Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 83

bei der Auswertung der folgenden Zahlen nicht vergessen werden. Sie
allein lassen nur einen ungefähren Schluß auf die landwirtschaftliche
Begabung eines Bezirkes zu, um aber im Verein mit den weiterhin
zu gebenden Ertragszahlen ein gutes Bild zu liefern.
Wir beginnen die Einzelbetrachtung mit dem Eichsfeld, um daran
einerseits ostwärts das Harzvorland und westwärts das Leinethal mit
seinen Randhöhen anzuschließen. In ersterem Gebiet zeigt sich eine
deutliche Volksverdichtung in den Flußthälern der Rhume, Eller, Hahle
und Nuthe, aber auch in den mit günstigen Bodenverhältnissen begabten
 Bezirken der Umgebung von Duderstadt und des Südabhanges
zum obersten Leinethal. Die Zusammenstellung der Bodenausnutzung
zieht auf Grund der größeren Tabellen (Spalte 4—7) folgende Resultate:


Gjebietsteil

Rhumethal (18)... .
ENerthal (14. 15) . .
Hahle- und Nuthegebiet
(Duderstadt) (16)
jebiet zw. Nuthe u. Bergl.
rechts d. Leine (16°, 17.22)
West-u.Südabhang d.Ohmgeb.
 z. Leinethal (18—20)
)berstes Leinethal. . .
/Heiligenstadt) (28)

‘Gesamtfläche! Holzungen | Acker | Wiesen
qkm in % der Gesamtfläche

117,2
43,8
170,3

15,4
7,1
14,4

58,6
41,7
58,1

11,9
8,9
6,3

208,9

Y.

‚1

2,5

„1

90,5 ]
105,4

7,7
28.01 |

76,7
56.0

7,1
4.6

Hiernach weisen sich die Thäler der Eller, Hahle und Nuthe,
sowie der Abhang des Ohmgebirges zum Leinethal als zum Ackerbau
sehr stark ausgenutzte Gebiete aus, und die hier wahrzunehmende Verlichtung
 zu mehr als 100 Bewohnern auf 1 qkm (13, 16, 18, 19) läßt
auch einen Schluß auf seine Ergiebigkeit zu. Die geringe Ackerbauläche
 des Rhumethales wird durch die größere Wiesenkultur verırsacht,
 andererseits durch die für die umfangreiche Schafzucht be-1ötigten
 Weideflächen, die hier allerdings nicht zahlenmäßig *) aufgestellt
 werden konnten. Aus demselben Grunde fällt auch sonst im
ganzen Eichsfeld, besonders in den Thälern ®), den Wiesen und Weiden
äine verhältnismäßig ausgedehnte Fläche zu*). Das Zurücktreten landwirtschaftlich
 genutzter Fläche im obersten Leinethal trotz der dortigen
auffallenden Verdichtung zu über 180 Bewohnern auf 1akm (28). er-*)

 Unter Gesamtfläche ist hier und in den folgenden Tabellen die Summe
aller in dem betreffenden Bezirk befindlicher Gemeindeareale verstanden.
°) Das Gem.-Lex. f, 1885, das allein die Bodennutzung angiebt,‘ rechnet
Weideflächen nicht zu den Wiesen. Erstere werden also dort‘ gar nicht aufgeführt.
Nach Mitteil. vom Kgl. Preuß. Stat. Bureau. Vgl. Anm. 2 8. 32.
;) Weser u. Ems IV, S. 84. .
‘) Guthe, S. 372; Weser u. Ems, S, 219. Hier wird auf den minderwertigen
Charakter dieser Weideflächen hingewiesen.