Republik weiter vertieft, Wir leben mit den volksdemokratischen Republiken
 in einem äusserst harmonischen, freundschaftlichen Verhältnis,
das scharf von der Politik der Habsburger-Monarchie und später von
der Losung „Divide et impera” der westlichen Imperialisten nach dem
ersten Weltkriege abweicht. Diese Politik strebte ständig danach, die
im Donautal lebenden Nationen, die nicht nur wirtschaftlich aufeinander
angewiesen sind, sondern auch kulturell einander ergänzen, gegeneinander
zu hetzen.
Wir freuen uns auch darüber, dass das Verhältnis zwischen unseren
beiden Nachbarn Jugoslawien und Österreich einerseits und Ungarn
andererseits sich immer mehr normalisiert. Die Spannung an unseren
Grenzen hat sich wesentlich gemildert, was am besten dadurch bewiesen
wird, dass die Zahl der Grenzverletzungen und Grenzzwischenfälle stark
abgenommen hat.
Unser Friedensgedanke und unser Friedenswille ist keine passive
Phantasie, kein Bauen von Luftschlössern, sondern äussert sich in unseren
Handlungen, in unserer Entschlossenheit. Wir lieben den Frieden, wir
lieben ihn sogar sehr. Ist doch unser Vaterland so schön, so gross und
heroisch die Arbeit, die das ungarische Volk nach .den Verheerungen
von zwei furchtbaren Weltkriegen leistet — in der Tiefe des Schachtes
und in den Betrieben, in den Fabriken, auf den Feldern und in den wissenschaftlichen
 Instituten gleichermassen.
Aber auf jede Angriffsbewegung dessen, der an unsere friedliche
Aufbauarbeit, an die Unabhängigkeit unseres ungarischen Vaterlandes
zu rühren wagt, würde jeder Ungar so antworten, als ob jemand an sein
Augenlicht, an sein Kind, an seinen Enkel zu rühren wagte.
Geehrte Nationalversammlung ! Die ungarische Aussenpolitik vertritt
 den Geist friedlicher Verhandlungen. Sie kann aber niemals mit
denjenigen feilschen, die ausserhalb oder innerhalb unserer Grenzen
einen Anschlag auf den äusseren und inneren Frieden des ungarischen
Volkes organisieren. Wir haben die Lehre von Lajos Kossuth gelernt:
„Der Friede der Schwachen ist der Gnadenstoss, der Starke trägt die
Sicherung des Friedens in sich.”

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