Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 51

and die Randgebiete herabsinkenden kalten Luftmassen den dortigen
Eintritt des Frühjahrs in unvorteilhafter Weise.

IL. Landwirtschaftliche Verhältnisse,
Il. Art des Bodens und dessen Nutzung.

Der Öberharz ist durch seinen Bau und sein Klima ein für
die Landwirtschaft im allgemeinen recht wenig und für den Getreidebau
 im besonderen ganz ungeeignetes Gebiet. Er muß in letzterer
Hinsicht als das kornärmste Gebiet des Reiches bezeichnet werden 1.
Immerhin ist an den klimatisch besser gestellten Rändern die Ackerwirtschaft
 noch einigermaßen ertragsfähig, da hier die durch das Geoirgsklima
 verzögerte Aussaat und Ernte ?) etwas durch die Güte des
Ackerbodens wetigemacht wird. Als ungefähre Grenze des Körnerbaues
kann die 300 m Linie angenommen werden, denn sämtliche Thalajederungen
 des Gebirges, die alle über dieser Linie liegen, vermögen
nichts mehr im Ackerbau zu leisten. Am wenigsten günstig zeigen
sich die Bodenverhältnisse des Südrandes, wo der dicht an den Harz
herantretende Buntsandstein des Vorlandes sandigen Boden bedingt,
der nur durch reichlichen Zusatz von Mergel einigermaßen brauchbar
wird®). Der Nordrand aber besitzt in seinem Ackerboden ein gehaltreiches
 Produkt von Jura- und Kreidegesteinen in Form eines kräftigen
 Lehmbodens, der den Anbau entschieden verlohnt *). Trotzdem
;ritt die Ackerwirtschaft aber gerade am Nordrand des Gebirges zurück,
da hier das Erwerbsleben der Bewohner einen vorwiegend industriellen
Charakter trägt, was weiter unten noch zu erörtern sein wird. Am
Südrand dagegen wird Ackerbau in ziemlichem Umfange getrieben,
angeachtet der weniger günstigen Erträge auf dem armen Sandboden,
Die Wiesenwirtschaft, die im eigentlichen Gebirge zu großer Bedeutung
 gelangt, ist an den Rändern noch von geringer Ausdehnung,
ebenso ist der Gemeindeanteil an den Holzungen durchgängig klein.
Die folgende Zusammenstellung °) gibt ein Bild von der landwirtschaftlichen
 Ausnutzung der Gemeindeareale an den beiden Harzrändern.

Nordrand (1) . .
Westrand (2—4)

Gesamtfläche
aller
Gemeinden
akm

Holzung | Acker Wiesen

79 77— mn.
U der Gesamtfläche

57,0 | 6,3 | 496 | 18,0
176.2 131 | 58.9 16.5

‘) Wolff, 8. 22.
” °) Knoll, Die Topogr. d. Hgt. Braunschw. 1897, S. 21. Die Verzögerung
beträgt ungefähr 14 Tage gegen das weitere Vorland.
%) Meitzen, V, S. 449.
) Ebenda.
) Gewonnen aus den Einzelzahlen (Spalte 4—7) der großen Tabellen.
°) Hier und im folgenden verweisen die beigefügten Zahlen (1) etc. auf die
Jurch die gleiche Zahl gekennzeichneten Dichtegehiete der Karte. Vgl. anch
S, 32 der vorliegenden Arbeit.