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E, Wagner,

hoher wirtschaftlicher Bedeutung gelangt, als man im 13. Jahrhundert
dazu schritt, veranlaßt durch die reichen Erzvorkommnisse, das öde,
unzugängliche Waldgebiet des Inneren mit erzgebirgischen Bergmannsfamilien
 zu besiedeln, Nun stand den Randsiedelungen eine glänzende
Zukunft in Aussicht als Vermittlungspunkte für den Austausch der
industriellen Erzeugnisse der neuen Bergwerks- und Hüttenkolonien
des Gebirges gegen landwirtschaftliche Produkte des Vorlandes?). Das
Bestreben, die Zu- und Ausfuhr für das Gebirge mehr und mehr zu
erleichtern, führte zur Anlage von Verbindungswegen quer über dasselbe,
 die zuerst nur ganz vereinzelt vorhanden sind. Die erste derselben,
die sogen. Kaiserstraße, die von Goslar, auf kurzem Wege das Gebirge
querend nach Osterode führte, wird 1457 erwähnt?). Dieser Querweg
mußte die Bedeutung Goslars noch erhöhen und es zu einem wichtigen
Stapel- und Marktort machen‘), während er gleichzeitig in bedeutendem
 Maße zur Entwicklung der auf dem Plateau entstandenen Bergstädte
 Klausthal-Zellerfeld beitrug.
Das mächtige Aufblühen der Stadt Goslar, das durch die reichen
Silbererzlager des‘ benachbarten Rammelsberges unterstützt und befördert
 wurde, dauert fort bis zur Abnahme der Bedeutung des Hansabundes,
 deren Mitglied sie war. Als Goslar um diese Zeit in unglücklicher
 Fehde auch der Verlust des Rammelsberges an die Herzöge von
Braunschweig traf*), verblich sein Glanz schnell, und erst mit Erbauung
 der Eisenbahnen beginnt eine neue Entwicklung aufwärts.
Heute ist die alte Kaiserstadt, deren ehrwürdiges Rat- und Innungshaus
 neben der Kaiserpfalz an die stolze Vergangenheit gemahnen,
bekannt als Industrie- und Handelsstadt und als Zielpunkt eines starken
Fremdenverkehrs.
Auch die am anderen Ende der Kaiserstraße gelegene alte Hansastadt
 Osterode hat als thätige Fabrikstadt einen Teil ihrer ehemaligen
Bedeutung in unsere Zeit hinübergerettet und hat ohne Zweifel auch
als Station der Harzrandbahn (Vienenburg—Seesen—Nordhausen) eine
entwicklungsreiche Zukunft vor sich.
Die zweite ältere Querstraße zieht bereits östlich des Brocken
(Harzburg—Braunlage—Nordhausen) über das Gebirge und fällt somit
aus dem Rahmen unseres Gebietes. .
Alle die erstgenannten vielbegangenen Randstraßen mit ihren
Stapel- und Umladeplätzen verloren ihre Wichtigkeit, seit mit Ent-Jdeckung
 der neuen Seewege der Handel andere Bahnen einschlug, wodurch
 diese auch später nicht mehr im stande waren, sich von der wirtschaftlichen
 Depression des Dreißigjährigen Krieges zu erholen. Erst in
neuerer Zeit beginnen einige derselben durch die Eisenbahnen neues Leben
zu gewinnen und einen Teil ihrer alten Bedeutung zurückzuerhalten.

') Guthe, S. 264 u. 271. Dies führte zur Anlage von großen Kornmagazinen
 am Gebirgsrand (Goslar, Osterode), aus dem in Zeiten der Not billiges
Korn an die Bergwerksbevölkerung von Regierungswegen abgegeben wurde.
*) Günther, Der Harz in Geschichts-, Kultur- und Landschaftsbildern 1888,
S. 127; Wolff, S. 16,
%) Schmidt, S, 45.
4) Guthe, 8. 264.