Helgoland. Vier selbständige Kolonien gehören zu Asien, un—
ter ihnen obenanstehend Ceylon mit mehr als zwei Millionen
Bewohnern; sodann: die Seestraßenplätze (Malacca, Singa—
pore und Penang, Labuan und Hongkong). Acht selbständig
verwaltete Kolonien werden zu Afrika gerechnet, darunter das
Kapland als die bedeutendste; sechs und zwanzig zu Amerika,
sieben zu Australien. Von den polaren Regionen des hohen
Nordens auf dem amerikanischen Continente beginnend, hat jede
Zone dieses Erdtheils bis nahe an die Spitze des südamerikani—
schen Festlandes herab Stätten englischer Herrschaft aufzuweisen.
Der gesammte Australische Continent gehört ausschließlich den
Engländern, von den größeren Inseln Polynesiens: Neu-Seeland
und Tasmanien.
Diese ungeheuren Besitzungen beruhen auf verschiedenen
Erwerbstiteln. Eine direkte Besitznahme durch die Krone
ohne vorangegangene Eroberung fand nur an unbewohnten, oder
von wilden Stämmen bevölkerten Landstrichen Statt. Meisten⸗
theils geschah dies in der Weise, daß Seefahrer in früheren
Jahrhunderten ermächtigt wurden, auf Grund „des Entdeckungs⸗
rechtes“ Landstriche zu besetzen, die in den Angen der Besitzer—
greifer irgend welchen Werth zu haben schienen.
Einen zweiten Erwerbstitel lieferte kriegerische Eroberung.
Die glücklichen Seekriege gegen Spanien, Frankreich und Holland
endeten meistentheils mit einem colonialen Erwerbe für England.
Endlich war es der freiwillige, ohne staatliche Leitung dahinflu—
thende Strom der Auswanderung, der vielfach über die Gränzen
der von der Krone erworbenen Ländergebiete hinausdrängte. So
wirkte der wirthschaftliche Geist eines unternehmungslustigen
Volkes in wunderbarer Eintracht mit den in die Ferne strebenden
Abfichten englischer Staatsmänner zur Erreichung eines und des⸗
selben Zieles zusammen! Selbst seinen Verbrechern, die es in
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