138

Studiums an. Letztere sind nicht gerade geringer zu veranschlagen,
jedenfalls nicht geeignet, vorhandenes Uebel in kurzen Jahren auszugleichen.
 Bei den Kaufleuten, welche häufig in früheren Altersjahren mit
lem Zeugnis der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst abgehen,
 ist die Bureauarbeit von 6—10 stündiger Dauer nicht viel
weniger schädlich.
Die hohen Prozentzahlen in Spalte 1 zeigen deutlich die Nachwirkung
 der Schädlichkeiten von der Schule her, in Spalte 2 bemerkt
man eine Abnahme wie eine Reaktion, aber leider ist es keine
lauernde Besserung.
Nach den Zahlen in Spalte 3 und 4 (Zwischenzeit über 4 Jahre)
warten die meisten jungen Leute mehrere Jahre nach beendetem
Schulbesuch mit der Erledigung ihrer militärischen Dienstpflicht, oft
sind sie noch zu jung, zu schwach oder schieben es aus anderen Gründen,
z. B. des Berufes, hinaus. Wer sich sofort meldet, weiß meist, daß
er dienen muß oder überhaupt nicht militärtauglich beurteilt werden
wird. Diejenigen, welche sehr lange Zeit, über 5 Jahre warten, haben
oeim Studium oder kaufmännischer Tätigkeit die Augenfehler nicht
selten verschlechtert; daher sind wohl die Zahlen in Spalte 4 der
Prozentzahlen bei Gruppe 1, 3 und 4 hoch, aus demselben Grunde
»ei Gruppe 2 (volle Sehschärfe) gering.
Es entspricht diesen Erwägungen, daß die Prozentzahlen bei
Kurzsichtigkeit, berechnet uf die Zahl der Abgefertigten, welche
Fehler des Sehvermögens hatten, in Spalte 1—4 am höchsten sind.
Nur in Gruppe 3 (Sehschwäche auf beiden Augen) ist ein langsames
Ansteigen mit der Länge der Zwischenzeit zu bemerken, ein Beweis
lafür, daß, wenn beide Augen an Sehkraft einbüßen, die ersten, gewiß
anstrengenden Jahre im Beruf bzw. des Studiums, mit ihren hohen
Anforderungen an das Sehen die Verhältnisse eher verschlechtern als
oessern. In den 3 anderen Gruppen sind viele mit voller Sehschärfe
enthalten, auf einem oder beiden Augen, mit oder ohne Korrektur,
Jaher die Unregelmäßigkeit in den Zahlen, welche die Zwischenzeit
berücksichtigen. Die höheren Zahlen in Spalte 4 geben vielleicht
noch ein Bild für die Erfahrung, daß auch nach beendeter Schulzeit
im Beruf, auch nach Jahren, Augenfehler nicht abnehmen, Vorsicht
and Rücksicht, Behandlung und Verhütung ebenso wenig geübt und
zepflegt werden als zuvor, sogar noch weniger, da hygienische Maßaahmen
 im Berufsleben der gebildeten Stände oft am schwersten
Eingang finden.