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E. Wagner,

mit seiner Umgebung eine der begünstigtsten und landschaftlich schönsten
Stellen des HEichsfeldes‘ bildet. Unter den wenigen Flüssen, die der
Leine aus diesem Gebiete direkt zuströmen, sei die Garte erwähnt,
jeren liebliches Thal vielfach aus der Umgebung besucht wird.

2. Das Leinethal.

Bevor wir uns der Beschreibung des Berglandes zwischen Leine und
Weser zuwenden, müssen wir noch einen Blick auf die zwischen beiden
liegende Grabenversenkung?) des Leinethales werfen. Wir werden also
den Fluß von seinem Knie bei Ahrenshausen?) nordwärts bis unterhalb
Salzderhelden (etwa in die Gegend bei Kreiensen) zu verfolgen haben,
wo er mit seinem Durchbruch durch die dem Hils vorgelagerten triassischen
 Massen seine Richtung und den Charakter seines '"Thales
ändert.
Auf der ganzen hier zu beschreibenden Länge ist das Thal mit
Keuperbildungen erfüllt, die meist von diluvialen und jüngeren Ablagerungen
 überdeckt sind und nur als unbedeutende Hügel (200 m) vor
den zu beiden Seiten das Thal flankierenden Muschelkalkzügen zu
Tage treten. Aber gerade diese Hügel, diese unruhige Oberfläche
des Thales deuten auf seine tektonische Entstehung hin, da eben die
Thalsohle hier nicht, wie in Erosionsthälern, eine Ebene bildet®). Die
Jiluviale Decke zieht sich besonders auf dem linken Ufer hoch an dem
ziemlich rasch ansteigenden Muschelkalkzuge hinauf, wo sie für die
Landwirtschaft von Bedeutung wird.
Die Breite des Thales ist ungleich. Seine breiteste Stelle befindet
sich südlich von Göttingen zwischen Rosdorf und Geismar mit ca. 4 km,
hierauf verengt sich das Thal unterhalb Nörten auf 1 km, um sich von
Sudheim ab bis nach Salzderhelden hin wieder annähernd auf die erstgenannte
 Breite zu erweitern.
Oberhalb Nörten schließt sich westwärts an das Leinethal ein ausgedehntes
 Gebiet, das von Keupermergeln erfüllt wird, die stellenweise
ebenfalls wieder durch eine diluviale Lehmdecke verhüllt sind: die
Keuperbucht von Moringen und Einbeck. Diese Bucht, nach
Westen und Norden von einer meist schmalen Muschelkalkzone umzogen,
grenzt sich nur durch einige etwa 250 m hohe Keuperhügel gegen das
Leinethal ab, während sie aber die Meereshöhe des Leinethales von rund
120 m um einige 30 m überragt. Die Orte Hevensen, Moringen und
Lutterbeck markieren den zwischen Weper und Ahlsburg gelegenen
unteren Teil, während die Einbecker Bucht, die von der Ilme durchströmt
 wird, sich zwischen Solling und Elfas einschiebt, in ihrer Aus-Jehnung
 veranschaulicht durch die Orte Iber, Mackensen, Lüthorst,
Kohnsen und Einbeck. Inmitten der Bucht wird der Keuper von einer
ausgedehnten Zone liassischer Ablagerungen überdeckt, durch die die
Iime ihren Weg nimmt.

1) Vgl. Weser und Ems etc. I, S. 145, wo eine eingehende geologische Beschreibung
 des Leinethales gegeben wird,
?) Vgl. S. 68 unten der vorliegenden Arbeit.
Weser und Kms ete. I 8. 145.