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E. Wagner,

legenen Unterharz wird der größte Teil der Niederschläge entzogen, so
laß er kaum 6—700 m jährlicher Regenhöhe erreicht !), während der
durchschnittliche jährliche Wert für ersteren 1000 mm überschreitet ?).
Dies ist ganz besonders im Gebiet des Brockens und des Ackerzuges
der Fall. Für letzteren muß ein Mittelwert von 1400 mm angenommen
werden, während für den Brockengipfel selbst 1700 mm aus den Einzelbeobachtungen
 hervorgehen ?). Das ganze 1000 mm Regenhöhe jährlich
 überschreitende Gebiet reicht von den Höhen tief ins Gebirge
hinab, etwa bis zur Höhe von 400 m, was naturgemäß am bedeutendsten
 am Süd- und Südwesthang zum Ausdruck gelangt. So sind die
Thäler der Söse und Sieber als sehr regenreich bekannt *). Unter Berücksichtigung
 aller dieser Thatsachen ergibt sich für den gesamten
Oberharz ein Mittelwert jährlicher Niederschlagshöhe von rund 1200 mm),
wodurch sich das Gebirge als das regenreichste Gebiet Norddeutschlands
 dokumentiert, denn der Thüringer Wald erreicht nur an den
höchsten Stellen seines Kammes diesen Wert.
Auf die einzelnen Jahreszeiten und Monate stellt sich die Verteilung
 der Niederschläge so’), daß das Maximum in den Sommermonaten
 mit 29,4 % der Gesamtniederschläge erreicht wird, während
das Minimum auf die drei Herbstmonate mit 21,5 % entfällt. Der
Frühling steht dem Herbst mit 22,5 % annähernd gleich und der
Winter bleibt mit 26,1% nicht weit hinter dem Sommer zurück. Es
entspricht dies völlig den Beobachtungen Hellmanns®), daß „in den
höheren Gebirgslagen unseres Gebietes die Winterregen auf Kosten
der Sommerregen immer mehr hervortreten“, bis schließlich in den
größten Höhen über 600 m die Winterniederschläge direkt überwiegen.
Gerade in der kalten Jahreszeit hat der Oberharz besonders unter den
Schneemassen zu leiden, die von Ende des Herbstes ab bis gegen Mitte
April®) das Gebirge weithin überdecken, Nicht nur dadurch, daß die
hohe Schneedecke die Verbindung zwischen den einzelnen Häusern und
Ortschaften gänzlich aufhebt, macht sich dieser Umstand unangenehm
bemerkbar, sondern auch in klimatischer Hinsicht. Und dies besonders
im Frühjahr, wo die in den höheren Regionen noch lange liegenden
Schneemassen von sehr ungünstigem Einfluß sind, da’ sie durch Verstärkung
 der Ausstrahlung und Verminderung der Bodeninsolation
wärmehemmend wirken, und zwar um so mehr, je dicker sie sind !°).
Außerdem beeinflussen die hierüber gesammelten und in die Thäler

')
Ss. 327,

Moldenhauer, Die geogr. Verbr. d. Niederschl. Nordwestdeutschl, 1896,
Hellmann, Regenkarte d. Prov. Hannover, 1902, S. 16.
Zbenda; Hellmann giebt genaueren Wert von 1031 mm,
Schulz, S. 27. Hellmann, Regenkarte v. Hannover, S. 15.
Hellmann, Niederschlagsverh. Deutschlands, S, 474.
Derselbe, Regenk. v. Hannover, 8. 15.
Hellmann, Niederschlagsverh. Deutschlands S. 473. Derselbe, Regenk.
Sachsen, 8. 14.
Zewonnen aus den Tabellen bei Meitzen, V, S. 227.
Hellmann, Regenk. d. Prov. Hannover, 8.20 f., mit genauen Zahlen-Ed


dA, Prorv.
7)
°)
werten.
9) Ebenda S. 44.
9%) Guthe, S.38387: v. Groddeck., S. 186.