DISKUSSIONSBEITRAG DES MINISTERS FÜR INNEN- UND
AUSSENHANDEL JÖZSEF BOGNAR*

Die Wirtschaftspolitik des neuen Kurses setzte auch für den Aussenhandel
 neue Aufgaben fest. Infolge des Einstellens der übertriebenen
Industrialisierung ist der Importanteil unserer Schwerindustrie an Grundstoffen
 geringer. Um so kraftvoller ist die Einfuhr von Rohstffen für die
Leichtindustrie und von Verbrauchsgütern, die für die Versorgung der
Bevölkerung so wichtig sind. Durch Einfuhr mussten und müssen die
Produktionszwecken dienenden Güter, wie Kunstdüngemittel, Kupfervitriol,
 einzelne Pflanzenschutzmittel sowie die für Pflanzenschutz geeigneten
 kleineren Traktoren, sichergestellt werden — Güter, die für den
Aufschwung der landwirtschaftlichen Produktion, für die Hebung des
Ernteertrages unentbehrlich sind. Zugleich steigerten wir in unserer Ausfuhr
 den Anteil der viel Arbeit beanspruchenden Spezialgüter, in erster
Linie der feinmechanischen und meldetechnischen Waren ; wir erschlossen
der Ausfuhr auch verschiedene neue Warenquellen,
Mit der Sowjetunion und den Ländern der Volksdemokratie schufen
wir in den letzten Jahren teils in langfristigen Aussenhandelsverträgen
festgelegte Wirtschaftsbeziehungen neuen Typs. Die grosse Hilfe und
vielseitige Unterstützung, die wir auf allen Gebieten des staatlichen und
wirtschaftlichen Aufbaus von der Sowjetunion erhielten, wurde zumeist
auf dem Aussenhandelswege verwirklicht. Im Jahre 1954 macht unser
Aussenhandelsverkehr mit der Sowjetunion etwa 30 Prozent unseres gesamten
 Aussenhandelsverkehrs aus. Auch unser Handel mit den anderen
demokratischen Ländern ist in den vergangenen Jahren in erfreulicher
Weise gewachsen. Von den volksdemokratischen Ländern möchte ich
besonders Volkschina hervorheben, mit dem wir vor der Befreiung sozusagen
 gar keine Handelsbeziehungen unterhalten haben, während heute
bereits ein bedeutender Warenaustauschverkehr zwischen den beiden
Ländern besteht. Im Jahre 1954 beträgt unser Export nach China, beziehungsweise
 der Import von China nach unserem Lande etwa 10 Prozent un-*

 Anfang Juli wurde Jözsef Bognär vom Präsidialrat der Ungarischen Volksrepublik
seines Postens als Minister für Innen- und Aussenhandel enthoben und zum Minister für
innenhande} gewählt,