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Es hieße, einen Abriß der gesamten Hygiene hier geben, wollte
man versuchen, die Frage erschöpfend zu behandeln.
Abgesehen von der gesundheitlichen Ueberwachung der Kinder
vor dem schulpflichtigen Alter, von der Heranziehung eines gesunden
and widerstandsfähigen Nachwuchses — wobei wohl schon der Säuglingsernährung
 keine untergeordnete Rolle beizumessen ist — stehen
in erster Linie natürlich die Bestrebungen auf schulhygienischem
Gebiete in des Wortes weitester Fassung. Licht und Luft für
die Schulklassen, in denen die Kinder mehrere Stunden des Tages
hintereinander zuzubringen gezwungen sind, richtige Verteilung von
Arbeit und Erholung, dauernde Ueberwachung der Körperhaltung und
vieles mehr — alles Forderungen, die ja heutzutage eigentlich als
selbstverständlich gelten, auf die immer erneut hinzuweisen aber nicht
ganz überflüssig sein dürfte. Daß neben der geistigen Ausbildung
die körperliche Fortbildung, das Turnen und ein vernünftiger Sport
nicht vernachlässigt werden soll, braucht ebenfalls kaum gesagt zu
werden — es sei aber auf das gesperrt gedruckte Wort besondere
Betonung gelegt, denn jede Uebertreibung von sportlichen Uebungen,
welche nicht die harmonische Durchbildung des ganzen Körpers bezwecken,
 sondern in der mehr oder minder einseitigen Ausbildung
einzelner Körpergeschicklichkeiten bestehen und wohl gar in der Erreichung
 von Höchstleistungen gipfeln, können gerade in den Jahren
der Entwicklung mehr Schaden als nützen. Daher dürften auch
Wettbewerbungen, so sehr sie der Liebe und Begeisterung zur Sache
dienen können, nur mit großer Vorsicht und unter Anpassung der
zu erreichenden Ziele an den Grad der möglichen Leistungsfähigkeit
 der Teilnehmer zuzulassen sein.
Von hoher Bedeutung würde auch die weitere Ausdehnung der
Einrichtung der Schulärzte auf die höheren Schulen und eine tiefer
gehende Vertrautheit des Lehrerpersonals mit den allgemeinen hygienischen
 Grundsätzen und Forderungen sein. Wenn ja auch wohl die
Tätigkeit der Schulärzte in den Kreisen, aus denen sich die höheren
Schulen rekrutieren, in vielen, ja den meisten Fällen durch die im
allgemeinen bessere häusliche Beaufsichtigung und die größere Aufmerksamkeit,
 welche den Kindern im Elternhause gewidmet wird, ersetzt
 wird, so bleiben doch sicher noch manche Fälle übrig, in denen
ein Eingreifen von schulärztlicher Seite nicht unangebracht wäre.
Ein weiteres Eingehen auf diese schulhygienischen Forderungen
an dieser Stelle erscheint um so weniger erlorderlich, als Nicolai
bereits ım Abschnitt VII diese Dinge näher berührt und ausführlicher
jesprochen hat.