N

E, Wagner,

eine Anzahl von Holzfällern und Fuhrleuten in den Wäldern benötigt,
ohne daß freilich hiermit bei der oft nur periodischen Verwendung derselben
 ein größerer Einfluß auf das Erwerbsleben der Gesamtbevölkerung
ausgeübt würde.
Neben diesen beiden Haupterwerbsquellen verdient auch noch der
Steinbruchsbetrieb und die Textilindustrie angeführt zu werden, da
letztere auch als Hausindustrie zum Nebenerwerb beim Nachlassen der
bergmännischen Produktion in Betracht kommt.
Die Steinindustrie erzeugt hauptsächlich Pflastersteine und Platten
für Straßenanlagen, sowie auch Werksteine für Hochbauten?. Wir
finden sie besonders im Gebiet des Gabbro im Radauthal bei Harzburg,
wo eine rege Verfrachtung seit langem stattfindet?). Bei Goslar sind
Schieferbrüche ohne größere Bedeutung in Betrieb, während am Südrand
 von Münchehof bis unterhalb Osterode mehrfach Kalksteinbrüche
auftreten”). Auch Gips wird hier im Gebiet des Zechsteines bis nach
Sachsa hin vielfach gewonnen,
Die Textilindustrie hat ihre Hauptstätte in Osterode, wo sich ausgedehnte
 Tuch- und Wollenfabriken befinden. Diese bestanden schon
zu Anfang des 18, Jahrhunderts und verschafften zusammen mit den
bereits erwähnten Fabriken der Holzbranche der Stadt den Titel „der
bedeutendsten und sogar einzigen Fabrikstadt des Königreiches Hannover“*).
 In den übrigen Teilen des Gebirges tritt die Textilindustrie
nicht in den Vordergrund. Als Hausindustrie hat sie durchaus nicht
die Bedeutung erlangt, wie z. B. im Erzgebirge, und so hat auch das
dort viel geübte Spitzenklöppeln, das die ersten Bergleute mitbrachten.
sich nur in Andreasberg erhalten, ohne hier indessen größeren Umfang
anzunehmen ®). Im Kreise Zellerfeld fanden 1895 überhaupt nur 1,4%
der industriell erwerbsthätigen Bevölkerung in der Textilindustrie Beschäftigung,
 während sich für den Südrand (Kreis Osterode) dank den
in Osterode bestehenden Anlagen die Zahl auf 13,7% erhöhte®).
Wenn wir noch kurz der Glasfabriken Erwähnung thun, die sich
in der Umgebung von Hahausen an der Nordwestecke des Gebirges
befinden, so haben wir die Haupterwerbszweige auf industriellem Gebiet
arschöpft.

IV. Verkehrsverhüältnisse.

‚Vgl. Kartenskizze der Verkehrsverhältnisse S. 103 der vorliegenden Arbeit )

Nunmehr gelangen wir zur Betrachtung der Verkehrsverhältnisse
les Gebirges, die, ursprünglich fast allein auf die Dichteverhältnisse
der Ränder von Einfluß, in neuerer Zeit durch die in das Innere eindringenden
 Eisenbahnen und die verhältnismäßig junge Erscheinung
les Fremdenverkehrs auch im Gebirge in starkem Maße wirksam werden.

Knoll, S. 36.
Guthe, 8. 261.
‚ Knoll, 8. 191.
Guthe, 8. 272,
;‚ Guthe, S. 285.
” Stat. d. D. R. N. F. 109.