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E. Wagner,

zeigt sich zwar eine Differenz zu Ungunsten Hannovers, die aber bei
den begünstigten Gebieten des Leinethales und insbesondere der Einbecker
 Bucht ziemlich gering wird. Hieraus geht aber hervor, welch
großer Anteil der Bodenkultur an der Volksverdichtung in jenen Distrikten
 zukommt. Daß aber der beste Boden dennoch nicht die verdichtende
 Wirkung auszuüben vermag, wie noch gleichzeitig hinzutretende
 Verkehrs- und Industriefaktoren, beweist uns gegenüber dem
Leinethal die Einbecker Bucht (44), die wohl an ihren Rändern eine
sehr dichte Besiedelung (100—150 auf 1 qkm) aufweist (45, 54, 58),
in ihrem Innern jedoch (44) sich nicht über 80 Bewohner auf den
Quadratkilometer zu erheben vermag.
Es ist schließlich noch zweier Kulturen zu gedenken, die gerade
für die Landwirtschaft unseres Gebietes von größter Bedeutung sind
und gleichzeitig durch die ihnen folgenden industriellen Anlagen einen
starken Einfluß auf die lokale Verdichtung der Bevölkerung ausüben.
Das ist der Anbau von Rüben zur Zuckerfabrikation und die Tabakkultur.
Erstere tritt namentlich im ganzen Leinethal, in der Göttinger
und Northeimer Gegend, aber auch in der Umgebung von Duderstadt
und Uslar auf!). Groß ist in den gleichen Distrikten die Zahl der
Zuckerfabriken, an die ihre Produkte abgesetzt werden.
Ein großer Wert der Rübenkultur für die Landwirtschaft liegt
darin, daß sie infolge der nötigen intensiven und tiefen Bearbeitung
des Ackerbodens und der reichen Düngung die Ertragsfähigkeit des
Bodens nachhaltig steigert. Aus diesem Grunde eignet sie sich vortrefflich
 als Vorfrucht für Getreide und bei einer Ueberproduktion im
Rübenbau, wie sie sich gerade jetzt bemerkbar macht, würde in der
zeitweiligen Rückkehr zum Körnerbau kein Nachteil für die Landwirtschaft
 liegen”). Vorderhand aber hat die Rübenkultur in den genannten
 Bezirken manche früher stark gepflegten Kulturen, wie die der
Hülsenfrüchte und vieler Futtergewächse, stark zurückgedrängt. Letzteres
war auch in den heuärmereren Gebieten deshalb möglich, da die Rübenblätter
 und die bei der Zuckerfabrikation entstehenden Rübenschnitzel
ein gutes Viehfutter abgeben 3).
Der Tabak ist durch die Eigenart seiner mühevollen, viele Hände
in Bewegung setzenden Kultur und die bei seiner Verarbeitung beanspruchten
 zahlreichen Arbeitskräfte von ebenso großem Einfluß auf die
lokale Volksverdichtung. Die Hauptgebiete seines Anbaues verteilen
sich nach der Vorliebe der Pflanze für Schwemmlandboden*). So gehört
 vorzüglich das Leinethal von der Göttinger Gegend abwärts bis
Salzderhelden hierher, aber auch im Rhumethal und in der Umgebung
von Duderstadt wird reger Tabakbau getrieben, während im Weserthal
seine Fläche nur sehr gering ist°). Genauere Zahlenangaben hierfür sind®):

’) H.K.B. Gött. 1894/95; 1900/1. (Hier u. im folgenden H. K. B. — Handelskammerbericht.)

* J. Conrad, Grundri£ß d. pol. Oekonomie, Jena 1902, ILL, S. 95.
: Weser u, Kıns IV, 8, 85.
Darmstädter, Verbreitung des Tabaks. Halle 1896, S. 1.
Derselbe, S. 30.
H. K. B Gött. 1895, S. 41.