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E. Wagner,

Ueberwiegen industrieller Bevölkerung, wie im Kreise Osterode und
Holzminden, während sich in den Kreisen Göttingen, Münden und
Gandersheim beide Erwerbsarten ziemlich gleichstehen mit geringer
Verschiebung zu Gunsten der Industrie. In den anderen Bezirken herrscht
durchweg die Landwirtschaft vor. Als das am stärksten in dieser Beziehung
 erwerbsthätige Gebiet erscheint das zentrale Eichsfeld. Hier
im Kreise Duderstadt finden über 50% im Hauptberuf darin Beschäftigung
 und über 30% der gesamten Erwerbsthätigen betreiben sie
im Nebenberuf. Mit dieser starken Anzahl erwerbsthätiger Personen
geht hier indessen mit wenigen Ausnahmen die Rentabilität aus früher
angeführten Gründen keineswegs Hand in Hand, so daß ein großer Teil
der Bevölkerung gezwungen ist, seinen Erwerb außerhalb der engeren
Heimat zu suchen.
Blicken wir aber nach dem Südabfall des Eichsfeldes (Kreis Worbis),
ergiebt sich schon ein Rückgang der landwirtschaftlichen Bevölkerung
und ein Anwachsen der industriellen, trotz der dort im Leine- und
Wipperthal recht günstigen Bodenverhältnisse. Dies läßt schon jetzt
den vorläufigen Schluß zu, daß die dort auftretenden sehr hohen Dichtezonen
 von 150 und mehr Bewohnern auf 1 qkm andere Ursachen haben
müssen, die wir späterhin vorzüglich in der Verkehrslage dieses Bezirkes
finden werden.
Auf gleicher Stufe mit diesem südöstlichen Teile des Eichsfeldes
und seinen zentralen Partien nachstehend erweisen sich die Zahlen der
landwirtschaftlich Erwerbsthätigen für das Leinegebiet und die Bucht
von Einbeck. Die Konzentration städtischer und industrieller Bevölkerung
 in der Umgebung von Göttingen, Northeim und Einbeck erzeugen
auch hier wieder ein stellenweises schwaches Ueberwiegen der Industrie.
Ja, noch auf den das Leinethal zu beiden Seiten begleitenden Höhenzügen
 zeigen viele der Ortschaften eine Arbeiterbevölkerung von durchaus
 industriellem Charakter, die in den Städten des Thales ihre Arbeitsplätze
 haben. Daß aber Landwirtschaft von ihnen noch im Nebenberuf
betrieben wird, zeigen die hohen für die Kreise Göttingen und Northeim
hierfür geltenden Zahlen: 20,6 und 29,4 °% der gesamten erwerbsthätigen
Bevölkerung!). Aber auch hier ist die im Leinethal auftretende Volksverdichtung
 weniger den günstigen landwirtschaftlichen Bedingungen,
als vielmehr dem industriellen und daneben, wie wir noch sehen werden.
dem Verkehrsfaktor zuzuschreiben.
Das Zurücktreten landwirtschaftlichen Erwerbs in den Gebirgsgegenden
 zwischen Leine und Weser (Kreis Münden) kann nicht überraschen.
 Hier hat die Ungunst der Verhältnisse eine deutliche Auflockerung
 der Bevölkerung hervorgerufen und diese, soweit sie Landwirte
sind, auf eine mehr extensive, nur wenige Personen beschäftigende Landwirtschaft
 verwiesen. In den beiden Kreisen Uslar und Holzminden
erlangt der landwirtschaftliche Nebenbetrieb wieder einen starken Anteil
am Erwerbsleben mit 30,7 und 25,9% der erwerbsthätigen Bevölkerung?).
 Bei dem ausgesprochen industriellen Charakter gerade des

') Stat. d. D. R., N. F. 109. S. 2838 u, 241.
! Ebenda. S. 290 u. 675.