VI. Beziehungen der Körpergröße zu anderen
Körpermaßen.

L,

Für die Beurteilung der körperlichen Rüstigkeit ist aber die
Körpergröße allein nicht ausreichend, sondern es bedarf dazu noch
der Kenntnis der Beziehungen zwischen Größe und der sonstigen
körperlichen Entwickelung.
Zahlreich sind die Versuche gewesen, bestimmte Relationen aufsufinden
 zwischen der Größe eines Menschen einerseits und gewissen
sicher feststellbaren Maßen des menschlichen Körpers andererseits,
um auf diesem Wege eine gewissermaßen mathematische Formel für
die Tüchtigkeit und insbesondere die militärische Tauglichkeit eines
Individuums zu erhalten.
Als solche Maße sind in erster Linie der Brustumfang und dann
das Gewicht in den Bereich ausgedehnter Untersuchungen gezogen.
Namentlich ist das Verhältnis von Brustumfang und Körpergröße
vielfach studiert und die aus diesen Studien gewonnenen Erfahrungen
haben auch zur Aufstellung bestimmter Forderungen an das gegenseitige
 Verhalten von Größe und Brustumfang geführt, welche als
Anhaltspunkte für die Beurteilung des Körperzustandes gelten können.
Es braucht an dieser Stelle nicht auf die ganze Entwicklung
dieser Fragen eingegangen zu werden; es sei in dieser Hinsicht auf
den Aufsatz des Verfassers!) über Körpergröße und Brustumfang
 bei tuberkulösen und nichttuberkulösen Soldaten hingewiesen,
 welcher das wesentlichste darüber und auch über die Grenzen
der Brauchbarkeit derartiger Untersuchungen enthält.
Daß alle bisherigen Versuche, auf diesem Wege ein gleichmäßig
verwertbares Verfahren zu gewinnen, zu keinem durchweg belriedigenden
 Ergebnis geführt haben, erhellt schon daraus, daß immer
wieder neue Formeln zu diesem Zwecke angegeben worden sind.

I) Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1906. Nr. 5.