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Diese interessante Erscheinung steht nicht vereinzelt da; so beberichtet
 z. B. Bruinsmal), daß in den Niederlanden die aus höheren
sozialen Schichten stammenden jungen Leute, wie Freiwillige, Ka-Jetten
 usw. größer sind, als die aus den niederen Schichten stammenlen
 Milizen; er führt dies größere Wachstum auf die bessere Ernährung
der ersteren zurück.
Bruinsmas Zahlen haben den Vorzug, daß sie sich auf junge
Leute des gleichen Lebensalters beziehen, während unser Material die
verschiedensten Lebensalter umfaßt. Die beim Aushebungsgeschäft
vorgestellten Leute gehören ja zum überwiegenden Teile dem 20. bis
22, Lebensjahre an, ältere sind nur in verschwindend kleiner Zahl
Jarunter — bei den zum einjährigen Dienst Berechtigten sind dagegen
prozentual bedeutend mehr ältere Leute vorhanden, aber auch die
jüngeren Altersklassen unter 20 Jahren, welche bei den sonstigen
Militärpflichtigen ganz fehlen, sind bei unserem Material in nicht zu
vernachlässigender Zahl vertreten. Wenn man daher auch daran
denken könnte, daß der stärkere prozentuale Anteil der größeren
Körperlängen durch das höhere Lebensalter der zum einjährigen Dienst
Berechtigten bedingt sein könnte, so würde deren Uebergewicht wohl
sicher durch die jüngeren Leute wieder ausgeglichen.
So kann man wohl mit einiger Sicherheit behaupten, daß tatsächlich
 die unserer Statistik zugrunde liegenden Militärpflichtigen
Aurchschnittlich recht erheblich größer sind, als die große Masse der
sonstigen im dienstpflichtigen Alter stehenden männlichen Jugend, und
man wird wohl auch bei uns den besseren sozialen Verhältnissen,
ınter denen die Schüler der höheren Schulen aufwachsen, insbesondere
ler besseren Ernährung, einen bestimmenden Einfluß zuschreiben
dürfen ®).

1) G. v. Bruinsma, De vermeedering van de lichnaamslenghe der mannejjjke
 bevolking von Nederland, Mil, Geneesk. Tijdschrift 1907, 5, 206.
2) Anm. bei der Korrektur: Auch Evert hat in seiner inzwischen erschienenen
 Arbeit „Die Herkunft der deutschen Unteroffiziere und Soljaten
 am 1. Dezember 1906“ (Zeitschr. des Königl. Preuß. Stat. Landesamtes,
Ergänzungsheft XX VI) die größere Körperlänge der Einjährig-Freiwilligen gegeniber
 den Mannschaften nachweisen können; die durchschnittliche Größe betrug
ei den ersteren 171,62, bei den letzteren 167,49 cm. Da Kvert gleichzeitig
nachweisen konnte, daß von den Einjährig-Freiwilligen verhältnismäßig wesentlich
mehr aus Mittel- und Großstädten stammen, als von den Mannschaften, andererseits
 die Körperlänge bei den in den genannten Städten Geborenen eine merklich
zrößere ist, als bei den vom Lande oder aus Kleinstädien stammenden, so ist in
diesen Verhältnissen vielleicht ein weiterer Faktor für das stärkere Wachstum der
zum einjährie-freiwilligen Dienst Berechtigten zu suchen.