Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 49

bedeckung des letzteren, sowie in der Ackerwirtschaft seiner Bewohner
zum Ausdruck. Ein genaueres Bild über die Temperaturverhältnisse
des Oberharzes gibt die folgende Zusammenstellung ?):

N-Rand, Wernigerode
S- „ Osterode. .
Inneres, Klausthal .ı
Brocken. .

N-Rand, Wernigerode
S- „ Osterode. .
Inneres, Klausthal .
Brocken. .

Winter
Jan. | Febr. IMS März | April| Mai |Mitte

Jöhe

Dez,

235 0,9°C. 0,1) 0,8 0,6
221 06 —0,3 12 05
502|- 14 —21—1,2— 1,6
1142| — 8,8 |— 5,4/— 5,0— 4,7

3,0' 71 11,4
3,2 7,9 12,2
3 5,1 | 93
‚3,6 0,7 ] 5,8

7,2
7,8
5,0
0,7

— —| Jahr
Juni | Juli | Aug. Mittel Sept. | Okt. | Nov. |Mittel

Sommer

Herbst

Höhe

2835 15,5°C
221 16,2
592; 18,5
1142| 86

17,1 16,5
17.6 16,2
15,0 14,®
ı 10,7 ı 10,2

16,4
17,0

13,6
14,0

8,8
9,2
RR

3,4' 8,6 8,2
8,8' 9,0 8,5
1.81 6,5 | 6,5
—1,0| 3,7 "924

)

Hiernach besteht kaum ein Unterschied zwischen Nord- und Südrand,
 während die Temperatur nach dem Gebirgsinnern zu mit der Höhe
beträchtlich abnimmt, wobei der Brockengipfel das Minimum mit 2,4‘
Jahresmittel erreicht. Die sehr geringe Differenz, die sich zwischen
den Temperaturen zu Gunsten des Südrandes zeigt, ist allein auf dessen
günstigere Exposition gegen die Sonnenstrahlen und die warmen vorherrschenden
 Winde des südlichen Quadranten zurückzuführen ?). Mit
letzterem hängt aber zugleich noch eine andere Erscheinung zusammen,
die den Südrand vom Nordrand unterscheidet.
Es muß sich nämlich der ozeanische Einfluß auf die Niederschlagsverhältnisse
 hier ganz besonders deutlich bemerkbar machen, da
das Harzgebirge den von der Nordsee herstreichenden feuchten Winden
als erste höhere Gebirgswand in den Weg tritt. Daraus folgt, daß
die Niederschlagshöhe auf der Süd- und Südwestseite eine beträchtliche
 sein muß, während die Nordseite, zu der die Luftmassen erst
nach Ueberwindung des Gebirges und dadurch bedingter Abgabe des
Wasserdampfes gelangen, wesentlich trockener ist. Die für beide
Ränder gewonnenen Jahresmittel, 871. mm für den Südrand und 760 mm
für den Nordrand %), bestätigen dies. Ganz in demselben Sinne äußert
sich der Einfluß des Gebirges auf sein Vorland, wovon noch zu reden
sein wird. Auch dem im Pegenschatten des höheren Oberharzes ge-')

 Meitzen, Der Boden u. d. landw. Verhältn. d. Preuß, St. 1894, V, S. 228
\ Aßmann, 8. 367.
_ ..°) Schulz, Der jährl. Niederschl. Thür. u. d. Harzes 1898, S. 29, mit aus
führlicher Begründung aus mehreren Beobachtungsstationen,