89

Es ist bemerkenswert, daß das ganze nördliche Gebiet Bayerns
Unter-, Ober- und Mittelfranken sowie die Oberpfalz — die
wenigsten großen Leute hervorgebracht hat; es schließt sich mit
atwas höheren, aber immer noch erheblich unter. dem Gesamtdurchschnitt
 bleibenden Ziffern nordöstlich das Königreich Sachsen, dann
lie Provinz Schlesien und die Provinz Posen an; durch. besonders
niedrige Prozentzahlen der großen Leute zeichnen sich dann noch
aus. Berlin, Oberbayern, Schwaben und die Pfalz. Nur Niederbayern
hat unter den bayerischen Regierungsbezirken etwas mehr große
Leute aufzuweisen gehabt, doch sind gerade aus diesem Bezirk überhaupt
 verhältnismäßig wenige unserer jungen Leute gebürtig, so daß
die Prozentzahlen keinen Anspruch auf volle Zuverlässigkeit machen
können.
Demgegenüber haben die nördlichen Gebiete durchweg erheblich
mehr große Leute gestellt; interessant ist, wie sich ihr Anteil von
Osten nach Westen fast konstant vergrößert: Ostpreußen 26,0%,
Westpreußen 26,7 %,, Pommern 27,5%, dann Mecklenburg mit dem
höchsten Anteil von 36,1%, Schleswig-Holstein 31,5 %, Hansestädte
 32,9 %; im Westen nimmt dann der Prozentsatz von Norden
nach Süden wieder ab: Hannover einschl. Oldenburg und Braunschweig
 30,3 %,, Westfalen mit den beiden Lippes 28,5 %, Rheinland
 26,8 %, Hessen-Nassau 24,0 %,, G.-H. Hessen 24,0 %, dem die
anderen südwestlichen Staaten ziemlich gleichstehen, Württemberg
28,7 9%, Baden 22,6 %,, Elsaß-Lothringen 24,2 %,. Die mitteldeutschen
Gebiete endlich halten sich ziemlich gleichmäßig etwas unter dem
Gesamtdurehschnitt: Brandenburg 28,9 %,, Provinz Sachsen mit Anhalt
 23,3 %, die Thüringischen Staaten 23,7 %,.
Entsprechend in umgekehrter Reihenfolge stehen die Staaten
and Provinzen hinsichtlich ihres Anteils an den kleinen Leuten —
wenn auch die Reihenfolge nicht ganz innegehalten wird, sondern
infolge des wechselnden Anteils der mittelgroßen Leute gewisse Abweichungen
 zeigt.
Vergleicht man die Gruppierung der Staaten usw. nach dem Anteil
 der großen bzw. kleinen Leute mit derjenigen nach der Tauglichkeit,
 wie S. 66 angegeben, so erhält man im allgemeinen den Eindruck,
 daß die Gebiete mit wenig großen Leuten (Bayern, Schlesien,
Posen) auch hinsichtlich der Tauglichkeit ungünstig — und die Gebiete
 mit zahlreichen großen Leuten umgekehrt günstig stehen. Auch
hier kommen natürlich Abweichungen von dieser Regel vor, denn die
Tauglichkeitsziffer selbst wird in erster Linie durch den durchweg
überwiegenden Anteil der mittelgroßen Leute bestimmt.