£. Wagner,

Die landwirtschaftliche‘ Bodennutzung im Gebiet des Solling gestaltet
 sich wie folet:

Aebietsteil

Umgebung von Uslar(47—51)
Ost- und Nordrand (52—55)
Umgebung von Stadtoldendorf
 (58—65) . . ..
[nnerer Solling (59). . . ]

Gesamtfläche
akm

Holzung | Acker | Wiesen
0% der Gesamtfläche

99,6
194,3

7,3
35,8

56,5
384

21,3
12.4

L02,8 3,8
184,9 | 89,3

66,7
3.1

9,5
| 1,7

Ganz allgemein fällt das Zurücktreten des Ackerbaues gegenüber
den vorher besprochenen Bezirken der 'Triasplatte auf, worin auch
wieder eine Analogie mit dem Harzgebirge besteht. Mit Ausnahme
der weit in das Vorland des Gebirges hinausgreifenden Distrikte von
Uslar und Stadtoldendorf erreicht das Ackerland an den Rändern nur
38,4 % und im Innern des Waldgebirges sogar nur den verschwindenden
 Wert von 3,1 % der gesamten Gemeindeflächen. Dafür ist aber,
wenigstens in den Randgebieten und im Vorland, die Ausdehnung der
Wiesenwirtschaft wesentlich gestiegen. Das Innere freilich bildet einen
geschlossenen Waldhestand; der für keine der Kulturen viel Raum läßt,
so daß sich diese nur in engster Umgebung der wenigen Siedelungen
finden. Die hohe Anteilzahl der Gemeinden und Forstbezirke an den
Holzungen (89,3 %) repräsentiert diesen Charakter des Gebirges.
Gleichzeitig aber bietet der Solling mit seiner spärlichen Besiedelung
im Gegensatz zum Oberharz ein Beispiel dafür, wie ungeeignet bei
schwacher landwirtschaftlicher Begabung der Mangel an technisch
autzbaren Mineralien ein solches Gebirge zur Ernährung einer größeren
Bevölkerung macht. Mit Ausnahme der wenigen Orte, die an den den
Solling passierenden Straßen gelegen sind, Neuhaus, Fohlenplacken, Silbervorn,
 und die, allerdings hier auf engem Raum zusammengedrängt, hohe
Dichten erreichen (über 100 auf 1 qkm), finden sich alle geschlossenen
Siedelungen an der Peripherie des Gebirges. Sonst finden sich in den
weiten Forsten nur verstreute Einzelsiedelungen (Forst- und Gasthäuser),
die ihnen die geringe Bewohnerdichte von 1.1 auf 1 qkm zukommen
lassen *).
Schließlich erübrigt noch eine kurze Betrachtung des Werra- und
Weserthales, das die Grenze unseres Gebietes nach Westen bildet (siehe
1ebenstehende Tabelle S. 87).
Das enge, zwischen dicht bewaldeten Höhen sich hinziehende
Thal läßt trotz günstiger klimatischer Verhältnisse den Ackerbau
nicht zur Entfaltung gelangen, aus Mangel an Bodenfläche. Die
schnell steigenden, oft geradezu steilen Thalhänge sind von vornherein

') Aus dem Gem.-Lex. 1897, f. d. Prov. Hannover und dem Ortschaftsverzeichn,
von Braunschweig 1897, ergeben sich in diesen KEinzelsiedelungen 305 Bewohner,
woraus auf die gesamte Waldfläche von 270 akm bezogen. die Dichte 1.1 resultiert.