dieses Abnehmen der Höhen
nach Süden dem ganzen Bau des Gebirges, dessen höchste Gipfel, die
sich sämtlich um den Brocken gruppieren, ja auch ganz an den Nordrand
 gerückt sind.
Was die vertikale Gliederung des Harzgebirges- betrifft, wurde
schon eingangs bemerkt, daß sich das zusammenhängende Massiv aus
drei großen Terrassen auf baue, die von zahlreichen Spaltenthälern nach
allen Seiten hin zerrissen werden.
Wir beginnen mit der Hochebene von Klausthal. Im großen
und ganzen fallen ihre Grenzen im Norden, Westen und Süden mit
dem Abfall des Gebirges zusammen, wobei am Nordrand die Schalke
und der Bocksberg die Hochebene noch um rund 165 m überragen.
Nicht so einfach ist die Abgrenzung im Osten. Hier wird sie einmal
bewirkt durch die Vorberge des Brockenmassives, und dann vorzüglich
durch den daran anschließenden südwestlich ziehenden, hauptsächlich
devonischen Höhenzug des Bruchberges und Ackers. Es ist dies „in
ihrem geradlinigen südwestlichen Verlaufe die einzige ausgesprochene
Bergkette des Harzes, die nahezu senkrecht zur Längserstreckung?) des
ganzen Gebirges läuft“ %). Seine höchste Erhebung erreicht dieser
Zug südöstlich Altenau in der 919 m hohen Wolfswarte, um sich
von hier allmählich ohne weitere bedeutende Erhebungen oder Einschnitte
 gleichförmig nach Südwest bis in die Gegend von Osterode
und Herzberg zu senken. Die einzige geringe Einsattelung seines
Kammes, die die Chaussee Klausthal - Andreasberg überschreitet, bildet
die Grenze zwischen Acker und Bruchberg. Dem einförmigen, mit
Moorboden oder düsteren Tannenwäldern bedeckten und vom sogen.
Fastweg gebildeten Rücken des Ackers stehen die durch Nebenflüßchen
der Söse und Sieber reich gegliederten Abhänge gegenüber. Der Bruchberg
 hingegen ist weniger eine Gebirgskette als eine allseitig gleichmäßig
 abfallende Bergkuppe: (919 m). Mehrere der bedeutendsten
Flüsse des Oberharzes haben hier ihr Quellgebiet. So verläßt die
Oker den Bruchberg nach Norden in stark geneigtem Spaltenthal,
während die Söse, Sieber und Oder südwärts dem Leinegebiet zufließen,
Letztere sammelt ihre Quellwässer an der Ostseite des Bruchberges im

. l) Leicher, S, 5. Der Südrand liegt 8,6 m höher als der Nordrand, „was
bei dem A. Deutschlands nach Süden zu erwarten ist“.
ordran ahausen-Wernigerode): 256. . N .
Südrand (Hahausen Osterhagen $ D0d4 S } mitftl. Höhe (nach Leicher).
2) Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Faltungsrichtung des Harzes
nicht mit der südost-nordwestlich weisenden Lüngserstreckung zusammenfällt,
sondern senkrecht auf dieser in südwest-nordöstlicher Richtung steht.
3 GAuthe, S. 232. Leicher., SS. 13.