E. Wagner,

Ganz wie der Hauptteil des Buntsandsteins muß auch diese Abteilung
 der Trias als Waldboden!) bezeichnet werden. Selbst die
steilen, steinigen Hänge bieten noch genügenden Laubholz- (meist
Buchen-)boden, wovon die Waldbedeckung des Göttinger Waldes und
der‘ anschließenden Höhen Zeugnis ablegt. Da, wo heute sterile Hänge
sich zeigen (Weper bei Hardegsen, Wieter bei Northeim), künden diese
fast durchgängig die Mißwirtschhaft vergangener Tage. Der Versuch,
lurch Beseitigung des Holzbestandes mehr Ackerland zu gewinnen,
-ächte sich hier bitter. Abschwemmung verwandelte den Boden bald
in eine Steinhalde, die als Schafhute unter den Hufen der Herdentiere
völliger Verödung anheimgegeben wurde. Erst neuerdings macht man
von staatswegen mit großen Kosten den Versuch, durch Aufforstung
liese Gebiete landwirtschaftlich besseren Verhältnissen entgegenzuführen
 ?).

2. Bodennutzung.

Wenden wir uns nun, nachdem wir den Boden, auf dem die Landwirtschaft
 unseres Gebietes zu arbeiten hat, kurz charakterisiert haben,
zur spezielleren Betrachtung der landwirtschaftlichen Verhältnisse in
den einzelnen Bezirken der Triasplatte und hierbei zunächst zu der von
len Gemeinden geübten Art der Bodennutzung.
Für diese und die spätere Ausführung über die Viehhaltung zerlegen
wir das große Gebiet der Triasplatte in 4 natürliche Unterabteilungen :
', Das Harzvorland, das Eichsfeld mit dem Bergland rechts der
Leine,
2, das Leinethal,
3. das Bergland links der Leine mit dem Solling,
das Weserthal.
Sie zerfallen wiederum in kleinere Gebiete, wie sie aus den
nach diesen Gesichtspunkten zusammengesetzten beigegebenen Tabellen
ersichtlich sind. Weitere Betrachtungen über die Ertragsfähigkeit der
angebauten Früchte, sowie über die landwirtschaftlich Erwerbsthätigen
müssen mangels anderer statistischen Veröffentlichungen allein für die
politischen Bezirke der Kreise gegeben werden.
Bei der Betrachtung der von den Gemeinden geübten Ausnutzung
ihres Grund und Bodens zur Wald-, Acker- oder Wiesenkultur kann
man ganz allgemein von dem Gesichtspunkt ausgehen, daß das Areal
der Kultur am ausgedehntesten sich finden wird, für die der zur Verfügung
 stehende Boden am geeignetsten erscheint. Für unsere Zwecke
der Erklärung der Volksverdichtung oder Auflockerung wird hierbei
vorzüglich auf das Ackerland zu achten sein. Indessen bietet sich gevrade
 hierbei nicht immer eine Bestätigung des oben Gesagten. Denn
nur zu oft hat Unverstand und Unkenntnis die Bewohner dazu veranlaßt,
 entgegen jeder Aussicht auf Rentabilität, weite Striche unter den
Pflug zu nehmen und sie so ihrer natürlichen Bestimmung zu entziehen,
Verhältnisse, auf die oben bereits hingewiesen wurde. . Dies darf also

‘) Weser u. Ems I 8. 148 f.
 Ebenda, I. S. 9298.