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Es sind Pausen ohne Arbeit nötig, Ferien wirklich als solche auszunützen,
 damit sich die Augen, besonders die Akkommodationsmuskeln,
erholen können. Die häuslichen Arbeiten sind einzuschränken, der
Schwerpunkt des Lernens muß in der Schule liegen; für Spiel,
Mahlzeiten, Schlaf muß dem Schüler die erforderliche Zeit bleiben.
Damit komme ich auf die wichtigste Maßregel allgemeiner Natur,
auf die sorgfältigere Ausbildung des Körpers mehr Bedacht zu
nehmen. In der Schule gibt es nur das Turnen als Aequivalent zur
geistigen Ausbildung, aber es ist zu knapp bemessen. Dürr!) hat
Zahlen als Beweis gegeben: Vom 10. bis 19. Jahre hat der Schüler
in Deutschland ca,. . . . 20000 Arbeitsstunden 650 Turnstunden
in England ca... . . . . 16500 % 4500 ”
in Frankreich ca. :; .... . 19000 „ 1300 ie

Neuerdings hat sich auch Rudersport auf Schulen und Universitäten
 eingebürgert; jegliche körperliche Bewegung, besonders im Freien,
ist von Vorteil, z. B. auch Spiel, Schwimmen, Spaziergänge, Wanderungen,
 Radfahren, Reiten, Fechten, Ruder-, Segelsport, Schlittschuhlaufen
 usw. Die Treibhauserziehung in den Stuben führt zu zarler
Konstitution, auf deren Basis, zumal in den Jahren des Wachstums,
sich jegliche Körperfehler schneller entfalten, bei vorhandener Prädisposition
 sich ein Augenfehler um so leichter entwickeln kann.
Die deutsche Jugend auf Schulen und Universitäten muß den Bücherfleiß
 vereinen mit der Stählung des Körpers, dann wird auf Grund
eines gesunden Organismus mit festen Geweben auch die Kurzsichtigkeit
 geringer werden. Der gesamte Erfolg einer Erziehung von
Körper und Geist wird, wenn letztere planmäßig, nach bestimmten
Grundsätzen und Prinzipien, ohne eine partielle Veberanstrengung,
ohne Wetteifern nach Höchstleistungen geschieht, der Jugend in der
Schule und der akademischen Jugend stets von großem Vorteil sein.
Berufstüchtigkeit und Tauglichkeit zum Waffendienst werden zunehmen,
im Interesse aller beteiligten Faktoren.
Im Kadettenkorps, welches in diesem Sinne seine Arbeitspläne
entwirft, fand man in den Jahren 1882—87 an durchschnittlich
1896 Schülern nur 25 pCt. Kurzsichtigkeit; es waren hierbei die
schwächsten Grade mitgezählt; auf der Kriegsschule angestellte Untersuchungen
 ergaben (1889), daß von allen kurzsichtigen Offiziersaspiranten
 35 pCt. im Kadettenkorps, 65 pCt. in anderen Lehranstalten
 ausgebildet waren.
Auch sind die Vorteile guten Sehvermögens, klaren weitgehenden

1} Dürr, Le. S. 73.