190

Hierzu kommen nun aber, und nicht an letzter Stelle, Maßnahmen
 zur gesundheitlichen Förderung der männlichen
Jugend nach dem Verlassen der Schule. Wir sind damit zu
einem Gebiet gelangt, auf dem bisher wohl mit am wenigsten getan
ist, auf dem aber Aenderungen der bestehenden Verhältnisse und
Verbesserungen ganz besonders notwendig sind.
Es liegt allerdings in der Natur der Sache, daß eine Fürsorge
in sozialhygienischer Hinsicht gerade für diese Zeit auf ganz besondere
Schwierigkeiten stößt, zumal die Lebensverhältnisse der von den
Schulen kommenden jungen Leute je nach dem ergriffenen Beruf,
nach Neigungen und Gewohnheiten sehr verschieden sind und eine
sinheitliche Beurteilung unmöglich machen.
Erfreulicherweise hat sich ja auch auf diesem Gebiete im Laufe
der Jahre schon manches: geändert, namentlich ist die Bedeutung von
körperlichen Uebungen als Gegengewicht gegen die doch meist angestrengte
 geistige Arbeit mit ihrem Mangel an Bewegung immer
mehr erkannt — aber gerade hier gilt ganz besonders das bereits
oben Gesagte über das Maßhalten bei allen sportlichen Betätigungen
und die Vermeidung von allen Ueberanstrengungen; ob z. B. nicht
ain gut Teil der zahlreichen Herzstörungen auf. Ueberanstrengungen
beim Radfahren, Wassersport usw. zurückzuführen sind, dürfte jedenfalls
 ernster Erwägung wert sein.
Für viele der hier in Betracht kommenden Gesichtspunkte wird
ja eine Einwirkung zum Besseren sich im wesentlichen auf die Erziehung
 zu einem gesundheitsgemäßen Leben, auf eingehende Belehrungen
 und die Verbreitung allgemeinhygienischer Kenntnisse
beschränken müssen. Aber auch manche praktisch-hygienische Maßnahmen,
 z. B. auf dem Gebiete des Wohnungswesens, der Arbeitsräume
 usw. dürften in Frage kommen.
Es würde zu, weit in das Gebiet sozialer Probleme führen,
wollte man alle Faktoren auch nur erwähnen, welche auf die‘ Gestaltung
 der Gesundheitverhältnisse der der Schule entwachsenen gebildeten
 männlichen Jugend von Einfluß sein können.
Daß es sich bei dieser ganzen Frage nicht nur um militärische
Interessen handelt, sondern um die wichtigsten Güter des Gesamtvolkes,
 kann niemand leugnen.
Mens sana in corpore sano — wenn das Wort irgendwo
Geltung hat, so ist es ganz besonders für den unserer Statistik zugrunde
 liegenden Teil der Bevölkerung der Fall, der als Träger der
höheren Bildung berufen ist, auf allen Gebieten des öffentlichen und