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Es trifft also für die Schulen 1) und 2) eine erhebliche Steigerung
der Anstrengungen für die Augen zu.
Ein weiteres Moment ist noch die Art der Korrekiur durch
Brillengläser, welche sehr oft falsch, unzureichend, unzweckmäßig ist.
Die Brillen werden oft zu schwach gewählt, in der irrigen Absicht,
die Augen zu schonen, ohne ärztlichen Rat, während gerade die Vollkorrektur
 das beste Mittel ist, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit
zu vermeiden, Auch in Form der Brillengestelle, Handhabung der
Brillen, Sitz derselben, Zentrierung der Gläser wird viel gefehlt. Die
Grundsätze der rationellen Brillenverwendung werden zum Nachteil
der Schüler in sträflicher Weise vernachlässigt,
Am schlimmsten aber ist der Nachteil der vorübergehenden
Ueberanstrengung vor den Examina, Cohn hat mit Recht den Begriff
der Examens-Myopie konstruiert; für die höheren Lehranstalten war
festzustellen, daß bei einer sofortigen Meldung zum Waffendienst nach
beendetem Schulbesuch die Prozentzahl für Kurzsichtigkeit hoch war,
in der zweiten Rubrik (2—3 Jahr Zwischenzeit) die Abnahme nicht
anerheblich war; man vergleiche die Tabelle auf S. 153.
Gegen die erwähnten, hauptsächlichen schädlichen Ursachen sind
die Faktoren, Geburtsörtlichkeit, Klima, Rassenunterschiede del. gering
zu veranschlagen.

11. Ueber Verhütungsmaßregeln gegen die Ausbreitung der
Augen- bezw. Brechungsfehler bei den zum einjährig-freiwilligen
Dienst berechtigten jungen Leuten.
Die bisherigen Arbeiten über die Verbreitung der Brechungsfehler
bei Schülern und Studenten haben zur Genüge die Notwendigkeit bewiesen,
 daß gegen dies Uebel mit allen Mitteln energisch vorzugehn
und sein Entstehen zu verhüten ist. Es fanden diese Bestrebungen
auch seitens der Behörden ihre Unterstützung; Kaiser Wilhelm II hat
1890 bei dem Beginn der Sitzungen einer Schulreformkommission gerade
auf die Kurzsichtigkeit der Schüler mit ernsten Worten hingewiesen und
selbst beherzigenswerte Vorschläge gemacht.
Es sind auch im Laufe der Jahrzehnte viele Reformen und Vervesserungen
 eingeführt, neue Schulbauten entstanden, mit hellen
Arbeitsplätzen, guter künstlicher Beleuchtung, praktischen Schulbänken:;
der Bücherdruck ist größer geworden; Schulärzte haben ihre umfangreiche
 Tätigkeit aufgenommen. Trotzdem glaube ich, sind von allen
diesen Neuerungen nachweisbare, statistisch festzulegende Umwandlungen
 noch nicht zu erwarten; es beweisen die Zahlen unserer
Tabellen dies zur Genüge. Wenn man festhält, daß die Disposition