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zur Kurzsichtigkeit vererbt werden kann, so läßt sich naturgemäß der
greif bare Erfolg hygienischer Maßnahmen erst nach Generationen erhoffen.
Ich übergehe die Einzelheiten der zahlreichen Vorschläge, Anordnungen,
 Reformen auf schulhygienischem und pädagogischem Gebiete,
 weil dies Thema gar nicht im Rahmen der vorliegenden Arbeit
liegt, sondern bringe nur einzelne, allgemeine Gesichtspunkte.
Es ist ein Haupterfordernis, daß sich Eltern, Lehrer, Aerzte verständigen
 und den Kampf gegen das Uebel gemeinsam aufnehmen.
Eltern mögen schulärztliche Ratschläge nicht als Druck oder Kontrolle
mit gekränkter Empfindlichkeit abweisen; Lehrer die Schulhygiene in
ihre pädagogische Ausbildung aufnehmen; Aerzte sollen unermüdlich
dieser Riesenarbeit sich unterziehen, mit ihren Vorschlägen sich uber
auch in den Grenzen des Erreichbaren halten. Da auf den Universitäten
die Kurzsichtigkeit oft noch weiter sich steigert, so muß auch hier ein
planmäßiges Vorgehen gesichert werden; eindringende Belehrung wird
in rechter Form bei den Studierenden meist auf guten Boden fallen.
Ueberhaupt ist Belehrung in Wort und Schrift bei dem Laienpublikum
von großem Werte, in klaren, eindringlichen Sätzen, ohne gerade
dadurch Unruhe und Aengstlichkeit hervorzurufen,
Bei der Auswahl des Berufes ist, wenn Augenfehler vorliegen,
der Haus- oder Schularzt zu befragen; olt ist der Besuch der Schule
bis O.I dringend abzuraten, ebenso das Studieren, um eine progressive
Kurzsichtigkeit nicht weiter ‚zu steigern und dauernden, erheblichen
Schaden zu vermeiden.
Die Schüler sind schon beim Eintritt auf ihre Sehkraft und mitgebrachte
 Augenfehler zu prüfen, besonders schwächliche, skrofulöse,
rachitische. Nachprüfungen, Kontrolluntersuchungen, besonders bei
Augenfehlern, sind unerläßlich, die Ergebnisse sind listenmäßig zu
registrieren. Brillen sind ärztliche Verordnungen; über Handhabung
derselben sind die Schüler zu belehren.
Da ohne Zweifel Naharbeit, Schreiben und Lesen, die Entstehung
der Kurzsichtigkeit begünstigt, so ist diese tunlichst einzuschränken;
ich erwähnte bereits, daß fremde Sprachen die meiste Arbeit über
Buch und Heft erfordern. Nach Förster!) schrieb ein Quartaner im
Ilalhbiahr

lateinische Arbeiten .
französische
deutsche Bm m ß
Rechenaufgaben

zu Hause in der Schule
178 Seiter 4 Seiten
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|) Förster, Archiv für Augenheilk. 1885. S. 295.