Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 73

nit der Glashütte Amelith, Schönhagen, Kammerborn und Sohlingen im
Ahlethal, Delliehausen, Volpriehausen, Schlarpe, Gierswalde, Sievershausen,
 Hellenthal und Fohlenplacken, während man Silberborn und
Neuhaus als Plateausiedelungen ansehen kann. Diejenigen Ortschaften
aber, die zu einiger Bedeutung gelangt sind, liegen sämtlich am Rande
des Gebirges, was einigermaßen von den Harzer Verhältnissen abweicht,
wo in Verbindung mit den Bodenschätzen auch Gebirgssiedelungen zu
großer Entfaltung gelangen konnten. Ohne diese aber würden sich
sicher auch für den Harz die gleichen T’hatsachen wie hier feststellen
lassen, was seiner Zeit ja auch hervorgehoben wurde.
Kurze Erwähnung mögen noch die jenseits des Forstbaches befindlichen
 Erhebungen des Vogler und Elfas finden, die die Abgrenzung
der triassischen Weserberge gegen die der Jura- und Kreideformation
angehörenden Kohlengebirge Hannovers bilden.

4, Das Weserthal
(von Münden bis Bodenwerder).

Es bleibt noch eine zusammenhängende Betrachtung des Werraund
 Weserthales übrig. Das Thal dieses Flusses ist bis in die Gegend
von Bodenwerder eine sehr enge Spalte, die in die südhannoversche
Triasplatte hineingerissen ist. Erst unterhalb des genannten Ortes erweitert
 sich das Thal, um bei Hameln eine Breite von nahezu 3 km
zu erreichen, Für die Betrachtung zerlegen wir es in vier Abschnitte !).
1. Das Werrathal?) von Witzenhausen bis Münden: der Fluß
strömt in engem Bett zwischen den Buntsandsteinmassen des Kaufunger
Waldes und südlichen Ausläufern des Bramwaldes dahin. Unterhalb
Hedemünden verengt sich das Thal derart, daß sich auf der 4,5 km
langen Strecke von Laubach bis Münden keine Ansiedelung findet. Von
seiner Vereinigungsstelle mit der Fulda, wo die Stadt Münden entstand,
führt der nun doppelt so breite Fluß den Namen Weser.
2, Von Münden bis Karlshafen: Der Fluß ist fortan im stande, der
größeren Schiffahrt zu dienen, wenngleich das Thal hier so eng wird, daß
es vielfach nicht breiter als der Flußspiegel ist, und für Landstraßen
arst durch umfangreiche Sprengungen Platz geschaffen werden mußte®).
Sogenannte Stromspaltungen früherer Zeit, die heute durch Sperrdämme
 verbaut und teilweise verlandet sind, finden sich gerade in diesem
Teil des Thales, besonders bei Bursfelde, Gieselwerder und Karlshafen %).
Auf seiner ganzen Erstreckung bewahrt dieser Thalabschnitt denselben
Charakter. Stellenweise liegt der Wasserspiegel gegen 230 m unter
den das Ufer begleitenden Buntsandsteinhöhen des Reinhards- und
Bramwaldes, Die Besiedelung ist in diesem Teile eine äußerst geringe,
was naturgemäß durch die Schmalheit des Spaltenthales bedingt wird.

!) Guthe, 8. 396.
?) Der Name Werra ist nur eine andere Form des Wortes Weser aus der
ärundform Wisaraha = Westfluß. Weser und Ems III, S. 3:
3) Beuermann, 5. 37.
Y Weser und Ems II. S. 18.