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E. Wagner,

durch das Schwülmethal nach Bodenfelde und Karlshafen, und über
Dransfeld nach Münden genannt.
Diese Straßen „zweiter Ordnung“ übten ebenfalls einen starken
Einfluß besonders auf die an ihren Endpunkten gelegenen Orte aus,
gleichzeitig aber entwickelten sich auch die von ihnen durchzogenen
Siedelungen. Die Umgebung von Stadtoldendorf (56, 57, 58), Einbeck
(45), Dassel (54) und Uslar (47) verdankt dieser Einwirkung des Verkehrs
 zu einem großen Teile ihre dichtere Besiedelung, die bei Stadtoldendorf
 und Uslar 150 Bewohner auf 1 qkm nahezu erreicht, in den
anderen beiden Distrikten aber 100 überschreitet. Einige dieser Straßen
sind in der Neuzeit zu Eisenbahnen geworden, wie die mehr und mehr
an Bedeutung verlierende Linie Göttingen—Dransfeld—Münden!), und
ferner die Linie Northeim— Uslar—Bodenfelde und weiter durch Westfalen
 nach Düsseldorf. Die Bedeutung der Hauptlinie nach Westfalen
und dem Rhein, die schon bei Kreiensen das Leinethal verläßt (s. 0.),
vermag sie indessen nicht zu erlangen.
Bei Besprechung der Oberharzer Straßen hatten wir eines von
Braunschweig aus am Westrand des Gebirges nach Osterode und weiter
nach Nordhausen führenden Straßenzuges gedacht, von dem sich bei
Badenhausen die sogen. Nürnberger Straße abzweigte, um sich über
Duderstadt und Heiligenstadt südwärts zu wenden. Der das Eichsfeld
durchquerende Teil dieser Straße wird heute von der für die zentralen
Gebiete äußerst wichtigen Eisenbahn Wulften—Duderstadt— Worbis—
Leinefelde vertreten. Dazu gesellte sich nun ehemals von Duderstadt
ausgehend eine andere Handelsstraße, die sich über Worbis, Mühlhausen
nach Erfurt wandte, Hierdurch wurde Duderstadt zu einem wichtigen
Durchgangs- und Knotenpunkt für den Verkehr zwischen Erfurt und
Braunschweig. Diese Erfurt—Braunschweiger Straße suchte naturgemäß
 ebenfalls Verbindung mit dem Leinethal. Eine derselben benutzt
von Wulften aus das Rhumethal abwärts nach Northeim, dem Knotenpunkt
 der Straßen nach Einbeck und der Weser und der Hannover—
Frankfurter Straße, während eine andere durch das Gartethal nach
Göttingen führt, welche Richtung heute die von Göttingen bis Rittmarshausen
 in Betrieb befindliche Kleinbahn einhält. Wenn sich das
Projekt, sie bis Duderstadt fortzusetzen, verwirklicht, wird dieser alte
Verbindungsweg ganz durch einen Schienenstrang ersetzt sein, wie es
der ersterwähnte des Rhumethales schon lange ist.
Die Dichteverhältnisse des Eichsfeldes lassen noch heute den Verlauf
 der genannten Straßen erkennen. Ihnen folgen die hohen Dichtestufen
 von über 100 Bewohnern auf dem Quadratkilometer, wie sie das
Rhumethal (13) und die Umgebung von Duderstadt (16), von der sich
Ausläufer gleich hoher Dichte in die benachbarten Thäler erstrecken,
besitzen. Freilich hat Duderstadt die Bedeutung, die es ehemals als
Knotenpunkt hatte, verloren, da der nach dem Osten gerichtete Ver-')

 Der Verkehr beschränkt sich nur noch auf wenige Personenzüge und den
Güterverkehr. Schnellzüge benutzen die Strecke Göttingen—KEichenberg—München,
um der sehr starken Steigung bis Dransfeld zu entgehen. Die von Kassel kommenden
 Schnellzüge befahren allerdings diese Strecke, aber meist ohne zu halten.