S$ 3. Charles Fourier und seine Schule. Charles Fourier ist der geistige Urheber des droit au travail. Er hat dieses Wort zum ersten Male in seiner Schrift Thö6orie des quatre mouvements et des destinges generales (1808) angewendet !), ohne sich jedoch damals eingehend damit zu befassen. Erst in seinem Hauptwerke, dem „Traite de Association domestique-agricole“ hat er das droit au travail näher erläutert, Wie Fourier zu diesem Begriffe gelangt ist, soll aus der folgenden Darstellung hervorgehen. Fourier schätzte alle politischen Formen äusserst gering und verdammte jeden Versuch gesellschaftlicher Verbesserungen auf rein politischem Gebiete. Besonders spöttelte ‚er über die allgemeinen Menschenrechte der französischen Revolution 2), die den besitzlosen Klassen nicht den geringsten Nutzen ge- bracht hätten. Vergleiche man den jetzigen Zustand — Fourier nennt ihn stets höhnisch „Civilisation“ — mit dem der Wildheit, so zeige sich, dass der Wilde viel mehr Rechte besessen habe, als der — „bourgeois civilis&, Der Wilde habe sieben natürliche Rechte (sept droits naturels) ausgeübt und zwar die der Jagd, des Fischfangs, des Früchtesammelns, der Weide ®), das Recht der Bestehlung fremder Horden, das Recht 1) Die betreffende Stelle lautet: p. 270: S’ils (darunter sind die Philosophen gemeint, die Fourier bei jeder Gelegenheit verspottet) traitent des Droits de l’homme, ils oublient „de poser en principe“ le Droit au travail, qui ä la verit@ n’est pas Arulsile en Civilisation, mais sans lequel tous les autres sont inutiles. 2) Fourier, Traite de V’Association, Paris, 1822, Tome T, p. 236: Notre sitcle a sp6cule de meme sur les droits de l’homme; on s’est massacr6 pour le obtenir et on ne les connait pas. Vgl. auch Churoa, Kritische Darstellung der Sozialtheorie Fourier’s, Braunschweig, 1840, p. 61. 3) Diese vier sind die „droits cardinaux“.