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ersten Anfang und ihre eigentliche Ursache vor der Schulzeit ge-10mmen
 haben.
Bei der Kurzsichtigkeit, welche nach Zahl und Grad am meisten
in das Gewicht fällt, ist diese Frage besonders schwer zu beantworten,
 weil das Uebel oder — besser gesagt — die Disposition
nicht selten von den Eltern vererbt ist. Die Heredität in der Lehre
‚on der Aetiologie der Kurzsichtigkeit ist oft behandelt; es gibt
statistische Zahlen über Augenbefunde bei Eltern und Kindern, doch
sind alle derartige Untersuchungen leicht lückenhaft und mit Vorbehalt
 zu gebrauchen; oft sind die Resultate auf Grund von Aussagen
der von Fragebogen zusammengestellt.
Man kann wohl kaum mehr als das eine mit einiger Sicherheit
annehmen, daß weniger das Leiden selbst als die auf anatomischen
Kigentümlickeiten beruhende Prädisposition vererbt wird; erst durch
Naharbeit in der Schule kommt das Leiden auf Grund bestehender
Disposition zur Entwickelung. Cohn!) rechnet ererbte Myopie in
diesem Sinne auf etwa 10% ,?2). Nur die Naharbeit, mit starker
Konvergenz verbunden, welche mit übermäßiger Annäherung der
kleinen Objekte wächst, ist und bleibt für die Entwicklung der
Myopie das auslösende wichtigste Moment. Die Kurzsichtigkeit ist
also, mittelbar, zurückzuführen auf andauernde Naharbeit, wie sie
am umfangreichsten das Lesen und Schreiben in der Schule mit sich
bringt; indessen kann gleichwertige Berufsarbeit, z.B. Feinmechanik,
Uhrmacherei u. dgl. erwiesenermaßen ebenfalls zur Kurzsichtigkeit führen
‘Tithographen 45 °%,, Schriftsetzer 51 %). Bleibt so die Hauptschuld
 an den Augen- bzw. Brechungsfehlern der Jugend auf der
Schule mit ihren schädlichen Einwirkungen für das Sehvermögen
sitzen, so entsteht die weitere Frage, welcher Art diese Schädlichkeiten
 sind und welche hauptsächlich in Betracht kommen. Die
Statistik ergab eine Steigerung der Kurzsichtigkeit in den Klassen;
nach diesem Befunde müssen neben allgemeinen Schäden noch besondere
 hinzukommen. Es werden die folgenden Erörterungen sich
naturgemäß in erster Linie und vornehmlich auf Myopie beziehen, da
lie Hypermetropie in der Jugend durch die kräftige Akkommodation
gedeckt wird, der seltene Astigmatismus in geringem Maße zunimmt
and in den vorhandenen Formen bei der gleichzeitigen Sehschwäche
meist sorgfältig korrigiert und behandelt wird. Die Myopie stellt ja
nach der Statistik auch 76 °%, aller Augenfehler dar.

1) Cohn, A., 1. c.
2) Genaue statistische Untersuchungen, nach gleichen
würden zur Klärung dieser bedeutsamen Frage vieles beitragen.

Gesichtspunkten,