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        <title>Die Viehzucht Jugoslawiens</title>
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            <idno>1937810526</idno>
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        <pb n="1" />
        Ökonomischer Nachrichtendienst

Die Viehzucht Jugoslawiens

Beograd 1932

coahe des Institutes zur Förderung des Auss“nhandels.

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        <pb n="2" />
        ha,

&amp;lt;&amp;lt;

Ökonomischer Nachrichtendienst

Die Viehzucht Jugoslawiens

Beograd 1932

; Ausgabe des Institutes zur Förderung des Aussenhandels.
        <pb n="3" />
        )

Bd
Zäb
zo07
        <pb n="4" />
        Vorrede

Über Viehzucht und Viehhandel wird Tag um Tag
viel gesprochen, verhandelt und geschrieben, doch selten
 nur wird der Gesamtkomplex dieses Gegenstandes
voll erfaßt und behandelt; man beschränkt sich auf
diesen oder jenen Zweig der Viehzucht, diesen oder ienen
 Artikel des Viehhandels. Das Viehzuchtproblem ist
indessen auch keine leichtzunehmende Sache, vielmehr,
insbesondere vom kommerziellen Standpunkt betrachtet,
verwickelter denn manches andere und erfordert sohin
langdauernde mühevolle Arbeit, vornehmlich das Studium
 der einzelnen Absatzmärkte, die häufig hundertfältigen
 Einflüssen unterworfen sind.
Auch das vorliegende Büchlein, »Die Viehzucht
Jugoslawiens« betitelt, erhebt nicht den Anspruch, den
Gegenstand im vollen Umfange und gründlichst behandelt
 zu haben; es hat einzig nur die bescheidene
Aufgabe, jedem Interessenten der Viehzucht und des
Viehhandels Jugoslawiens eine kurzgefaßte Übersicht
über den zahlenmäßigen Stand und die
Entwicklung der Viehzucht in Jugoslawien
 sowie ein Bild des Viehhandelsverkehrs
 und aller Viehprodukte auf rein informativ-statistischer
 Grundlage zu bieten. Daher ist auch in
diesem Büchlein jede Aufzählung der Rassen, die hier
gezüchtet werden wie jener, deren Züchtung empfehlenswert
 wäre, vermieden, ebenso die Erwähnung von
Maßregeln, die eventuell zur Besserung dieses oder
jenes Absatzgebietes vonnöten wären, denn dies würde
den Rahmen dieser Publikation ausschließlich informativen
 Charakters überschreiten,
        <pb n="5" />
        Um jeder Einwendung, jeder üblen Beurteilung ob
der Beschränkung vorweg zu begegnen, wäre noch
hervorzuheben, daß die vorliegende Broschüre nur die
Haussäugetiere im engsten Sinne des Wortes berücksichtigt,
 wohingegen Geflügel, Wildbret und Fische wie
deren Produkte — die in vielen Zolltarifen (auch im
jugoslawischen) unter den Begriff Viehzucht eingeordnet
 erscheinen — hier#nicht besprochen sind. Zudem
beinhaltet die Geflügelzucht allein gerade für Jugoslawien
 ein so wichtiges Problem, daß sie eine eingehendere
Sonderäbhandlung heischt, daher im Rahmen dieser
Broschüre wohl kaum gebührend berücksichtigt werden
könnte.
        <pb n="6" />
        Oben: Rindermarkt in der Woiwodina,
Unten: Mastvieh des Gutes Predovie, Zagreb
        <pb n="7" />
        Allgemeines über die Viehzucht
Jugoslawiens.

Für Jugoslawien als überwiegendem Agrarland ist
die Viehzucht von ganz außergewöhnlicher Bedeutung,
denn sie bietet mit ihren Produkten nicht allein Nahrung
und Bekleidung der Bevölkerung, sondern auch das
Nutztier zu Felderbearbeitung und aus den reichen Überschüssen
 einen geeigneten Ausfuhrartikel. Daher wurde
auch seit jeher in allen Gebieten, die das heutige Königreich
 Jugoslawien bilden, der Viehzucht besondere Beachtung
 zugewendet und man war bestrebt, sie durch
rationelle Zucht und Veredlung zu heben, was auch in
einigen Landstrichen in beachtlichem Maße gelungen ist.
Heute, in den Tagen der Weltweizenkrise, ist die
Bedeutung der Viehzucht neuerlich in den Vordergrund
getreten, ähnlich wie in den sechziger Jahren des vorigen
 Jahrhunderts, als infolge des Auftretens Rußlands
mit seinen Agrarprodukten auf den nordwestlichen
Absatzmärkten Europas die Weizenproduktionskrise
behoben war und diese Länder in der Viehzucht ihren
Ausweg und ihre Zuflucht suchten und fanden.
Allerdings sind infolge der allgemeinen Krise die
Viehpreise sowie jene der Viehprodukte gleichwie die
Getreidepreise aufs Minimum gesunken, doch werden
sie sich unbedingt wieder bessern.
Fhe wir zur eingehenden Aufzeigung des Standes
der Viehzucht in Jugoslawien übergehen, wollen wir ein
Bild der Viehzucht Europas bringen, um so das Wertmaß
 zu schaffen für die Viehzucht Jugoslawiens als
solcher. Den zahlenmäßigen Stand der Viehzucht in den
einzelnen europäischen Ländern nach den neuesten Daten
 zeigt nachstehende Tabelle auf.
        <pb n="8" />
        ZAHLENMÄSSIGER HAUSTIERSTAND IN DEN EINZELNEN
EUROPÄISCHEN LÄNDERN.
Mau!tiere
u. Esel Rinder Schweine

Staat
Belgien 1930 245.971
Bulgarien 1926 482.180
Deutschland 1930 2,520.000
Dänemark 1929 521.000
Estland 1929 205.406
Finnland 1927 395.968
Frankreich 1928 2,936.020
Griechenland 1928 66.000
Grussbritannien
 und 19831 1,549.000
Irland
Holland
[talien
Jugoslawien
Lettland
Litauen
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Russland
Spanien
Schweden
Schweiz
Tschechoslowakei
 1930 749,635 2.494 4,547.993 3,087,618 831.451 1,080.204
Ungarn 1981 864.571 5.398 1.813.894 8,714.635 1,440.409 234.037

— 1,758.654 1,929,488 i— —
212.371 2,265 655 1,002.089 8,739.769 1,260.647
19.000 18,431.000 23,365.000 3,502.000 2,578.090
— 3,031.000 5,473.000 235.000 24.000
— 604.616 279.439 474.730 —
— 1,871.865 417.723 1,268.173 11,021
115.980 15,005.080 6,016.940 10,415.010 1 872.200
193.000 957.000 416.000 6,920.000 8,920.009
8,800 11,320.000 3.816.300 28,745.800 241.400

1930 297.000 2.352.000 1990.000 484.000 131.000
1930 967.406 8.901.958 3,157.434 9,896.038 1,191.701
1930 1,161.235 3,849.659 2,923.862 7,953.139 1,731.430
1930 359.000 1,026.300 572.700 872.000 —
1925 497.000 1.339.800 1,488.000 1,455.000
1930 182.401 1,220.875 389,709 1,654.448 293.258
‚8931 250 000 2.322.000 2,100.000 372.000 200,00
1930 4,095.151 — 09,288.898 6 818.059 2,717.068
1925 30.100 824.700 767.900 1,117.400 3 683.800 1,557.700
‚930 1,939.000 14.000 6,789.000 3,000,000 18,000.000 40.000
:930 31,200.000 — 52,600.000 12,200.000 89,900.000 —
1928 634.500 2,147,400 3,436.100 5,076.000 12.941.000 419.000
1930 728.000 — 2.736.000 1,756.000 1,568.000 113.000
1930 140.023 4.484 1,609.073 640.100 245.800 330.000

Indessen gewährt auch diese Tabelle kein hinreichend
 klares Bild, das man annähernd erhält, wenn
man die Zahl des Viehstandes in den einzelnen Ländern
mit deren Oberfläche und Bevölkerungszahl
kombiniert, woraus sich folgende Vergleichsziffern ergeben:


Rinder
auf

Pferde Schweine
auf auf
4 100 1 100
km? Seel. km? Seel.

Schafe Ziegen
auf auf
1 100 1 100
km* Seel. km? Seel.

Staat
Belgien 57.7 21.8 8.0 3.0 64.0 23.9 &amp;gt; 8 —
Bulgarien 21.9 37.7 4.6 38.0 9.7 10.6 84,7 183.0 12.2 21.1
Dänemark 70.4 85.3 11.8 14.6 12,7 154.1 5.4 6.6 0.5 0.6
Deutschland 39.0 28.2 5.3 3,8 49.4 35.7 74 2,5 5.4 0.4
Estland 12,7 54.8 4.3 18.5 5.8 25.1 9.9 42,8 Si —
Finnland 4.5 45,5 1.0 10.2 1.07 10,7 5.5 835.2 0.02 0.2
Frankreich: 27.2 35.8 5.3 7.0 10.9 14.3 18.9 24.9 2.4 32.8

i 100
km? Seel.
        <pb n="9" />
        Rinder Pferde Schweine Schafe
arf auf auf auf
1 100 4 100 x 100 1 100
Staat - km? Secl. km? Seel. km? Seel. km”? Seel.
Griechenland 6.4 15.1 0.4 1.0 2.8 6.6 46.5 10.9
Grossbritannien
und Irland
Holland
[talien
Jugoslawien
Lettland
Litauen
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Russland
Spanien
Schweden
Schweiz
Tscheclh0oslowakei
 32.0 30.8 5.3 5.0 21.9 29.9 5.9 5.6 7.6 7.4
Ungarn 19.5 21.0 9,3 9.9 29,22 381.2 15.5 16.8 0.2 0.2

Ziegen
auf
1 100
km? Seas].
26.6 62.2

36.4 23.0 12,8° 7,7 932.6 58.6 0.7 0.4
38,7 29.6 58.2 25.1 14.1 6.1 3.8 1.6
22.2 17.0 3 10.1 76 31.9 23.8 3.8 2.8
15.5 27,3 + 9.7 11.7 20.9 32.0 58.5 6.9 12.4
15.5 54.0 5.4 18,8 8.6 30.1 13.2 45.9 = o—
24.2 61.6 3,9 22.8 "6.9 68.3 26.3 86,8
83.7 43.4 0.5 64 1.0 12.0 5.1 58.8 0.9 10.4
25.7 33.0 3.3 40.3 17,5 22.5 7.1 9.1 4.5 5.8
24.1 30.1 10.5 18.1 17.5 21,8 6.9 8.7
7.2 11.5 J.3 0.4 12.1 16.7 40.0 55.2 16.0 23.8
22,9 37.6 5.5 10.7 10.1 166 44.2 7286 0.1 0,2
12.5 45.3 4 28.6 2,9 10.5 21.3 80.0 z—
8,8 16.5 42 2.9 10.0 23.7 25.6 55.8 0.8 1.9
6,1 46.3 16 12.3 83,9 29,7 3.4 26,5 0.2 1,9
38.9 39.5 3.3 34 15.0 15.7 5.9 60.3 7.9 8.1

Aus diesen Vergleichsziffern von 25 europäischen
Staaten erhellt, daß die jugoslawische Viehzucht zahlenmäßig
 die Mitte einnimmt. .
Stand und Entwicklung der Viehzucht Jugoslawiens
in den letzten: zehn Jahren erhellen aus untenstehender
Tabelle, zu der noch zu bemerken wäre, daß die Ziffern
 für das Jahr 1921 sich auf dem in diesem Jahre
amtlich verlautbarten Verzeichnis gründen, während die
Daten in den übrigen Jahren auf sogenannter Schätzung
beruhen. Die Entwicklung gestaltete sich folgendermaßen:


V

i

Jahr
1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

8 t g
Schweine Ziegen
3,373.041 1,552.759
3,887.020 1,801.409
2,496.723 1,730.204
2,517.955 1,718.368
2,802,355 1,810.669
2,806.182 1,721.263
2,369.848 1,738.958
2,662.790 1,750.006
2,674.800 1,803.574
2.923.862 1.731.430
Soviel im allgemeinen; die Entwicklung der einzelnen
 Zweige der Viehzucht — insbesondere die Ausfuhr
— wird in den folgenden Kapiteln aufgezeigt.
m
        <pb n="10" />
        Rinderzucht.

Von allen Tiergattungen stehen ihrer Bedeutung nach
nicht nur für Jugoslawien selbst, sondern auch in Hinsicht.
 der Ausfuhr die Rinder an erster Stelle. Die
zahlenmäßige Bewegung des Rinderstandes in: Jugoslawien
 in den letzten zehn Jahren zeigt folgende Übersicht
 auf:

Jahr

Rinder
Stück
1,960.397
1,058.419
3,869.985
3,784.267
3 768.135
3,706.019
3,729,343
3.654.261
3 728.038
3812172

Büffel
Stück
51.483
31.938
31.717
28.626
27.431
31.519
30.980
32.116
36.846
37.847

1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

Wie aus obiger Übersicht zu ersehen, ist die Rinderzahl
 sozusagen eine beständige und weist von Jahr zu
Jahr nur einen ganz unbedeutenden Zuwachs auf. Nach
dem im Jahre 1921 durch Zählung festgestellten Stande
ist d’e Rinderzahl sogar im Rückgang. doch wurde das
qualitative Niveau des Rindes in diesem Zeitraume be-‚deutend
 gehoben.
Auf die einzelnen Banate verteilte sich die Rinderzahl
 folgendermaßen:

Banat
Save
Vardar
Drina
Donau
Drau
Vrbas

Jahr 1929
Rinder Büffel
305.566 5
183.781 33.506
166.214 9
403.466 543
385.880 —
153.493 156

Jahr 1930
Rinder Büffel
821.738
155.624
502,700
106.347
388.522 —
357.817 134

Auf
1km?
Rinder

Auf 100
Seelen
Rinder

22.1
11,8
13.4
‘7.0
24.3
17.0

31.6
28.0
29,7
17.6
34.7
35.7
        <pb n="11" />
        Oben: Simmentaler Stier. In der Mitte: Kuh der podolischen Rasse.
Unten: Scheckiges Rind des Donau-Banalts.
        <pb n="12" />
        Jahr 1929 Jahr 1930
Banal Rinder Büffel Rinder Büffel
Zeta 343.644 794 379.088 631 12.3 41.6
Morava 307.277 1.814 313.943 1.725 12.0 216
Küstenland 178.717 19 186.393 20 9.2 21.6
Wie aus dieser Tabelle ersichtlich, ist die Verteilung
zwischen den einzelnen Banaten eine ziemlich ungleiche,
 doch bedingt durch Ungleichheit von Boden und
Klima. Zur allgemeinen Charakteristik ließe sich anführen,
 daß die nördlichen Banate reicher an Großvieh,
die südlichen reicher an Kleinvieh sind.
Die Rinder-Ausfuhr in den letzten zehn Jahren
yestaltete sich folgendermaßen:

Auf Auf 100
1 km? Seelen
Rinder Rinder

Die gesamte Rinder-Ausfiuhr betrug im

Jahre:

Qi nke

in 1000 Din

Mill. GokMdinar

1921 108.214
1922 105.385
1923 206.513
1924 168.100
1925 114.949
1926 141.839
1927 151.078
1928 114.545
1929 112.428
1930 137.751

235.478
333.799
345.980
745.324
120.206
366.344
368.208
291.780
283.559
321 564

30.6
23.4
49.9
32.2
36.6
33.4
33.5
26.3
25.8
29.5

Zusammen 1.360.782 4.412.242

391.2

Diese Ausfuhr verteilte sich auf die einzelnen
Länder wie folgt (in 1000 Dinar):

Italien

Österreich

Giechenland

die übrigen
Länder

Jahr

Stück Din
921 8.208 8.816
1922 14.657 46.250
1923 39.006 171.594
[1924 19,368 87 427
1925 11108 42.355
1926 8.657 25.011
1927 6.599 18,878
1928 8.016 22277
1929 7.539 19.330
1930 2.039 7.190
Zusam- —_ En I  ——
men 666.065 2.086.601 360.472 1,178.321 211.065 498.154 114.192 449.123
        <pb n="13" />
        Hinsichtlich der einzelnen Rinderarten betrug*
die Ausfuhr: ;

Jahr

1925
1926
1927
1928
1929
1930

Kälber und Kalbinnen:
Gesamtausfuhr: Hievon ausgeführt — Stück — nach:
den
Griechen- übrigen
land Ländern

Stück

5.059
32.187
32.705
18.327
17.682
23.658

7.201
34.908
28.362
21.484
23.892 °
22.732

1.616
3.674
1.714
5.752
11.378
21.329

2,027 2.416 —
1.439 23.717 339
3.488 27.394 109
5.154 6.915 491
1.742 4.244 328
1.860 466 3

Ochsen:

Jahr

1928
1929
1930

Gesamtausfuhr:

Hicvon ausgeführt — Stück — MAC
Öster- Griechen- übrigen
reich land Ländern
172.243 26.259 20.075 9.544 3.780
173.122 38.699 7.485 11.754 3.911
188.797 63.204 4.323 2.472 1.737

Stück

59.758
61.849
71.736

Stiere —

Kühe — Büffel:

— Stück — nach:
den
in 1000 Öster- Griechen- übrigen
Din Italien reich land Ländern
1928 36.460 89.053 12.266 16.722 3.827 3.645
1929 32.887 86.546 ‚16.424 8.480 4.683 2.017
1930 42.357 110.095 ‘ 31.746 7.454 1.858 1.302

Der wichtigste Rinder-Exporteur aus Jugoslawien
war Italien, das in den letzten zehn Jahren von
(1921—1930) von der Gesamtausfuhr (1,360.782 Stück)
allein 666.065 Stück oder durchschnittlich 66.600 Stück
jährlich oder in Prozenten ausgedrückt 50% ausführte.
Ebenso war Jugoslawien nicht nur ein konstanter, sondern
 auch einer der stärksten Rinderlieferanten Italiens,
wie aus den folgenden Daten der italienischen Statistik
ersichtlich ist. ;

* Alle Jahre und Differenzierungen zu bringen, war nicht. möglich,
da sie die Zollstatistik nicht besonders ausweist,

0
        <pb n="14" />
        Die Rindereinfuhr nach Italien in den letzten sechs
Jahren:

Ochsen
Stiere
Kühe
Jungstiere
Kalbinnen‘

1930.

1929,

92.507 58.433
2.562 3.595
35.369 32.538
57.497 141.414
77.698 120.672

1928. 1927.

1925.
26:563 26.788 24.276
727 1.067 331
11.006 11.690 8.537
22.848 11.508 8.174
26.569 11.099 09.472

41.080
3.041
19.016
25.179
102.367

Zusammen 265.633 265.702 190.683 87.713 62.144 50.790

Von dieser italienischen Einfuhr entfallen auf:
1930. 1929. 1928. 1927. 1926. 1925.
Österreich 2,566 1.830 309 503 864 1.823
Frankreich . 23.616 143.694 38.456 35.726 115
Jugoslawien 110.641 66.191 28.671 30.869 43.497
Holland 2.278 8.814 1,637 4.591 3.371
Rumänien 38.242 1.108 —
Schweiz - 1.835 4.711 3.185 2.027
Ungarn - 77.064 29,937 7.850 12.387
die übrigen
Länder 9:390 9.417 575 1.610 4.652 2.508
Zusammen 265.633 265.702 190.683 87.713 62.144 50.790
Aus obigen Daten ist klar ersichtlich, daß Jugoslawien
 nach Frankreich (indessen eine sehr -‚umbeständige
 und unregelmäßige Ausfuhr) der stärkste
Rinder-Exporteur auf den italienischen Markt ist. In
jüngster Zeit tritt Ungarn als ernster Konkurrent auf
dem italienischen Markt auf; die Zukunft wird erweisen,
ob dies eine vorübergehende oder dauernde Erscheinung
 ist.
Nach Italien ist Österreich der stärkste Rinder-Exporteur
 aus Jugoslawien. Welche Stellung die Rinderausfuhr
 ("aus Jugoslawien nach Österreich einnimmt,
ist aus der allgemeinen FEinfuhrübersicht Österreichs
zu.ersehen; die Beschickung des Wiener Marktes
 als dem maßgebendsten — in den letzten drei Jahren
 — ist nachstehend ausgewiesen:

11
        <pb n="15" />
        Zugeführt wurden. aus:
Österreich selbst
Rumänien
Ungarn ;
Jugoslawien*
Tschechoslowakei
Zusammen

1929
32.262 45.818 36.804
58.718 45.766 21.482
39.431 30.071 30.274
20.143 8.343 6.396
7.208 3.787 5.227

1928

157.759 © 144.275: 127.907

Von den einzelnen Rindergattungen wurden aus
Jugoslawien in den Jahren 1926—1930 auf den Wiener
Markt gebracht:

Jahr‘

1926
1927
1928
1929
1930

Ochsen

Stiere

Kühe

Büffel

14.038 6.363 3613 5
23.913 10.819 7.427 29
7.216 9.611 3.310 6
3.016 4.351 936 40
1.327 4.368 682 19

Zusammer

24.209
42.188
20.143
8,343
6.396

Nach obigen Angaben steht Jugoslawien in‘ der
österreichischen Rindereinfuhr an dritter Stelle, d. i
nach Rumänien und Ungarn, die eine doppelte bzw, dreifläche
 Einfuhr nach Österrreich aufweisen. Zu dieser
betrüblichen Tatsache gesellt sich ein bedeutender Rückgang
 der jugoslawischen Rinderausfuhr auf den österreichischen
 Markt. Dieser Rückgang kann durch den
verringerten Fleischverbrauch in Österreich infolge
verringerter Kaufkraft und der Deckung des Verbrauches
 aus den eigenen Viehbeständen nicht hinlänglich
 begründet werden, da der Rückgang in diesem
Falle weit unter die Relation fällt und heute kaum ein
% der Ausfuhr vor fünf Jahren erreicht,
Ein wichtiger Markt für Rinder aus Jugoslawien
ist auch Griechenland, woselbst regelmäßig ein
Fünftel. der Gesamtausfuhr aus Jugoslawien: abgesetzt
würde, doch ist diese Ausfuhr im Jahre 1930 sehr be«*

* Zwischen ‚der jugoslawischen und österreichischen Statistik
 — wie im allgemeinen zwischen den fremdländischen
Statistiken —. bestehen Differenzen in der Einfuhrzahl.

12
        <pb n="16" />
        Oben u. unten: Graubraunes 5 Hausrind.
In der Müte: Hausrind/sog. Busa.
al
eisen
        <pb n="17" />
        deutend eingeschrumpft. Die griechische Rindereinfuhr
in den letzten zwei Jahren betrug auf Grund der offiziellen
 griechischen Daten:
Staat 1929
Türkei 9.352
Bulgarien 16.118
Jugoslawien 19.228
Rußland 14.066
Albanien 3.173
Die übrigen 1.568

1980

1.921
1.570

Insgesamt: 63.685 48.479
Wie man sieht, ist die Rinderausfuhr nach Griechenland
 im Jahre 1930 gegenüber 1929, und auch den vorangegangenen
 Jahren, auf ein Viertel des bis dahin beständigen
 Kontingents gefallen, Es ist wohl die gesamte
Rindereinfuhr aus den übrigen Staaten nach Griechenland
 gefallen, doch relativ in geringerem Maße. Die
Ursache des Rückganges der jugoslawischen Rinderausfuhr
 nach Griechenland liegt hauptsächlich darın, daß
Jugoslawien der türkischen Konkurrenz wegen der hohen
 Transportspesen nicht gewachsen war. Die für den
griechischen Markt bestimmten Rindertransporte werden
 ausschließlich mit Eisenbahn über Gijevgielija nach
Saloniki geleitet, dessen Markt für Stadt und Umgebung
kaum ein Viertel oder gar nur ein Fünftel des ausgeführten
 Viehs aufzunehmen vermag, während der
überwiegende Rest per Schiff nach Athen — Piräus gelangt,
 woselbst infolge der Emigration nach dem griechisch-türkischen
 Kriege aus Kleinasien eine große Bevölkerungsanhäufung
 besteht, daher namhafter Verbrauch
 von Rindern und Rinderprodukten gewährleistet
ist. Die Türkei hingegen bringt ihr Vieh auf dem Seewege
 auf den griechischen Markt und ist infolge der geringeren
 Transportspesen in der Lage, mit seinen Preisen
Jugoslawien erfolgreichst zu konkurrieren.
Schließlich: der einst für die Rinderaufnahme aus
Jugoslawien wichtige tschechoslowakische Markt ist
heute kaum erwähnenswert. Der Tschechosloi3
        <pb n="18" />
        wakei ist es trotz allen Bemühungen, seine V’ehzucht
zahlenmäßig zu heben, nur gelungen, den Vorkriegsstand
zu erreichen. (Im Jahre 1913 insgesamt 4,596.000 Stück
— im Jahre 1930 4,547.522 Stück). Daher ist die Tschechoslowakei
 gezwungen, größere Rindermengen einzuführen,
 obwohl die Bestrebungen dieses Staates
dahingehen, diese Einfuhr zu drosseln. Die Eınfuhr in
die Tschechoslowakei in den letzten Jahren berırug wie
folgt (Stück):

Aus
Polen
1925 168.364 11.635 99.192
1926 77.013 5.356 36.961
1927 28.798 6.793 2.170
1928 22,009 5.142 268
1929 98.911 2.605 26.834
1930 104.838 367 25.000

Jahr

Gesamt- Aus Jugoeinfuhr
 slawien

Aus
Rumänien

Aus
Ungarn

Aus den
übrigen
Staaten

"7.566 7.261 6.710
775 2,180 781
4.485 2.376 2,974
13.172 1.189 2.238
43.393 14.345 11.644
49.802 26.000 3.669

Laut den obigen Daten war Jugoslawien nur in den
Jahren 1925 bis 1928 in stärkerem Maße an der Versorgung
 des tschechoslowakıschen Marktes mit Rindern
(rund 7—24 Prozent) beteiligt, um später von diesem
Markte völlig abgedrängt zu werden, wohingegen den
übrigen Staaten ermöglicht war, ihre Positionen, obwohl
 mit bedeutenden Abänderungen, konstant zu halten.

14
        <pb n="19" />
        Schweinezucht.

Nach der Rinderzucht folgt ihrer Bedeutng nach
die Schweinezucht, die in Jugoslawien bereits seit
undenklichen Zeiten gepflegt wird, da alle günstigen
Voraussetzungen hiefür vorhanden sind; zudem bestand
bis vor dem Kriege die Möglichkeit leichten und guten
Schweineabsatzes auf allen mitteleuropäischen Märkten.
Der Krieg indessen hat, wie auf vielen anderen Gebieten
so auf diesem, einen durchgreifenden Umschwung hervorgerufen.


Die Nachkriegsentwicklung der Schweinezucht ist
nachstehend aufgezeigt; es gab im

Jahre

1921
1922
1923
‘924
925
926
927
1928
1929
1930

3,373.041
2,887.020
2,496.723
2,517.955
2.802.355
2,806.182
2,369.848
2,662.790
2,674.800
2.923.862

Stück

+

+
„
ei

9
‚4

In Hinsicht auf Flächenraum und Bevölkerungszahl
entfallen in Jugoslawien auf 100 ha 13.5 oder auf 100 Finwohner
 28 Stück Schweine. Diese Zahl ist relativ gering,
gemessen an dem Flächenraum Jugoslawiens und seiner
Einwohnerzahl und absolut unzulänglich gegenüber den
günstigen Bedingungen, die das Land eben der Schweinezucht
 bietet (Reichtum an Mais, Bucheln und Eicheln,
günstige klimatische Verhältnisse usw.). Viele Länder,
kleiner als Jugoslawien nach Flächenraum und Einwohnerzahl,
 weisen eine viel stärkere Schweinezucht auf, u.

15
        <pb n="20" />
        zw. (Ungarn, Dänemark usw.). Die Anzahl der Schweine
in den einzelnen Jahren variiert, was seine Ursache im
geringeren oder reicheren Maisertrag in den einzelnen
Jahren hat.
Die einzelnen Banate wiesen folgenden Stand auf:

Banat

1928

1929

1930

Auf
| km?

Auf 100
Seelen

Donau
Save
Drina
Drau
Morava
Vrbas
Vardar
Küstenland
Zeta
Wie diese Tabelle zeigt, weist das Donaubanat den
größten Reichtum an Schweinen auf, dann folgen das
Savebanat, das Drinabanat usw. Wem die landwirtschaftlichen
 Verhältnisse in den einzelnen Banaten nur
einigermaßen bekannt sind, der weiß, daß dieses Zahljenverhältnis
 vollkommen normal ist und dem Charakter
der einzelnen Banate entspricht.
Die Schweineausfuhr aus Jugoslawien erhellt aus
nachstehender Tabelle:

384.407 774.437 812.492 26.9 35.1
548.137 595.468 617.067 16.7 23.6
381.708 354.016 437.248 ‘4.7 25.2
251.534 292.758 307.369 ‘8.9 21.4
270.554 246.262 280.000 10.6 19.2
L78.399 156.083 186.467 2.1 18.4
145.891 132.683 144.618 3.7 8.7
86.200 67.461 71.766 3.6 8.1
37.743 55.461 66.226 2.2 7.2

Jahr

Konpfzahl

Tonuen

Wert in Din

Wert in
Golddinar

1921
1922
1923
1924
[925
1926
1927
1928
1929
1930

219.554
117.401
140.441
86.183
70.226
297.870
421.147
220.619
224.901
248.393

055
71

209,251.054
220 518.510
448,150.485
271.364.210
123,541.375
339,314.440
518 042.296
323 567.532
335 141.550
285.195.062

27.2
15.4
26.4
18.9
10.7
31.8
47.1
29.1
30.5
25.2

44

8

a
„x.

787
142.114
22,062
22.402
24.839

Insgesamt:

2.046.735 204.677 3.074,086.514 261.3

‚6
        <pb n="21" />
        Oben: Mangalicza-Schwein des Donau-Banats.
Unten: Weisses Mangalicza-Schwein aus Slawonien.
        <pb n="22" />
        Daher wurden aus Jugoslawien in den letzzen zehn
Jahren 2 Millionen Schwe.ne ausgeführt — durchnschnittlich
 200 000 Stück jährlich — ‚m Werte von rund 3 Milliarden
 Papierdinar oder 1500 Papierdinar je Stück.
Der obige Wert der Gesarta.sfuhr umgerechnet in
Gold, nach dem durchschnittlichen Dinarkurs in den einzelnen
 Jahren, ergiebt ca 2,5 Millionen Golddinar,
was dem Werte von 130 Dinar _durchschnittlich
 für das Stück zu je 100 kg Gewicht entspricht.
Diese Ausfuhr hätte unbedingt größer sein können, und
müssen; sie bFleb gegenüber der Vorkriegsausfuhr aus
den einzelnen Gebieten, wie aus nachstehendem ersichtlich.
 weit zurück.

1907 1908 1969
Serbien 14.825 11.216 20.262
Kroatien 171.684 153.898 201.378
Bosnien 8.851 10.751 26.118
Zusammen: 195.360 175.865 247.758

Berücks.chtigt man hiebei, daß in den ‚obigen Zahlen
die Ausfuhr aus Slowenien und der Woiwodina (mangels
besonderer ‚statistischer Daten) fehlt, ferner, daß aus
Serbien in dem angegebenen Zeitraum mehr geschlachtete
 als Lebendschweine ausgeführt wurden — denmn
Serbien hat in der Zeit von 1901 bis 1907 jährlich durchschnittlich
 100 bis 145.000 Stück ausgeführt — so wird
offenbar, daß das gesamte Schweine-Ausfuhrkontingent
aus Jugoslawien kaum die Höhe erreicht. die vor dem
Kriege Kroatien allein aufwies, sohin müßte und könnte
die Ausfuhr gegenüber der bisherigen verdoppe!t
werden.
Die Märkte, die den überwiegenden Teil der aus
Jugoslawien ausgeführten Schweine aufnahmen, sowie
deren Gesamt-Ausfuhr in den Jahren 1921—1930 weist
die nachstehende Uebersicht auf.

17
        <pb n="23" />
        im Jahre
1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

Gesamtzahl
219.554
117.401
140.441
86.183
70.226
297.870
421.147
220.619
224.901
248.303

auf
Österreich

38.450
32.014
99.172
53.736
12.831
234.876
323.071
145.396
155.683
200.692

auf auf
6. 8. R. Italien
14.920 3.100
68,376 670
38,487 963
28.292 2.583
25.641 689
58.782 1.412
94.402 2.179
52.775 8.012
40.001 12.409
25.551 5.944

Wie man also sieht, sind Oesterreich, die Tschechoslowakei
 und Italien die Hauptabnehmer für Schweine
jugoslawischer Provenienz; der unbedeutende Rest
wurde in einige andere Staaten (Im Jahre 1921 und 1922
war Deutschland großer Käufer von Schweinen aus Jugoslawien
 mit 157.500 bezw. 14.525 Stück, doch ist in
den späteren Jahren die Ausfuhr nach Deutschland vollkommen
 versiegt. Im Jahre 1930 trat die Schweiz wieder
 als stärkerer Käufer — 8.955 Stück — auf, doch
können beide Fälle nur. als sporadisch betrachtet werden.)
 ausgeführt. Oesterreich ist ein besonders starker
Käufer und Verbraucher von Schweinen und zwar nicht
nur solcher aus Jugoslawien, sondern auch aus einigen
anderen Ländern. Seine Einfuhr an Schweinen in den
letzten sechs Jahren betrug:

Jahr:

1925
1926
1927
L928
1929
1930

bis 110 kg Gewicht über 110. kg Gewicht
243.529
393.812
350.142
309.115
422.071
512.896

Insgesamt
806.004
901.663
834.312
822.795
771.759
737.450

_ Auf die einzelnen Staaten verteilt sich diese Einfuhr
iolgendermaßen:

i8
        <pb n="24" />
        die übrigen
Jugoslawien Rumänien Polen Ungarn Länder
Jahr bis über bis über bis über bis über bis über
110 ke 110 kg 110 kg 110 kg 110 kg

1925 6.800 37,755 16.120 100.392
1926 67.184 159.740 25.704 90.500
1927 86.392 187.541 140.941 105.084
1928 19.942 112.098 29.978 85.846
1929 25.748 126.068 12.133 39,582
1930 20.664 170.278 5.632 35.189

526.675 31981
364.616 42.720
326 370 30.064
548.179 63.985
283.784 132.518
169.534 164.978

8.054 72.634 1.598 694
15.368 98.535 3.432 2.309
13.246 50.796 697 653
10,813 38.112 124 679
27.551 123.038 172 812
98.703 118.760 2673 3.614

Vergleiche und Überprüfungen obiger Daten führen
zu folgendem Schluß: Polen beherrscht den österreichischen
 Schweinemarkt, den es sich durch besonderen
Vertrag und Kontingent gesichert hat.
Polen, das hauptsächlich Fleischschweine (unter
110 kg) ausführt, hat bisher dieses sein ganzes Kontingent
 nach Stückzahl nicht ausgenützt, doch war es bestrebt,
 je schwerere Ware auf den Auslandsmarkt zu
bringen und hat in dieser Hinsicht Jugoslawien, das
bisher in der Ausfuhr. schwerer Schweine (über 110 kg)
eine stärkere Position innehatte, zu gefährden und zu
verdrängen begonnen. Als Belieferer des Österreichischen
 Marktes folgt nach Polen unzweifelhaft Jugoslawien,
 das allerdings neben der polnischen auch mit der
ungarischen und rumänischen Konkurrenz zu kämpfen
hat. Die Stellung Rumäniens gegenüber jener vor einigen
 Jahren ist wohl geschwächt, und es verschwindet
allmählich vom österreichischen Schweinemarkt; dagegen
 beiestigt Ungarn seine Stellung stets mehr und
mehr, da es gleich Polen im Wege der Kontingentierung
 bemüht ist, ein je größeres und stärkeres Placement
 seiner Schweine auf dem österreichischen Markte
zu sichern. Im Jahre 1930 traten auf dem Österreichischen
 Schweinemarkt als Lieferanten bishin unbekannte
Länder auf, so Deutschland mit 21.307 Fleisch — und
913 Fettschweinen; Holland mit 1.548 und 16; Dänemark
mit 1.383 und 712 usw. Die Zukunft wird indessen erweisen,
 ob Jugoslawien in diesen Ländern nur ein fallweiser
 oder dauernder neuer Konkurrent erwachsen ist.
Fin weiterer Markt zur Aufnahme von Schweinen
aus Jugoslawien, doch von geringerer Bedeutung denn

+ 8

a
        <pb n="25" />
        jener Oesterreichs, ist die Tschechoslowakei.
Auch: dieses Land hat in seinen Bemühungen, die eigene
 Schweinezucht höchst möglichst zu heben, nur
teilweisen Erfolg gehabt (von 2,539.201 Stück im Jahre
1925 auf 2,776.215 Stück im Jahre 1930) und ist daher
genötigt, einen großen Teil des Schweinebedarfes durch
Einfuhr zu decken. Die Tschechoslowakei hat ‚in den
letzten sechs Jahren folgende Mengen eingeführt:

Jahr

‚3

1925
1926
1927
1928
1929
(930

430.608
433.870
578.250
353.640
797.431
537.561

Stück

+
RS

Die Schweineeinfuhr in die Tschechoslowakei ist,
wie aus vorstehendem ersichtlich, sehr veränderlich,
doch kann man sagen, daß sie im Durchschnitte jährlich
über 500.000 Stück erreicht. Auch auf diesem Markte
herrschen betreffs der Länder, die ihn versorgen,
ähnliche Verhältnisse wie auf dem österreichischen —
nur ist hier die Stellung Jugoslawiens eine viel schwächere,
 und verschlechtert sich stets mehr und mehr,
statt sich zu bessern.

Auf den tschechoslowakischen. Markt haben im
Zeitraum 1925 bis 1930 eingeführt:

Jahr

1925
1926
1927
[928
1929 ;
1930

Jugoslawien*

23.428
60.532
105.110
62.694
44.320
29.830

Polen

302.803
257.809
342.149
655.585
575.794
330.113

Rumänien

54.408
70.796
04.169
81.022
57.944
55.673

Ungarn

21.432
42.821
58.577
53.357
107.379
107.496

Die Daten über Schweineeinfuhr in die Tschechoslowakei
 sind der amtlichen tschechoslowakischen Statistik
entnommen und weichen einigermaßen von der jugoslawischen
 Ausfuhrstatistik ab.

20
        <pb n="26" />
        Oben: Gurktaler Schwein aus Kran.
In der Mitte u. unten: Veredeltes deutsches Landschwein.
        <pb n="27" />
        Diese Zahlen erweisen klar die Vorherrschaft Polens
 auf diesem Markte u. zw. mit 60 bis 67, Prozent
Lieferung; sodann folgt an zweiter Stelle Rumänien mit
7 bis 16 Prozent Lieferung, während Jugoslawien, im
Jahre 1927 auf 15 Prozent, in den späteren Jahren auf 6
Prozent Lieferungsanteil herabgedrückt, seinen Platz
Ungarn abtreten mußte, dessen Anteil von 5 auf 15 Prozent
 stieg. Infolge des Zollkrieges Ungarn—Tschechoslowakei
 wird wohl Jugoslawien im Jahre 1931 seine Position
 bessern, doch ist damit noch keine Gewähr für
deren Dauerbestand gegeben, Die Befestigung dieser
Position ist um so notwendiger, weil der Österreichische
 Markt. aus verschiedentlichen Ursachen ein stets
schwächerer und unbeständigerer Abnehmer wird, ferner
 die jugoslawische Ausfuhrbilanz gegenüber der
Tschechoslowakei noch immer in bedeutendem Maße
passiv ist, dieser Passivstand aber durch eine stärkere
Schweineausfuhr in die Tschechoslowakei einigermaßen
 gemildet werden könnte.
Der dritte, wohl dauernde doch nach Quantum
ziemlich unbedeutende Markt für Schweine aus Jugoslawien,
 ist Italien, dessen Aufnahme selbst in den
Jahren stärkster Schweineausfuhr kaum 10.000 . Stück
erreichte. Italien ist an und für sich ein schwacher Abnehmer
 von Schweinen, denn seine ganze Einfuhr betrug
 im

Jahre

insgesamt aus Jugoslawien
Stück Stück

1925 13.682 689
1926 1.743 1.412
1927 24.079 2.179
1928 97.139 8.012
1929 25.777 12.409
1930 15.082 5.944

Die Schweineausfuhr nach Griechenland bewegte
 sich in den einzelnen Jahren in den Grenzen
der Ausfuhr nach Italien, denn Griechenland ist infolge
der klimatischen Verhältnisse ein schwacher Verbraucher‘
 dieses Artikels. Griechenland hat beispielsweise im

21
        <pb n="28" />
        Jahre 1929 insgesamt 16344 Stück Schweine (hievon
10.152 aus Jugoslawien) e’ngeführt. Im Jahre 1930 sogar
 nur insgesamt 6577. (hievon 3653 aus Jugoslawien).
Schweine wurden aus Jugoslawien auch‘ nach Albanien
exportiert, doch ist weder von Griechenland noch von
Albanien in Zukunft ein stärkerer‘ Aufschwung‘ der
Schweineeinfuhr zu gewärtigen u. zw. wegen‘ des
durch Klima und Relig.on bedingten sehr geringen Verbrauchs.

Seit jüngster Zeit ist nun Polen bemüht, uns
auch von diesen Märkten zu verdrängen, indem es infolge
 der Unmöglichkeit, seinen Schweine-Ueberschuß
auf den mitteleuropäischen Märkten zu placieren, sein
Interesse den Südoststaaten des Mittelmeergebietes: zuwendet.


29
        <pb n="29" />
        Oben: Lipizzaner kroatischer Aufzucht.
Unten: Pferd bosnischen Schlages.
        <pb n="30" />
        Pferdezucht.

In Jugoslawien, woselbst sich die Motorisierung
der Verkehrsmittel im Anfangstadium befindet, ist die
Pferdezucht noch immer ein wichtiger Faktor, denn
das Pferd ist in der jugoslawischen Landwirtschaft das
unentbehrliche Zugtier. Auch als Ausfuhrartikel sind die
Pferde Jugoslawiens von Wichtigkeit, obwohl es offenbar
 ist, daß mit der Entwicklung der Technik die
Pierdezucht allmählich zurückgehen wird.
Der Pferdestand Jugoslawiens betrug im
1921 1,069.310 Stück
1922 1,043.528
1923 L,062.893
1924 1,053.875
1925 ‘106.142
1926 116.858
1927 ‚120.310
1928 ‚105.246
1929 1,140.343
1930 1.161.230

Es entfallen daher auf einen km* 4.5, auf 100 Seelen
9,7 Pferde; somit zählt Jugoslawien zu den pferdereichen
 europäischen Ländern.
Nachstehend der Pferdestand in den einzelnen
Banaten.

Banate
Vardar 94.352
Vrbas 99.166
Drau 55.500
Drina 134.923
Donau 336.175
Morava 40.690
Save 252.187
Zeta 70.134
Küstenland 57.216

1980
96.745
96.766
54.801
140.465
322.107
42.734
257.936
79.027
60.654

Auf 1 km?

12
42
3.5
4.5
11.9
1.9
2.9
6.9
1.5

Auf 100
Seelen

6.0
9.0
1,9
3,3
14.9
8.6
6.8
9.9
3.0

a
        <pb n="31" />
        In der folgenden Uebersicht sind der Umfang des
Pferdeexportes in den letzten zehn Jahren und die Bestimmungsländer
 ausgewiesen.
insgesamt wurden ausgeführt
Kopfzahl Wert in Din

Wert in
Mill. Hievon nach
Tolddinar Italien Österreich

1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

22.227
35.095
58.603
56.475
32.907
36.839
11.745
38.427
37.180
20 794

62,877.677
138,654.790
229.700.522
235,053.800
122,443.160
106,883.370
93.485.935
89,814.400
88,871.420
62.079.900

8,738
17.624
19.244
23.514
15.830
20.025
8,3 11.547
8,0 9.782
8.0 13.338
5.6 11.582

6.981
11.326
22.671
16.109
7.453
12.193
20.356
18.075
16.515
14 008

7

56
0.7

Sonach wurden in diesen zehn Jahren 389.392
Pferde und Fohlen oder durchschnittlich jährlich rund
38.900 Stück ausgeführt. Die größten Ausfuhrzahlen
weisen die Jahre 1923 und 1924 auf, später war die
Ausfuhr — ausgenommen das letzte Jahr — annähernd
um die Zahl des Jahresdurchschnitts der Ausfuhr stabilisiert.
 Die Hauptabnehmer der Pferde aus Jugoslawien
sind Italien und Oesterreich; Jugoslawien ist der
Hauptlieferant dieser beiden Länder. Italiens Pferdeeinfuhr
 in den letzten fünf Jahren bewegte sich zwischen
 22 und 25.000 Stück, wovon auf Jugoslawien 60
bis 75 Prozent entfielen. Die Pferdeeinfuhr nach Oesterreich
 betrug im Jahre 1929 38.680, im Jahre 1930 34.596
Stlick, somit war Jugoslawien auch an der Pferdeeinfuhr
 Oesterreichs mit 50 Prozent beteiligt. Sowohl in
das eine wie in das andere Land wurden überwiegend
Schlachtpierde eingeführt.

74
        <pb n="32" />
        Oben: Zigaja-Schaf.
In der Mitte: Schaf des Jezersko-Schlages,
Unten: Schaf des VlaSit-Schlages.
        <pb n="33" />
        Schafzucht.

Obwohl Jugoslawiens Schafzucht zahlenmäßig
eine recht beachtliche Stelle einnimmt, wird diesem
volkswirtschaftlichen Zweig nicht jene Bedeutung zugemessen,
 die er verdient; daher bietet die Schafzucht
auch nicht jenen Nutzen, den zu bieten sie recht wohl in
der Lage wäre. Die Schafzucht wird in Jugoslawien nur
in einigen Banaten betrieben und auch hier nur begrenzt
 auf einzelne Landwirte, wohingegen mit Rücksicht
 auf die verhältnismäßig großen Komplexe unbebauter,
 Karst- und Weideflächen dieser Zuchtzweig in
Jugoslawien noch viel stärker entwickelt seim könnte.
An Schafen hatte Jugoslawien im
Jahre 1921 7,011.204 Stück
(927 8,461.504
1923 7,639.257
‚024 7,618.708
925 7,906.808
‘926 7,932.845
927 7,735.915
928 7,722.247
929 7,735.957
1930 7.953.139

„

Wie aus vorstehendem ersichtlich, ist die Zahl der
Schafe in Jugoslawien in ständigem, wenn auch nicht
allzu großem Wachsen. Auf 1 km? entfallen 32, auf 100
Seelen 58.5 Stück Schafe. Die Gesamtzahl von Schafen
 verteilt sich auf die einzelnen Banate wie folgt:
auf auf 100
1 km? Seelen
102,3
99.9
139.0
123.6
32.7
47.4
56.1
14.2
3.6

Vardar
Morava
Zeta
Küstenland
Donau
Drina
Vrbas
Save
Drau

1,836.455
1.401.765
1,124.898
1.034.943
745.312
539.019
549.089
361.386
43 099

1,694.627
1.450.567
1,265.421
1.091.768
752.317
725.207
561.812
370.873
40.547

43.6
56.0
10.8
55.9
25.0
24.1
28.0
10.0
25

25
        <pb n="34" />
        Den größten Schafreichtum weisen somit sowohl
absolut wie auch relativ die südlichen Banate auf, die
an’ Kulturflächen wohl ärmer, hingegen an Karst- und
Bergland reich. In der jugoslawischen Schafzucht sind
alle Rassen, angefangen vom seidenwollenen Merinoschaf
 bis zu den gemeinen Rassen vertreten, am zahlreichsten
 die sogenannten Fettschwanzschafe, hernach
folgen die makedonischen; beide gehören der anatolischen
 Rasse an, die sich durch Nahrung und Klima im
Verlaufe der Zeit zu einem ganz besonderen Schlag entwickelten.
 Im Bereiche des ehemaligen Südserbiens als
unserem wichtigsten Schafzuchtrayon befinden sich
zwei solcher Schläge: das Sarplanina oder Bergschaf
und das Oveepolje oder Niederungsschaf. Im Donaubanat
 werden vornehmlich drei Rassen gezüchtet: das
Merinoschaf von Großgrundbesitzern, der Wolle und des
Fleisches wegen; in der Umgebung Sombors das Fettschwanzschaf,
 der Milch wegen; im ehemaligen Banat
der Wolle wegen das Zigajaschaf. Die Wolle aus diesem
Banat ist qualitativ die beste.
An Schafen wurden aus Jugoslawien in den letzten
vier Jahren ausgeführt“) wie folgt:

Hievon wurden ausgeführt
’Stück) nach

Gesamtausfuhr

Jahr

Stück

Wert in Dinar

Wert in
Gold- Griechendinar
 land

1927 821.162
1928 929.199
1929 759.285
1930 8639750

97,017.046 87
119,245.630 11.0
115,257.180 10.4
101.924.377 91

779.694
389.169
725.092
606.354

Italien

den
übrigen
Ländern

33.590 7.878
26.510 13.520
29.585 4.608
20.039 4.357

Der Hauptmarkt für Schafe aus Jugoslawien ist
Griechenland, das 95 Prozent der Ausfuhr aufnimmt;
somit ist Jugoslawien der Hauptbelieferer Griechenlands
mit sogenannten Kleintieren (Schafe und Ziegen) wie
dies auch aus nachfolgender Tabelle erhellt. Griechenland
 hat an Kleintieren eingeführt im

* Die Ausfuhrmengen in den Jahren 1921—1926 können
nicht angeführt werden, da in diesem Zeitraum Schafe und Ziezen
 nicht. gesondert ausgewiesen wurden.

zn
        <pb n="35" />
        Gesamt- Hievon eingeführt aus
Einfuhr an Jugosia- Bulga- Rumä-Kleintieren
 wien Türkei rien Albanien nien
1929 1,247.813 803.635 109.113 93.199 115.138 401
1930 1.143.581 737.678 262.400 59.032 18.835 18.835

Jahre

Der gefährlichste Konkurrent Jugoslawiens auf dem
griechischen Schaf- und Ziegenmarkt ist gleichwie beim
Großrind — die Türkei, die sich in den letzten Jahren
einer intensiveren Viehzucht zuwendete und die außerdem
 in transportlicher Hinsicht (Wasserweg) gegenüber
 Jugoslawien in bedeutendem Vorteil ist.

Ir
        <pb n="36" />
        Ziegenzucht.

Die Produkte der Ziegenzucht sind als Ausfuhrartikel
 von viel geringerer Bedeutung, denn jene der Schafzucht,
 doch sei der Vollständigkeit halber auch der
Stand dieses Zuchtzweiges in Jugoslawien angeführt.
Verhandlungen über Wert und Unwert der Ziegenzucht
werden bereits seit Dezennien geführt u. zw. mit Rücksicht
 auf den Schaden, den Ziegen insbesondere in Jungwaldungen
 anrichten; allmählich erlangt die Überzeugung
 das Uebergewicht, daß der durch Ziegen in Forsten
 verursachte Schaden den Nutzen der Ziegenhaltung
überwiegt. Aus diesem Grunde wird auch die Ziegenzucht,
 obwohl deren Stand noch ziemlich unverändert
ist. allmählich aufgelassen.
Der zahlenmäßige Ziegenstand in Jugoslawien
war im

Jahre 1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

2 .

1,552.759 Stück
1,801.409
1,730.204
1,718.368
L,810.669
1,721.263
1,738.958
1,750.006
1,803.574
1.731.430

Diese Zahlen verteilten sich folgendermaßen auf die
einzelnen Banate:

29
        <pb n="37" />
        Oben: Widder der Zigaja-Rasse.
In der Mitte: Zackelschaf aus der Lika (Kroatien).
Unten: Balkanziege aus dem Sandschak,
        <pb n="38" />
        Banate

Im Jahre
1929
Stück

Im Jahre
1930
Stück

auf
1 km?
Stück

auf 100
Seelen
Stück

Küstenland
Vardar
Zeta
Morava
Drina
Vrbas
Save
Donau
Drau

227.824
632.332
107.074
208.585
120.972
111.062
58.376
28.870
11.479

205.407
374 }
128.934
201.871
122.391
103.929
55.796
27.884
10.998

10.6 23.3
15.0 34,6
13.8 47.1
77 13.9
41 7.2
5.0 12.5
1.4 2.1
0.9 1.2
0.7 1.0

Obschon die Ziegenanzahl eine ziemlich konstante
ist, so zeigt sich dennoch, insbesondere in den Gegenden,
 die sich vorwiegend mit Ziegenhaltung befassen,
eher eine fallende denn steigende Tendenz. Auf 1 km“
Flächenraum entfielen 6.9, auf 100 Seelen 12.4 Stück
Ziegen; es ist daher diese Relation im Vergleiche zu
jener bei Schafen eine weit ungünstigere, was aber mit
Rücksicht auf die eingangs hervorgehobenen Nachteile
der Ziegenhaltung im allgemeinen doch nicht zu beklagen
 ist.
Die Ausfuhr von Ziegen und Kitzen gestaltete sich
in den letzten vier Jahren folgendermaßen:
Hievon — Stück — nach 4
Im Werte In Mill. den
von 1000 Gok- Griechen- übrigen
Dinar dinar land Italien Ländern
1,2 53.973 143 212
1.6 86.816 82 4
1.3 67.719 100 58
1.2 53.856 13 1

1927 64.328
1928 86.907
1929 67.877
1930 53.870

u

Der Hauptabnehmer von Ziegen aus Jugoslawien
war, wie aus vorstehendem ersichtlich, Griechenland,
während die sonstige Ausfuhr kaum nennenswert ist.

29
        <pb n="39" />
        Die Ausfuhr von Schlächtereiprodukten


Die Ausfuhr von Schlächtereiprodukten kann im
Vergleich zur Ausfuhr von Lebendvieh und mit Rücksicht
 auf den Viehreichtum Jugoslawiens nicht befriedigen.
 Die Fleischwarenindustrie. Jugoslawiens müßte sich
unbedingt volkswirtschaftlich stärker ausprägen, dementgegen
 befindet sie sich jedoch in schwerer Krise, was
am deutlichsten die Tatsache beweist, daß von den 18
seinerzeit bestandenen größeren Fleischindustrien heute
nur 5 in Betrieb sind, und auch diese arbeiten teilweise
kaum mit halber Kapazität. Die Gründe für die überaus
geringe Prosperität der jugoslawischen Fleischwarenindustrie
 sind in der Hauptsache . zweifacher Natur:
1. Wurde bei Abschluß der ersten Handelsvertäge der
Fleischwarenindustrie und deren Produkten allzu geringe
 Beachtung zugewendet; man war hiebei vorwiegend
 bemüht, sich eine stärkere Placierung von Lebendvieh
 zu sichern. 2. Trachteten nach dem Kriege sämtliche
 Einfuhrländer von Lebendvieh, aus der eigenen
Fleischindustrie je größeren Nutzen zu ziehen, und präferierten
 und erleichterten daher die Einfuhr von Lebendmaterial,
 welches sodann nach Schlachtung in den
eigenen Fabriken verarbeitet wurde. Bei einem Vergleich
der Einfuhrzölle der einzelnen Staaten auf Lebendvieh
und geschlachtetem sowie auf Fleischprodukte wird diese
Tendenz besonders offenbar. Staaten aber, die vertragsmäßig
 nicht in der Lage sind, die Einfuhr von geschlachtetem
 Vieh und Fleischprodukten zu erschweren,
erreichen ihr Ziel mit Hilfe verschiedener sanitärer und
veterinärpolizeilicher Maßnahmen, so daß auch diese
aur Lebendvieh einführen.
Die ohnehin nicht zufriedenstellende Ausfuhr von
Fleischprodukten zeigt in den letzten Jahren eine stets
wachsende Stagnation, und sollte in dieser Richtung

30
        <pb n="40" />
        keine Besserung eintreten, so ist für die nächsten Jahre
ein völliges. Ausbleiben der Ausfuhr zu befürchten.
Die Ausfuhr von Schlächtereiprodukten und Fleischwaren
 aus Jugoslawien weist folzende Tabelle auf:

Ausiuhr von irischem Fleisch insgesamt:
Dinar Golddinar

Jahr
1921 18,957.004 175,799.115 23.6
1922 13,702.674 188,405.521 13.8
1923 15,138.254 346,549.222 21.0
1924 12,005.582 304,018.151 21.3
1925 11,983.878 225.045.296 19.6
1926 5,119.279 225,401.912 18.7
1927 8,633.594 122,810.321 11.2
1928 8,382.496 121,040.687 10.9
1929 9,269.849 143,939,837 13.0
1930 6.181.220 86,191.766 7.9
Die Ausfuhrmengen der einzelnen Fleischsorten
erhellen aus nachstehenden Tabellen:

ko

Die Ausfuhr an frischem Schweinefleisch:
Hievon in kg nach:

Jahr

1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

Jahr

1921
1922
923
1924
925
1926
1927
1928
1929
(930

Gesamtmenge

in kg
12,103.114
8,524.285
7,768.100
5,991.663
7,330.363
Wa
5,553.842
4,407.057
5,176.766
3.099.422

den
übri-Öster-
 Deutsch- gen
reich italien ©. S.R. land Ländern
7,488.458 1,466.847 192.126 2,816.497 123.833
1,270.297 587.875 2,547.215 950.544 168,354
5,135.619 146.716 2,213.303 39.333 283.129
3,431.394 400.003 140.950 — 19.316
1,589 672 245.108 364.561 2,084.113 46.909
detailliert ausgewiesen.
4,764.604 296.821 45,551 444.552
3,103.873 1,216.094 67.981 14.501
4,124.047 953.698 59.125 15.349
2.640.044 442.884 10.482 ZZ

um Dinar
127,744.052
129,474.956
228,681.632
.99,130.825
135,242.936
- nicht
30,493.865
66,429.344
86,638.727
46.968.932

Die Ausfuhr an irischem

Rind- und Kalbileisch:
Hievron in kg nach:

Gesamtmenge

in kg
6,322.286
1,886.956
7,052.083
4,846.002
4,651.291
Wa
2,955.034
3,947.117
4,052.116
23.043.551

den
übri-Öster-
 Deutsch- gen
reich Italien ©. S.R. land. Ländern
3,014.431 3,871.764 31.537 69.978 108.397
1,137.663 3,571.813 126.526 15.939 15015
1.326.389 1,591.784 1,124.016 2.952 6.902
2,969.120 1,704 033 169.511 157 8.181
2,429.667 2,191.853 8.996 6.907 13.868
letailliert ausgewiesen,
690.140 1,2380.677 403 33.555 259
568.765 2,369.998 267 7.087 1.000
1.162.776 2,869.364 751 2.139 17.086
1.023.665 2,014.865 — 768 4.253.

um Dinar
53,198.233
58,590.254
115,123.213
102,480.147
89.785.689
nicht
10,608.788
54,219 428
56,800.860
38,760,729

31
        <pb n="41" />
        Die Ausiuhr an frischem Schaf- und Ziegenfleisch:

Hievon in kg nach:

Gesamtmenge

den
Griechen- übrigen
in kg Dinar Österreich Italien Jand Ländern
31.197 215.963 20.133 6.915 — 4.171
66.519 768.080 27.106 20.426 10 18.977
64.395 1,120.405 16.406 2.651 9,584 35.754
80.696 1,506.583 38.908 11.377 17.424 12.987
War nicht detailliert ausgewiesen.

Jahr
{921
{922
1923
1924
1925
1926 „ ”„ ” ”
1927 124.2°; 1,703.168 68 9.927 108.503
1928 28,322 391.915 10.942 ‘ 12.247 5.126
1929 40.887 500.250 254 7.076 4.372
1930 38.117 422.105 82 1.361 —_

5.720
7
29.185
36.674

Die Ausfuhr an frischem Pierdetleisch:

Hievon in kg nach:
in kg um Dinar Österreich Italien
1921 250.254 638.527 340.768 9.486
1922 290.410 829.414 290.410 —
1923 153.576 1,623.472 134.919 18.657
1924 87.491 900.596 87.491
1925 2.224 16.672 2.224
1926 War nicht detailliert ausgewiesen.
1927 500 4.500 500
1928 — — —
1929 — — —
1930 4.130 40.000 4.130

Gesamtmenge

Jahr

In der Ausfuhr von frischem Fleisch steht daher
dauernd Schweinefleisch mit 50 bis 75 Prozent
der Gesamtausfuhr an erster Stelle — sodann folgt Rindund
 Kalbfleisch mit 45 bis 25 Prozent, der kaum
nennenswerte . Rest entfiel auf Schaf-, Ziegen- und
Pferdefleisch. Bei Rind- und Kalbfleisch entfiel fast die
gesamte Menge auf Kalbfleisch und nur eine geringe auf
Ep isch, wie aus folgenden Angaben ersichtlich
in kg):

39
        <pb n="42" />
        Jahr
1927
1928
L929
1930

Gesamtausfuhr
von Kalb- und
Rindfleisch

Hievon
Rindfleisch

2,955.034 146.878
3,947.117 134.889
4,043.116 136.577
3.043.551 105.963

Hievon
Kalk fleisch
2,808.156
3,812.228
3,915.539
2.037.588

Der Hauptabnehmer von frischem Fleisch war
Österreich mit 50 Prozent der Gesamtausfuhr. Insbesondere
 gilt dies für frisches Schweinefleisch, als
dessen Lieferant Jugoslawien nach Polen der stärkste
Versorger Österreichs war, wie dies die nachstehende
Tabelle betreffend die Zufuhr von geschlachteten
Schweinen und Schweinefleisch zur Großmarkthalle in
Wien erweist.

Jugoslawien &amp;gt; Polen Ungarn
Jahr kg Stück kg Stück. kg Stück
1925 895.535 20.401 8,118.151 79.242 106.987 6.763
1926 1,361.677 _ 18.358 846.695 79.496 500.222 6.441
1927 1,017.759 14.841 1,054.722 189.470 39.886 14.891
1928’ 649.029 2.064 1,547.725 282.204 9.668 1.315
1929 718.947 15.488 652.312 116.640 183.469 24.225
1980 652.789 10.469 518.748 100.193 295.430 29.674

Rumänien
kg Stück
‚86.280 10.760
76.0111 11.171
15.447 6,042
72.041 2.113
101.569 681
291.577 2.429

Ebenso war Österreich in einigen der vergangegen
Jahre der stärkste Käufer von frischem Rind- und Kalb-Heisch
 aus Jugoslawien.
Hauptimporteur frischen Rind- und Kalbfleisches
(nach Österreich auch von Schweinefleisch) in den
jetzten Jahren war Italien mit 45 bis 60 Prozent Anteil
 an der gesamten Ausfuhr. Die restlichen Mengen
gingen in die Tschechoslowakei, nach Deutschland und
andere Staaten. Schließlich wäre noch zu erwähnen,
daß Pferdefleisch fast: ausschließlich auf dem ‘österreichischen
 Markt Aufnahme fand, nur ganz geringe Mengen
 wurden in einzelnem Jahren in Italien abgesetzt.

Weitere aus Jugoslawien ausgeführte Schlächtereiprodukte
 waren: Speck, Fett, Unschlitt,
Grieben, Rauchfleisch, Schinken, Salami,
W ürste und sonstige Fleischprodukte.

3%
        <pb n="43" />
        \usgeführt wurden:
Speck, frisch,
geräuchert,
gesalzen Schweinefeti
in 1000 in 1000
Tr Din T Din
1921 . — 285 15.840
1922 367 16 880 915 16.164
1923 32 1.000 292 10.439
1924 669 25.243 67 2.008
1925 961 25.244 0 1.918
1926 837 17.896 ‚297 23.867
1927 618 11.388 698 138.211
1928 2713 5554 41 774
(929 315 6.675 12 281
(930 232 4.126 119 2.008

Grieben
1000
Jin

Unschlitt
in 1000
din
185

Knochenfett
1000
Din

708
22
1.744
282 1.909
216 1,367
384 1.911
831 306
182 713
Sonstige
Fleisch-Salami
 produkte
in 1000 1690 " 1000 in 1000
T, Din Din Din T: Din
1921 845 7.400 ‚687 PR 6.062 ‚282 9.491
1922 452 6.460 5.674 429 19.898 939 15.956
1923 173 5.156 3.850 507 24.704 C16 29.075
1924 242 7.163 2.627 816 20.271 507 19.831
1925 102 2.667 3.070 92 14.962 290 14.108
1926 80 1.901 1.425 125 6.045 — 289 8.242
1927 9ı 1871 4 161 178 7.295 52 1.262 65 1.278
1928 68 1.351 10 377 149 5.712 64 1.515 106 814
1929 78 1.640 12 437 98 4.401 62 1.420 78 407
1930 ‘63 1.250 22 726 115 14.287 65 1.345 56 401
Hinsichtlich der Absatzmärkte der einzelnen hier angeführten
 Artikel wäre anzuführen:
Speck frisch, geräuchert und gesalzen
 wurde hauptsächlich nach Italien, Oesterreich und
Tschechoslowakei, sporadisch nach Deutschland, England
 und Frankreich ausgeführt. Während Italien und
Oesterreich dauernd Käufer von annähernd gleichen
Mengen waren, ist die Tschechoslowakei, die im Zeitraume
 von 1924 bis 1927 ein stärkerer Abnehmer war,
als die beiden vorgenannten Staaten zusammen, in den
letzten zwei Jahren dem jugoslawischen Markt vollkommen
 ferngeblieben.
Die Ausfuhr von Schweinefett zeigt einen bedeutenden
 Sturz‘ von Millionen auf 10.000 kg auf. Dasselbe
 gilt von. den Absatzmärkten; von den fünf Hauptbezugsländern
 (Oesterreich, Italien, Deutschland, Tschechoslowakei
 und Ungarn) verblieb als dauernder Käufer
nur Oesterreich, wohingegen die übrigen vier Länder

=

FE

34
        <pb n="44" />
        in einem Jahre bedeutende Mengen aufnahmen, um sich
in den folgenden völlig vom jugoslawischen Fettmarkte
zurückzuziehen.
Die Würsteausfuhr war in der Nachkriegszeit
bis zum Jahre 1925 eine recht bedeutende und blieb stets
unverändert sowohl hinsichtlich der ausgeführten
Mengen wie auch der aufnehmenden Märkte. Die stärksten
 Käufer dieses Erzeugnisses waren Oesterreich
und Italien; war Oesterreich im Jahre 1921 bis 1925 der
stärkere Käufer, so trat vom Jahre 1925 an Italien an
seine Steile. Die Ausfuhr nach den übrigen Ländern war
unbedeutend.
Die Salami-Ausfuhr war in den letzten Jahren
betreffs der Ausfuhrmengen ziemlich stabil — betrug aber
leider kaum ein Viertel des im Zeitraume von 1922 bis
1924 ausgeführten Quantums — doch hat sich die Zahl
der Märkte für diesen Artikel bedeutend verringert. Die
Schweiz, Frankreich, Tschechoslowakei, die neben
Desterreich und Italien ursprünglich gute Abnehmer
waren, sind in den letzten fünf Jahren fast völlig ausgeblieben;
 die Ausfuhr nach Italien, die an und für sich
nicht sehr bedeutend war, ist nun sehr gering, so daß
schließlich Oesterreich als einziger nennenswerter Käufer
 mit 95 Prozent Aufnahme verblieben ist.
Die Ausfuhr von Schinkenund Selchfleisch
sank auf das Minimum und beschränkt sich auf geradezu
unbedeutende Mengen, die teils nach Italien (40 bis 70
Prozent) teils in die Nachbarländer Oesterreich, Griechenland
 usw. ausgeführt wurden.
Das gleiche gilt auch hinsichtlich der nicht besonders
 angeführten Fleischprodukte, während Grieben,
Unschlitt, Knochenfett usw. Artikel von nebensächlicher
Bedeutung sind.
Zusammenfassend wäre hinsichtlich der Ausfuhr von
Schlächtereiprodukten zu sagen, daß sich die Aufnahme
dieser Artikel auf fremden Märkten konstant vermindert,
ebenso die Zahl der Märkte selbst. Die Ursache ist wohl
aur in sehr begrenztem Maße in der allgemeinen Wirt-35
        <pb n="45" />
        schaftskrise zu suchen, die die Kaufkraft nicht nur einzelner‘
 Schichten sondern ganzer Völker auf das Minimum
 herabgedrückt hat. Es darf nicht wundernehmen,
daß die Ausfuhr der verschiedenen Schlächtereiprodukte
aus Jugoslawien nach Oesterreich gefallen ist, da doch
infolge der Wirtschaftskrise der Verbrauch dieser Erzeugnisse
 sich im allgemeinen verringert hat, obwohl
infolge der Bevölkerungszunahme auch der Konsum unbedingt
 steigen müßte. Nach Oesterreich wurden an
wichtigeren Schlächtereiprodukten in den letzten Jahren
ausgeführt:
Erzeugnis im Jahre 1930 im Jahre 1929 im Jahre 1928
Rauchfleisch 7.512 qu 8.718 qu 9.564 qu
Salami 5.965 qu 6.986 qu 7.831 qu
Versch. Fleischprod. 1.547 au 1.732 au 1.773 au

Die vorstehenden Daten bezeugen klar die Senkung
der Einfuhr von Schlächtereiprodukten auf dem
österreichischen Markte; das gleiche gilt auch für die
Mehrzahl der übrigen europäischen Exportländer. Nur
ist bedauerlicherweise die jugoslawische Ausfuhr in ungleich
 stärkerem Maße in Mitleidenschaft gezogen als
die der übrigen Staaten. Die Ausfuhr vieler Länder auf
ihre Märkte ist völlig eingeschrumpft, während sich neue,
bis dahin auf diesen Märkten unbekannte Länder affirmiert
 haben.

Daher muß das Bestreben einer woht durchdachten
und gut geführten Handelspolitik in Zukunft dahingehen,
die verlorenen Märkte wieder zu gewinnen, und allfällig
neue zu finden. Das eine und das andere läßt sich einzig
nur durch qualitativ gute Ware bei konkurrenzfähigen
Preisen erreichen.

26
        <pb n="46" />
        Sonstige Viehprodukte.

Weitere wichtige, für die Ausfuhr in Betracht kommende
 Produkte der Viehzucht sind unverarbeitete
 (Roh-) Häute von geschlachteten Haustieren
ierner Wolle und Tierhaare.
Die Ausfuhr von Rohhäuten aus Jugoslawien, an
und für sich betrachtet, würde einen gewaltigen Ausfuhrfaktor
 ergeben, wenn anderseits der Eigenbedarf der
heimischen Lederfabriken nicht eine recht bedeutende
Finfuhr von Rohhäuten erforderte. Diese Einfuhr
erreicht in manchem Jahr eine solche Höhe, daß hiedurch
die Rohhäuteausfuhr völlig illusorisch wird.
Folgend die Ausfuhr vom Haustier-Rohhäuten aus
Jugoslawien:

Hievon ausgeführt nach
Im Werte Grie-Im
 von Öster- chen- Deutsch-Werte
 von Gold- reich Jand Italien Jand
1000 Din Din Tonnen Tonnen Tonnen Tonnen
1921 1.435 22.069 130
1922 3.473 70.936 1.070
1923 4.519 156.595 1.629
1924 3.473 136.976 ZT 606
1925 2.939 96.742 1.258 388
1926 3.134 90.024 358 ‚163 462
1927 3.962 103.869 383 D8 991
1928 5.063 206.542 391 1.133 1.148
1929 3.741 130.276 514 1.136 491
1930 3.856 96.172 293 988 740

{11

Nachstehend die Verteilung dieser Ausfuhr nach
Rohhäutesorten:

377
        <pb n="47" />
        Kalbs- und Schaf- und XLamm- und
Rindshäute Ziegenhäute Kitzhäute
D. Din ; Din T. Din
nn 1000 1000 in 1000
1921 „83 14.985 1.637 991 15,832
1922 9777 140.360 4.151 1.083 24.479
19828 778 51.433 23.050 1.827 79.887
1924 7192 4,614 24.666 '.676 72.939
[925 9 28.028 "15,537 „889 70.343
1926.” 388 2,8831 515 16.576 1.904 61.334
(927 468 1.734 123 20.093 2.027 64.873
(928 504 76.241 1.149 28,158 2.454 86 392
1929 482 11.524 937 24.673 1.831 85.362
1930 1.410 22.697 531 9.847 1.616 58.954

Pferde- Schweinehäute
 häute
T. Din T. Din
in 1000 in 1000
"- 76 4 39
(07 1.082 110 851
S 262 174 1.963
6 173 216 4.583
0.846 19 149 2,8297
16 320 262 2.963
196 3.873 3837 3.295
329 6.232 526 9.319
127 2.601 344 6.116
44 638 241 3.536

Wie aus obigen Daten hervorgeht, überwiegt die
Ausfuhr von Kleintierhäuten (Lamm-, Kitz- bezw. Schafund
 Ziegenhäute) recht bedeutend jene von Großtierhäuten
 u. zw. im Verhältnis 1:3. Als stärkter Abnehmer
 von Rohhäuten aus Jugoslawien gilt der italienische
 Markt, sodann folgen Deutschland, Oesterreich
und Griechenland. Die geringe Ausfuhr nach einigen
anderen europäischen Staaten war sehr veränderlich
und unregelmäßig.
Trotz ziemlich bedeutender Viehzucht, insbesondere
Schafzucht in Jugoslawien war die Ausfuhr von Wolle
und Tierhaaren sehr schwach, hingegen die Einiuhr
 von Wolle recht bedeutend.
Ausgeführt wurde:

Jahr
1921
1922
1923
1924
1925
1926 83
1927 404
1928 1.100
1929 642
1930 305

Schafwolle
Din
7.615
427.055
5,961.368
1.215.470
318.511
1.105.560
1,048.573
2.852.703
1,642.025
787 8372

Tierhaare
qu Din
2.016 430.394
5.458 1,681.064
2.672 5,664.028
4.711 5,761.359
2.631 6,088.361
1.798 2,663.993
2.034 2,707.937
2.165 2,515.655
2.065 2,416.300
1.013 893.894

Die Aufnahmeländer für Wolle und Tierhaare aus
Jugoslawien variierten im Laufe der Jahre, doch waren
es hauptsächlich jene, die auch als Käufer von Rohhäuten
 auftraten. .

29
        <pb n="48" />
        Um ein klares Bild über den Ertrag, den die Ausfuhr
 von Haustieren und deren Produkten abwirft, zu
erreichen, ist es notwendig, der Vollständigkeit halber
auch eine Uebersicht der aus Jugoslawien ausgeführten
Milchprodukte zu bringen. Diese Ausfuhr ergab im

Jahr

Milch
in 1000
au Dinar

1921 2.610 442
1922 11.322 3.8311
L928 81.791 9.712
1924 115.825 28.082
1925 58.952 13.927
1926 16.218 3.469
1927 2.249 453
1928 2.016 478
1229 2,827 700
1930 2113 534

Butter und
Rindsechmalg
in 1000
nn Dinar

1,699 5.600
2.094 8.481
2.477 11.385
2.793 11.989
1,927 10.759
1.459 5.054
3.489 12.381
2.187 7.171
2.881 9.804
2.973 8.073

Topfen und Die übrigen
Kaßkavalj- Milch-Käse
 produkte
in 1000 in 1000
a” Dinar qu Dinar

1.710 14.756
‚7.575 48.985
12,225 133.780
33.742 117.878
2,049 66.282
‚8.960 45.175
16.426 58.051
18,740 43.416
22.395 45.297
20.786 35.608

3 3
15 16
3.248 4.932
751 757
122 147
13 269
"8 1.180
(2 846
2838 353
&amp;gt;18 163

Insgesamt
in 1004
au Dinar

17.022 20.801
31.006 60.742
79.741 159.809
153.110 158.707
84.050 91.115
37.110 53,987
32.937 72.066
23.415 51.910
28.341 56.154
9ß 085 44.378

Man wäre verleitet, aus der vorstehenden Uebersicht
 zu schließen, daß die Ausfuhr von Milchprodukten
aus Jugoslawien eine recht günstige Stellung einnimmt,
dem ist aber nicht so, denn diese Ausfuhrmengen ergeben
bei weitem nicht ienes Resultat, das die jugoslawische
Milchwirtschaft zu geben in der Lage wäre. Die Mengen
 an Milchprodukten, die Jugoslawien ausführt, sind
geradezu unbedeutend und werden weit übertroffen von
der Ausfuhr dieser Artikel aus Ländern, die nicht nur
kleiner sind als Jugoslawien, sondern auch viel ungünstigere
 klimatische Verhältnisse aufweisen.
Betreffs der einzelnen Milchprodukte sehen wir,
daß die bis vor einigen Jahren sehr bedeutende Milchausfuhr
 (ausschließlich nach Oesterreich) nahezu auf das
Minimum gesunken ist; eine Wiederbelebung ist kaum
zu gewärtigen, denn Oesterreich hat bereits seine eigene
 Milchwirtschaft in solchen Maße gehoben, daß es
sich bereits als Exportland meldet. — Die Butter-Ausfuhr
 blieb sowohl der Menge wie dem Werte nach
trotz wiederholter Versuche, sie zu steigern, fast unverändert.
 — Die Ausfuhr von Käse, vornehmlich des
sogenannten Kakavali ist von besonderer Bedeutung,

3Q
        <pb n="49" />
        denn die Produktion und hernach die Ausfuhr dieses
Artikels ist lebenswichtig fast für den ganzen Südosten
unseres Staates (Vardar- und Morava-Banat). Kaskavalj-Käse
 wird hauptsächlich nach dem Osten (Griechenland,
 Türkei, Aegypten usw.) ausgeführt und wäre
in Hinkunft bei Abschluß von Handelsverträgen besonders
 darauf zu achten, daß diesem Artikel auf den vorerwähnten
 Märkten der Absatz gesichert bleibe.

in
        <pb n="50" />
        Resümee

Indem wir in den vorangehenden Kapiteln die einzelnen
 Viehzuchtzweige besprochen haben, wollen wir
anschließend noch eine kurze Zusammenfassung der
Gesamtausfuhr an Vieh, Viehprodukten und Fleischfabrikaten
 bringen u. zw. nur hinsichtlich des Wertes sowie
 des prozentuellen Anteils der genannten Ausfuhrartikel
 an der Gesamtausfuhr Jugoslawiens überhaupt.
Eine erschöpfende, gewichtsmäßige Darstellung der ausgeführten
 Mengen ist jedoch aus dem Grunde nicht
möglich, weil in der jugoslawischen Ausfuhrstatistik das
ausgeführte Vieh nach Stückzahl ausgewiesen erscheint
 und nur die Vieh- und Fleischprodukte nach Gewicht.
 Zu welch falschen Schlüssen ein bloßes Anführen
 der Stückzahlen (ohne Kenntnis des Gewichtes der
einzelnen Stücke) führen kann, dies bezeugt beispielsweise
 hinlänglich die Tatsache, daß hundert Stück
Mastschweine im Durchschnittsgewichte von je 160 kg
immerhin ein größeres Gesamtgewicht aufweisen, denn
zweihundert Stück Schweine im Durchschnittsgewicht
von je 70 kg. — Um eine tunlichst genaue Aufstellung
der Ausfiuhrwerte zu bringen, sind diese neben dem
Werte in Papierdinars auch in Golddinars — auf Grund
des Durchschnittswertes des Dinars im betreffenden
Jahr — ausgewiesen.
Ausgehend von diesen Voraussetzungen betrug die
jugoslawische Ausfuhr von Artikeln, die die amtliche
Ausfuhrstatistik unter dem Sammelnamen »Viehzuchtprodukte«
 ‚zusammenfaßt (auch Geflügel und Eier sind
hier einbezogen) im Zeitraume von 1921—1930 wie folgt:

+]
        <pb n="51" />
        Jahr
1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930

Wert der ausgeführten Tierzuchtprodukte


in Papier-Dinar
992.085.471
1.532,931.621
3.061,783.017
2.961.958.373
1,985.913.587
2.090,933.441
2.133,837.831
1.853,569.402
1.887.632.742
1.843.353.268

in Gold-Dinar

128.971
107.305
180.645
207.337
172.774
190.274
192.045
170.528
171.774
165.901

Perzentueller
Anteil am
Gesamtwerte
der Ausfuhr

40.3
41.5
38.2
31.0
23.5
26.8
33.3
28.7
23.8
27.1

Bei näherer Betrachtung vorstehender Daten gelangt
 man zur Erkenntnis, daß die hierländische Viehzucht
 bezw. deren Produkte als Ausfuhrartikel Jugoslawiens
 von entscheidender, lebenswichtiger Bedeutung
sind, da sie doch konstant über ein Viertel des Wertes
 der Gesamtausfuhr Jugoslawiens erfassen. Ausgenommen
 in den Jahren 1925, 1926 und 1929 überragt die
Ausfuhr von Vieh und Viehprodukten jene von Forstprodukten
 sowie Zerealien und Obst — diese stärksten
Positionen der jugoslawischen Ausfuhrbilanz — sehr
bedeutend. — Weiters zeigt diese Uebersicht, daß der
Ausfuhrwert der Viehprodukte in Papierdinars ziemlich
ungleich und unbeständig ist, im Gegensatz zum Ausiuhrwert
 in Golddinars, der also keine großen Schwankungen
 aufweist. — Schwankungen in den Ausfuhrmengen,
 insbesondere bei Vieh werden stets auftreten, ja
man kann geradezu ein gesetzmäßiges Anschwellen und
Abflauen dieser Ausfuhr feststellen, das ursächlich insbesondere
 von Witterungsverhältnissen beeinflußt ist, die
auf Höher- oder Minderwertigkeit des Viehs entscheidend
 einwirken.

Doch noch eingreifender als die eben angeführten
Umstände wirkt die aus den Daten über die jugoslawische
 Viehausfuhr hervortretende Tatsache, daß diese

19
        <pb n="52" />
        Ausfuhr nur auf eine verhältnismäßig sehr geringe Anzahl
 Märkte beschränkt ist, die sich zudem von Jahr zu
Jahr stets mehr und mehr verringert. So gibt es einige
Vieharten und Viehprodukte (ca 8), die mit 90 Prozent
nur an einen einzigen Markt gebunden sind; stets mehr
aber vermindert sich die Zahl jener, die auf mehreren
Märkten Absatz finden und die, wenn ihnen ein Markt
versagt bliebe, anderwärts gut placiert werden könnten.
 Diese Mängel haben ihre Wurzel in dem Fehlen
 einer geeigneten Organisation und der finanziellen
Fundierung der Ausfuhr; diese zwei Faktoren, vereint
und verknüpft, könnten diese Unzulänglichkeiten verhindern.
 Hinsichtlich der Hebung der Qualität und der damit
 verquickten Rentabilität der Viehzucht als wichtige
Voraussetzungen zur Förderung des Ausfuhrhandels
wurden bereits beachtliche Erfolge erzielt, die durch
Forcierung der Ausfuhr um ein Vielfaches gesteigert
würden.

12
        <pb n="53" />
        Das Gesetz betreffend Organisation
 und Kontrolle der Ausführ
von Vieh, Viehprodukten und
Fleischfabrikaten.

Die Handelsvertragsbestimmungen, womit einzelne
Staaten zwecks Schutzes der eigenen Viehzüchter die
Einfuhr auf ihre Märkte sowohl zeitlich wie auch
mengenmäßig einschränkten, zwangen Jugoslawien zu
Maßregeln, die zum Ziele hatten, sich die Viehausfuhr
zumindest im Umfange des vertragsmäßigen Kontingents
 zu sichern, da selbst dieses bereits gefährdet ist.
Namentlich seit Schaffung der Viehzentrale in Oesterreich
 — einem der stärksten Importeure jugoslawischen
Viehs -- ist der jugoslawische Export in völlige Abhängigkeit
 der österreichischen Kommissionäre gelangt, denen
diese Zentrale die durch die Handelsverträge zwischen
Oesterreich und Jugoslawien garantierten Ausfuhrkontingente
 zuteilte; diese Kommissionäre aber wählten sich
nach eigenem Gutdünken die ihnen genehmen jugoslawischen
 Exporteure, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse
der jugoslawischen Viehausfuhr. Dieses Vorgehen forderte
 schließlich die Schaffung eines besonderen Regulativs,
 das die Hauptrichtlinien und Weisungen zur
jugoslawischen Viehausfuhr enthält, die folgendes Gesetz
 gibt:
$ 1. Behufs Rationalisierung der Ausfuhr von Vieh,
Viehprodukten und Fleischfabrikaten im allgemeinen so--L4
        <pb n="54" />
        wie Durchführung der bezüglichen Handelsvertragsbestimmungen
 kann der Handels- und Industrieminister
den jeweiligen Erfordernissen entsprechend und nach
Genehmigung des Ministerrates durch Verfügungen,
Statuten und Verordnungen vorschreiben:
a) Bestimmungen zur Organisation der Ausfuhr von
Vieh, Viehprodukten und Fieischfabrikaten.
b) Kontrollmaßnahmen, die eine klaglose Abwicklung
 dieser Ausfuhr gewährleisten.

Obige Befugnis erstreckt sich auf die Ausfuhr von
Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Geflügel,
 Eiern, Milch und ihren Erzeugnissen.
$ 2. Der Handels- und Industrieminister wird im
Wege des Institutes zur Förderung des Außenhandels
beim Handels- und Industrieministerium die Kontrolle
der Ausfuhr von Vieh, Viehprodukten und Fleischfabrikaten
 ausüben.
$ 3. Die Kontrolle, die auf Grund $ 1 angeordnet
wird, hat zum Ziel: die Durchführung der auf die Kontingentierung
 der Ausfuhr von Vieh, Viehprodukten und
Fleischfabrikaten bezughabenden Handelsvertragsbestimmungen,
 ferner die Art der Aufteilung dieser Artikel
zur Ausfuhr in den Grenzen des Kontingents sowie dessen
 zeitliche und lokale Aufteilung, schließlich alles, was
mit diesem Gegenstande in Verbindung steht.

$ 4. Dem Institut zur Förderung des Außenhandels
wird ein vom Handels- und Industrieminister eingesetzter
 Fach-Ausschuß angegliedert, in dem die interessierten
 Ministerien, volkswirtschaftlichen Organisationen,
Genossenschaften und Vereine vertreten sein werden.

$ 5. Alle Unternehmungen, Genossenschaften oder
Personen, die Vieh, Viehprodukte und Fleischfabrikate
auf Rechnung des in den Handelsverträgen mit anderen
 Staaten festgesetzten Kontingents auszuführen wünschen,
 werden im Institut zur Förderung des Außenhandels
 registriert.

15
        <pb n="55" />
        S 6. Der Handels- und Industrieminister wird im
Einvernehmen mit dem Finanzminister und nach Genehmigung
 des Ministerrates mit Statut die in Verbindung
mit der Anwendung der $$ 3 und 5 zu zahlenden Taxen
vorschreiben, gleichwie die Verwendung der Einkünfte
aus_diesen Taxen und anderen, mit speziellen Handelsvertragsbestimmungen
 vorgesehenen Quellen. nn
$ 7. Die Einkünfte aus den im $ 6 dieses Gesetzes
vorgesehenen Taxen, aus den auf Grund dieses Gesetzes
 zugeurteilten Geldbußen sowie die übrigen Einkünfte
 aus der Ausfuhr von Vieh, Viehprodukten und
Fleischfabrikaten fallen nach Abzug der im Statut betreffend
 die Ausfuhrkontrolle von Vieh, Viehprodukten
und Fleischfabrikaten vorgesehenen Spesen dem Fonds
zur Förderung der Ausfuhr von Vieh, Viehprodukten
und Fleischfabrikaten zu. Diesen Fonds handhabt der
Handels- und Industrieminister gemäß $ 6 dieses Gesetzes.


$ 8. 1.) Wer sich wider die auf Grund dieses Gesetzes
 erlassenen Verfügungen, Statuten oder Verordnungen
 betreffs der Kontrollmaßnahmen vergeht, wird
mit einer Geldbuße im Betrage von Din 25.000 bestraft.
Einen dreimal bestraften Exporteur kann der Fach-Ausschuß,
 vorgesehen im $ 4 zur Kontrolle der. Ausfuhr von
Vieh, Viehprodukten und Fleischfabrikaten, auf beschränkte
 Zeit oder für immer aus dem Exporteur-Reyister
 löschen.

2.) Die Strafe wird von der Erstinstanzlichen allgemeinen
 Verwaltungsbehörde zugeurteilt; Beschwerden
gegen dieses Urteil können an die Verwaltungsbehörde
{I. Instanz geleitet werden, deren Bescheid Vollzugskraft
 hat.
3 9. Dieses Gesetz trat am Tage der Verlautbarung
in den »SluZbene Novine« in Kraft.
Das Institut zur Förderung des Außenhandels, das
in der Hauptsache mit der Durchführung dieses Gesetzes
 betraut ist, übt nur die Kontrolle aus, befaßt sich So-16
        <pb n="56" />
        hin weder mit irgendwelchen Geschäften noch Transaktionen;
 jede geschäftliche und die Ausfuhr betreffende
Betätigung bleibt auch weiterhin der privaten Initiative
überlassen und üben sie, wie bisher, die Exporteure auf
sigene Rechnung und eigenes Risiko im Rahmen des zugeteilten
 Kontingents aus, wie dies die Handelsvertragsbestimmungen
 verlangen. Die Einfuhr nach allen
übrigen Ländern, in deren Verträgen keine Kontingen-Herung
 aufgenommen ist. ist frei.

477
        <pb n="57" />
        Inhaltsverzeichnis

Seite

Vorrede „4
Allgemeines über die Viehzucht Jugoslawiens
Rinderzucht
Schweinezucht
Pferdezucht
Schafzucht
Ziegenzucht
Die Ausfuhr von Schlächtereiprodukten
Sonstige Viehprodukte
Resümee ;
Das Gesetz betreffend Organisation und Kontrolle der
Ausfuhr von Vieh, Viehprodukten und Fleischfabrikaten
 .

3

EEE,

Mn

25
28
30
37
41

A
        <pb n="58" />
        <pb n="59" />
        <pb n="60" />
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
