Ko E. Wagner,
Öderteiche, der größten künstlichen Wasseransammlung des Harzes 2),
aus der die Stadt Andreasberg ihre Wasserversorgung bewirkt (Rehberger
 Graben), Der Anlaß zu dieser Wasserstauung war das Bestreben,
 Wasserkraft für den Bergwerksbetrieb zu gewinnen, wie Aehnliches
 auf der Hochebene. von Klausthal zu finden ist.
Die Hochebene selbst, die wir somit umschritten haben, senkt
sich ebenfalls von Norden nach Süden, ihre mittlere Höhe beträgt
585 m”). Die Innerste, die südwestlich Klausthal in den sumpfigen
Gebieten bei Buntenbock entspringt, gräbt sich ihr tiefes Bett entgegen
 der südlichen Neigung nordwärts in die karbonische Hochfläche,
 wodurch ein breites, dem Südwestrand paralleles Stück völlig
abgetrennt wird. Ihr Wasser wird, da die ganz auf den Bergbau angewiesene
 Hochebene Mangel an den nötigen Betriebswässern hat, in
zahlreichen Teichen und Becken gesammelt, als deren größtes der
Prinzenteich erwähnt sei, Indessen genügt die so gewonnene Wasserkraft
 noch nicht, und man hat eine großartige künstliche Leitung angelegt,
 die die Gewässer des Brockens und Bruchberges zur Abgabe
eines Teiles ihrer Wassermassen an die Hochebene veranlaßt. Diese
Anlage, „die Pulsader des Klausthaler Bergbaues“ %), beginnt nördlich
des Bruchberges und zieht von hier über Altenau durch Thäler und
an Bergabhängen hin, durch das Flußgebiet der Oker auf die Hochebene
 hinauf, wo sie, sich verzweigend, in den mannigfachen Stauteichen
endet, deren Zahl 70 überschreitet, Weitere künstliche Wasseranlagen
dienen zur Ableitung der Gewässer in den Gruben, deren größte, der
25 km lange Ernst-Auguststollen, bei Gittelde ins Vorland tritt. Auf
dieser unterirdischen Wasserstraße fahren 500 m unter der Oberfläche
des Plateaus die mit Erz beladenen Kähne dahin.
Schreiten wir über den begrenzenden Zug des Ackers hinweg, so
gelangen wir in den zerklüftetsten und zerrissensten Teil des gesamten
Harzgebirges, was wesentlich durch die große Neigung der Grauwacke
zur Zerklüftung bedingt wird *). Dies noch außerdem von zahlreichen
Durchbrüchen eruptiver Gesteine durchsetzte Gebiet, das Guthe „das
Bergrevier des südwestlichen Harzes“*) nennt, wird durch
folgende Grenzlinien umschlossen: im Nordwesten der Ackerrücken,
im Süden der Harzrand von Herzberg bis in die Gegend von Osterhagen,
 und im Osten durch die Linie der Wasserscheide zwischen der
Bode und den Gewässern des südlichen Harzrandes, die annähernd der
preussisch-braunschweigischen Grenze entlang läuft. Vergebens sucht
man in diesem Teil des Gebirges nach irgend welcher Spur von Plateaubildung,
 die: sonst für den Harz überall so charakteristisch ist. An
ihre Stelle treten schmalrückige, durch Thäler der Sieber, Lutter, Oder
und deren Nebenflüßchen scharf getrennte Gebirgsglieder, die fast
durchgängig 550 m Meereshöhe erreichen, Aus der Zahl der diese
Höhe beträchtlich überschreitenden sei der Porphyrkegel des Knollen

” Guthe, 8, 245.
Leicher, $. 13.
Groddeck, Abriss d. Geognosie d. Harzes 1871, S. 12.
Erläuterung zur geol. Spezialk. v. Preussen. Blatt Lauterberg S. 18.
Guthe, S. 237. Andere wenden den Namen Andreasberger Dreieck an.