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Es ergibt sich zunächst durchgehend, daß der Besuch der Schule
in der überwiegenden Mehrzahl bis zum 19. Lebensjahre währte, da
die Gymnasialbildung meist als Vorstufe des Studiums gewählt wird,
also die Schüler selten mit dem Zeugnis zum einjährigen Dienst abgehen.
 Dann zeigt sich in allen 4 Gruppen eine stetige Zunahme
der Augenfehler mit der längeren Dauer des Schulbesuches; und zwar
ist die Differenz zwischen Spalte 1 (bis 16. Lebenjahre) und Spalte 2
(bis 19.) größer als zwischen Spalte 2 und 3. Mit 19 Jahren ist
durchschnittlich die Prima erreicht, die Schädigung des Sehorgans
kann nun durch weitere Zunahme geistiger Anstrengung keine erhebliche
 Steigerung mehr erfahren.
Die Prozentzahlen in Gruppe 4, berechnet auf die Zahl der Abgefertigten,
 welche überhaupt Fehler des Sehvermögens hatten, hbeweisen
 von neuem, daß unter den Augenfehlern die Kurzsichtigkeit
am höchsten steht, und zwar, ohne Rücksicht auf Schulbesuchsdauer,
mehr als drei Viertel beträgt. Die Hyperopie und der Astigmatismus
werden häufiger nicht festgestellt sein, besonders, wenn die Sehschärfe
den Anforderungen genügte, oft wird aber Schielen auf bestehende
Hyperopie hingewiesen haben; Cohn fand z. B. unter 239 Hyperopen
‘bei 10 060 Schulkindern in Breslau) 158 = 66 %, Schielende. ;
Es läßt sich angesichts dieser Zahlen für die Verhütung der Zunahme
 vorhandener Kurzsichtigkeit die Frage ventilieren, ob es nicht
ratsam erscheint, daß kurzsichtige Gymnasiasten, deren Myopie bis
U IL dauernd anstieg, mit dem Zeugnis zum einjährigen Dienst
herauszunehmen und Berufszweigen zuzuführen, welche geringere Sehkraft
 beanspruchen. Man nützte den jungen Leuten, auch würde
mancher militärtauglich sein, welcher bei weiterem Schulbesuch durch
höheren Grad der Kurzsichtigkeit und sinkende Sehschärfe später
nach 1 D 25 oder 1 D 26 zum Dienste untauglich befunden wird. Es
wäre Aufgabe der Schulärzte, den Eltern dringend zu raten, im gesundheitlichen
 Interesse der Söhne ihrem Ehrgeiz zu steuern. Die
Kurzsichtigkeit ist eine Krankheit mit progressivem Verlauf in der
Schulzeit, wird aber leider gar zu oft als unvermeidliches Uebel behandelt.
Die Oberklassen der Gymnasien liefern die schädlichen Ursachen in
erhöhtem Maße, heute noch so wie früher, trotz palastartiger Neubauten
 nach hygienischen Regeln, trotz neuer Schulbanksysteme usw.
Es kommen ja auch die häuslichen Räumlichkeiten in Betracht, in
lenen von den Schülern der höheren Klassen. oft fast ebenso lange täglich
zearbeitet wird wie in der Schule selbst.
Es bleibt in erster Linie die anhaltende Naharbeit unter unyünstigen
 Verhältnissen, Platz, Beleuchtung, Körperhaltung, Kopl-