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nicht in ihrer Heimat die Schule besucht haben, weil die Eltern den
Wohnsitz verlegten. Einige haben ihren Wohnsitz vielleicht sogar
mehrfach gewechselt. Bei den Familien, aus denen die Schüler
höherer Lehranstalten stammen, ist sogar eine Versetzung häufiger,
z. B. Offiziere, Beamte, Richter; Kaufleute, Besitzer, Gewerbetreibende
pflegen seBßhafter zu sein, da der Beruf sich mehr und bisweilen
gänzlich an die Oertlichkeit bindet.
Noch mehr kommt dieser Fehler in den Jahren nach dem Besuch
 der Schule zur Geltung; der Besuch der Universität ist meist ein
Abschied von der heimatlichen Scholle.
Trotzdem sind einige bemerkenswerte Erwägungen bei dieser
Statistik möglich; wenn man z. B. die Ergebnisse der Untersuchungen
auf Kurzsichtigkeit bei Schülern und Studenten verschiedener Nationen
prüft, so ergibt sich für deutsche Pflanzstätten der Bildung ein sehr
ungünstiges Resultat. Es ist dies begründet durch die hohen Anforderungen
 auf deutschen Schulen und den emsigen Fleiß der Schüler.
An Rassenunterschiede muß man weniger denken; nur eine auffallende
Differenz stellte Kirchner?) fest, daß die Juden, wegen ihrer körperlichen
 und geistigen Frühreife, besonders zur Kurzsichtigkeit, auch zu
höheren Graden derselben neigen.
Man kann ferner geltend machen, daß innerhalb des Deutschen
Reiches die Stätten der Kultur, der Wissenschaft, der Industrie, die
Großstädte mehr Augenfehler, besonders Kurzsichtigkeit, bei der Schuljugend
 höherer Lehranstalten finden lassen als jene Gegenden, in denen
Landwirtschaft, Schiffahrt, Handel und Gewerbe erblühen. Die bevölkerten
 Gegenden sind ebenfalls ungünstiger gestellt, da die Schulen
überfüllt, die hygienischen Verhältnisse schlechter sind.
Im folgenden findet sich eine tabellarische Uebersicht, wie sich
die Fehler des Sehvermögens, wie sich besonders Kurzsichtigkeit in
den einzelnen Bundesstaaten, Provinzen, usw. verteilen. Am Schlusse
sind Preußen und Bavern mit den anderen Staaten in Vergleich
gezogen.
Die Kurzsichtigkeit und ihre Verbreitung in den einzelnen Staaten
und Provinzen rangiert nicht in gleicher Weise, wie die Fehler des
Sehvermögens im ganzen bezüglich ihrer Verbreitung; cs schließt sich
daher noch eine Tabelle III an, aus welcher die Verbreitung der
Myopie in ansteigender Linie ersichtlich ist.
Der Inhalt der vorstehenden Tabelle findet sich in graphischer
Darstellung auf den Karten Nr. VI und VIT wiedergegeben.

1) Kirchner, Zeitschrift für Hygiene. Ba. VIL 1889.