Verwirklichung des Regierungsprogramms unsere leitenden Organe die
notwendige Umgruppierung auf allen Gebieten richtig organisiert und das
Wesen der Partei- und Regierungsbeschlüsse rasch und beharrlich in die
Praxis umgesetzt hätten. Die Tatsachenziffern des Vollzuges des Investitionsplans
 für das Jahr 1953 beweisen, dass die Ministerien die im Regierungsprogramm
 vorgeschriebenen Modifizierungen nur schleppend durchgeführt
 haben. Während die Investitionen der Schwerindustrie zu 97%
erfüllt wurden, erfolgte dies bei den Investitionen der Leichtindustrie
nur zu 80, bei der Lebensmittelindustrie zu 76% und bei den Investitionen
zum Arbeitsschutz lediglich zu 48%. Auch die in der zweiten Hälfte des
Jahres begonnenen Wohnbauarbeiten wurden nicht in dem geplanten Ausmass
 verwirklicht. Auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Investitionen
konnte das grosse Versäumnis des ersten Halbjahrs im zweiten Halbjahr
nicht mehr eingeholt werden.
In der zweiten Hälfte 1953 machte die auf dem Gebiet der Umgruppierung
 und der Umstellung der Produktion vielenorts bemerkbare
Unbestimmtheit ihre schädliche Wirkung einerseits bei der Warenversorgung
und andererseits in dem Wirtschaften der Unternehmen und der Durchführung
 der Selbstkostenpläne fühlbar.
Im Jahre 1953 wurden neben der mengenmässigen Erfüllung der
Produktionspläne die Gesichtspunkte der Wirtschaftlichkeit stark in den
Hintergrund gedrängt.
Die Mehrheit der Unternehmen vollzog die geplanten, bzw. modifizierten
 Aufgaben der Selbstkostensenkung nur mangelhaft. Die
Produktionskosten gestalteten sich in zahlreichen Zweigen der Volkswirtschaft
 infolge der planlosen Arbeit der Ministerien, Industriedirektionen
 und Unternehmen, der nicht entsprechenden Leitung und Kontrolle,
infolge der Verletzung der Staats-, Plan- und Finanzdisziplin, der lockeren
Lohnfondswirtschaft und einer unrichtigen Materialwirtschaft beträchtlich
 über dem geplanten Niveau. Infolgedessen verringerte sich die Gewinnanteilzahlung
 der Unternehmen und gleichzeitig wuchs einerseits die Zahl
der mit Defizit arbeitenden Unternehmen und andererseits die Gesamtsumme
 der Verluste der Unternehmen. Besonders hoch waren die Verluste
 bei den Staatsgütern, im Kohlenbergbau und bei zahlreichen. Unternehmen
 des Ministeriums für Hüttenindustrie und Maschinenbau.
Die Hauptlehre des Wirtschaftens 1953 ist, dass sämtliche
Wirtschaftsministerien sich weit mehr als bisher um die Fragen der
Wirtschaftlichkeit, die Einhaltung der Material- und der Lohnnormen,
die Erhöhung der Produktivität und die Gewährleistung der im Plan vorgesehenen
 Selbstkosten kümmern müssen.
Dem Wesen nach muss zum Ziel gesetzt werden, dass wir die Produk-