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E. Wagner,

und kalt, während längere Hitze ihn völlig ausdörrt und mit zahlreichen
 tiefen Rissen bersten läßt. ?).
Da, wo sich aber beide Bodenarten verbinden, der thonig-sandige
und der Lettenboden, ergiebt sich ein recht fruchtbares Produkt, dem
die Goldene Aue, sowie auch die sogen. Goldene Mark (Umgebung von
Duderstadt, 16) ihren Ruf und ihre dichte Besiedelung verdanken.
Aehnliche Verhältnisse finden sich an dem Abhang des Eichsfeldes zum
obersten Leinethal (18, 19) und in manchen seiner inneren Gebiete
wieder (16b), was zumeist die Dichtekarte hervortreten läßt. Ueberall
wird der Boden in dieser Ausbildung bei entsprechender Düngung selbst
für anspruchsvollere Kulturen geeignet, wie sie Weizen, Zuckerrüben
and Kleearten darstellen, und viele Teile vermögen auf ihm eine rentable
 Obst- vorzüglich Kirschenzucht zu betreiben ?).
Angesichts dieser mehrfach hervorgehobenen, gar nicht so ungünstigen
 Bodenverhältnisse des Eichsfeldes muß dessen thatsächliche
Armut einigermaßen ın Erstaunen setzen. Es beruht aber auch die
Dürftigkeit seiner Bewohner nicht auf einer übergroßen Armut des
Bodens, sondern hauptsächlich auf dem hier geübten Vererbungsgebrauch ®),
der eine stetig fortschreitende Zerteilung der Güter zur Folge hat, bis
diese schließlich zu einer Ernährung des Besitzers nicht mehr im stande
sind *) und diese auf Erwerb als Tagelöhner und Maurer außerhalb der
angeren Heimat bis nach Westfalen und Sachsen hinein treiben ?). Daß
unter diesen Verhältnissen des Klein- und Zwergbetriebes der Landbau
 trotz brauchbaren Bodens wenig ertragsreich sein muß, ist einleuchtend,
 Deshalb hat man in den letzten 20 Jahren durch Verkoppelung
 der schmalen Flurstreifen schon vielfach bessernd von staatswegen
 eingegriffen °).
Fassen wir nun nochmals das über den Buntsandsteinboden Gesagte
 kurz zusammen, so müssen wir uns vergegenwärtigen, daß vom
sterilen Sandboden bis zum schweren, fruchtbaren, lehmartigen Boden
alle Uebergänge und Bodenklassen vorkommen, daß aber die weniger
yünstigen Ausbildungen bei weitem vorherrschen. Dadurch wird der
Buntsandstein zu einem vorwiegend für Waldwirtschaft zu benutzenden
Gebiet gemacht, wie es ja auch die im Gebiet des südhannoverschen
Buntsandsteins vorhandenen ausgedehnten Forsten (Solling) beweisen.
Daß auch das Eichsfeld ehemals eine dichte Walddecke gehabt hat,
beweisen die zumeist aus dem 10. Jahrhundert stammenden zahlreichen
Siedelungen auf —rode ®). Die Aussicht auf (ihrer Meinung nach) lohnenden
 Ackerbau mag hier die Bewohner zum Niederlegen der Wälder
veranlaßt haben,
Regional weit weniger ausgedehnt tritt in unserem Gebiet der
Muschelkalk auf. Wie wir sahen. begleiten das Leinethal zu beiden

‘) Küster, S. 249; Weser u. Ems I, 8. 143.
?) Küster, S. 250; Weser u. Ems I, S. 216.
3 Beuermann, S. 80.
*) Fast die Hälfte der eichsfeldischen Ackerfelder ist in Händen von Be
aitzern, die weniger als 1 ha in Besitz haben.
&gt;) Vgl. auch v. d. Goltz, Vorlesungen über Agrarpolitik 1899, S. 89 f.
X Guthe S 9860.