entlegene Fernen zum Zwecke der Unschädlichmachung fortschleppen
ließ, verdankte das Staatswesen einen unermeßlichen Landerwerb.
Zur Unterscheidung der von auswandernden Völkertheilen selb—
ständig in Besitz genommenen und allmählig besiedelten Länder
pflegt man die von der Staatsgewalt selbst durch unmittelbare
Besitzergreifung oder kriegerische Gewalt erworbenen Gebietsstrecken
als Kroncolonien zu bezeichnen.
Ein geschichtlicher Rückblick auf das Wachsthum der engli—
schen Colonialländereien führt uns zunächst nach dem nördlichen
Amerika. Neu-⸗Fundland ist die einzige unter den gegenwärtigen
englischen Besitzungen, deren Verbindung mit der englischen
Krone dem 16. Jahrhundert angehört. Schon vor den Englän—
dern hatten Holländer sich an jenem Punkte des nordamerikani⸗—
schen Festlandes niedergelassen, der nachmals zum ersten Handels—
platz der neuen Welt emporwuchs und späterhin auch die Empo—
rien der alten Welt überflügeln wird. Schon zu den Zeiten der
ersten englischen Revolution ließ sich voraussagen, daß die colo⸗
nifirende Kraft der Engländer in Nordamerika die Nebenbuhler—
schaft aller anderen seefahrenden Nationen überholen werde.
Spanien und Portugal waren damals bereits im Verfall, nach—
dem der ungeheure Gewinn ihrer ersten Entdeckungen ihren Un—
ternehmungen gleichsam den verhängnißvollen Grundzug eines
den Geist lähmenden Glücksspiels eingeprägt hatte. Selbst
Holland war nach glänzendem Aufschwunge nur kurze Zeit im
Stande, neben der überlegenen Volkskraft der Engländer Stand
zu halten und in Frankreich scheiterten großartig angelegte Pläne
der Staatsmänner schon damals an jener Leitungsbedürftigkeit
einer unselbständigen Menge, die zu eigner Unternehmung in
entlegnen Weltgegenden weder Neigung noch Verständniß zeigte.
Die zweitälteste unter den den Engländern verbliebenen
nordamerikanischen Colonien find die Bermudas-Inseln, welche
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