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Man hat mit Recht geltend gemacht, daß die mangelhaften
Schulbauten, welche den hygienischen Anforderungen oft wenig entsprechen,
 zu beschuldigen sind. Die Ueberfüllung der Klassen, unyenügende
 Beleuchtung der Arbeitsplätze, schlechte Schulbänke, in
denen ein ungesunder Sitz mit schiefer Körperhaltung, Kopfhaltung,
ein Aufliegen gegen die Schreibtischplatte kaum zu vermeiden sind,
werden hervorgehoben; auch die künstliche Beleuchtung in Form
Äackernder, offener Gasflammen wird mit Nachdruck getadelt. Es
wurden Messungen vorgenommen und auf Grund statistischer Krhebungen
 Vorschläge bautechnischer Art für Schulbauten ausgearbeitet,
welche sich auf Lage, Zahl und Größe der Fenster, Anstrich der
Wände, Umgebung der. Schulgebäude, künstliche Beleuchtungsarten
usw. bezogen. Den Anforderungen der Aerzte gaben die Schulbehörden
 allmählich nach; pädagogische Rücksichten wurden mit
hygienischen Grundprinzipien in Einklang gebracht. Die Schulbankindustrie
 nahm große Formen an; aus dem Streit um die zweckmäßig
 ste Vereinigung der vier Hauptpunkte: Differenz, Distanz, Bankhöhe,
 Tischneigung sind brauchbare und praktische Subsellien entstanden.
 Es wurde bei Neubauten auch nicht an Mitteln gespart,
so daß wir in neuerer Zeit bisweilen von Schulpalästen sprechen
können. Auf die Hörsäle der deutschen Universitäten und Hochschulen
 fand die fortschreitende Schul- und Bauhygiene sinngemäße
Anwendung.
Florschütz hat vergleichende Untersuchungen angestellt und
fand in den neuen Schulbauten gegenüber den alten eine Abnahme
der Myopie, in Bürgerschulen von 12 und 14% auf 4 und 7°%%;
Schmidt-Rimpler verglich die Resultate von Untersuchungen in
/wei hygienisch sehr verschiedenen Gymnasien in Frankfurt a. M. und
Fulda, v. Hippel untersuchte die Schulen des Gießener Gymnasiums
vor und nach dem Neubau der Anstalt, Kirchner verglich in Berlin
zwei hygienisch verschiedenartige Schulen, alle drei Autoren haben
den günstigen Einfluß bautechnischer Verbesserungen auf die Entstehung
von Augenfehlern bestätigt. Greeff verglich in Berlin das Schülermaterial
 des Friedrich-Werderschen, Wilhelms- und Gymnasiums zum
rauen Kloster und fand trotz hygienischer Differenzen keine erheblichen
 Unterschiede für die Myopie 32, 30, 30 %,, dagegen waren in
der letztgenannten Lehranstalt mit mangelhafter Beleuchtung die
(ırade der Kurzsichtigkeit größere. KEs hat aber auch an Beispielen
nicht gefehlt, welche bei Vergleichen diesen Satz nicht bestätigen
konnten (Cohn, Stilling). Man soll auch bei Vergleichen sehr vorsichtig
 sein, subjektive und objektive Methoden der Untersuchungen