E. Wagner,
Uebelstände nicht ganz zu beseitigen vermocht. Bis zu welcher Leistungsfähigkeit
 bei günstigen Verhältnissen sich der Flußverkehr steigern
könnte, läßt sich aus Beobachtungen entnehmen, die in Jahren hohen
Wasserstandes und daher ungestörten Schiffahrtsbetriebes angestellt
wurden?), Es kommen nämlich dann nicht nur Güter aus dem Weserthal,
 den Provinzen Hannover, Hessen und Westfalen, sondern auch
Massengüter aus dem Herzogtum Braunschweig und der Provinz Sachsen
mit Vorteil auf dem Flusse nach Hameln und von da weiter nach
Bremen zur Verschifung. Es wäre also sicher zu erwarten, daß beständige
 Wasserstandsverhältnisse ein ausgebreitetes Hinterland für die
Weserschiffahrt erschließen und den Verkehr noch bedeutend schneller
zunehmen ließe, als bisher?). Den Umfang dieses Verkehrs für den
Zeitpunkt der vorliegenden Abhandlung veranschaulicht die folgende
für Münden geltende Zusammenstellung. Hiernach betrug die Zahl
der die Stadt berührenden Fahrzeuge — Weserkähne und Dampfer —
und der von ihnen beförderten Güter — meist Getreide und Baumaterial
 — 3;

Verkehrsrichtung

Stromauf .

Stromab .

18394

1895

18596

Zahl
der
am. | Taus.
Schiffel Tons

Güter

Zahl | Güter‘
‚ der
Schiffe] Taus,

Zahl
der
Schiffel

Güter

Taus.
Tons

142

25

QQ

5,6

057

52.3

143 | 2,0 | 91 | 1,7 | 252 | 14,9

1897
Zahl | Güfer
der
Schiffe

Taus.
Tons

831,1
270 | 11,9

In obiger Tabelle macht sich der günstige Einfluß des Fuldakanals
 bald nach seiner Eröffnung (1895) geltend. Allerdings wird
außerdem das Jahr 1896 als ein sehr günstiges bezeichnet, wo stets
ausreichender Wasserstand die volle Ausnützung der Ladefähigkeit gestattete*).
 Die starke Abnahme der beförderten Güter im darauffolgenden
 Jahre illustriert auf das deutlichste, wie groß die Schädigung der
Schiffahrt durch die schlechten Wasserverhältnisse ist.
Die zweite große Verkehrsstraße, die unser Gebiet durchzieht, ist
das Leinethal. Im Mittelalter, als die Weserschiffahrt noch eine
recht unsichere, stellenweise infolge mangelnder Flußregulierung sogar
unmögliche war, und auch das Weserthal an einzelnen Stellen seiner
geringen Breite und steilen Felsufer wegen eine dem Flusse selbst
folgende Straße nicht zuließ, zog sich ein großer Teil des von der
Nordseeküste kommenden Verkehrs von Hannover aus nach dem Leinethal,
 um so Süddeutschland (Frankfurt, Augsburg) und weiter Ober-D.

 R.ı,

') A. K. B Hannover 1894, S. 286 und 1896, S. 316.
?) Ebenda, N
°) Die Stromgebiete des Deutschen Reiches, Gebiet Weser, S. 12 in Stat. d.
N. F. 39 IIb 1901 und H. K, B. Gött. 1894—97,
‘) H. K. B. Gött. 1896, S. 81; H. K. B. Hannover 1896, S. 316.