1609 von Engländern besetzt wurden, deren vom Admiral Sir
George Somers geleitete, nach Virginien bestimmte Unternehmung
Schiffbruch gelitten hatte. Der Virginischen Compagnie im Jahre
1612 verliehen, wurden sie nachmals für den gegenwärtigen
Preis eines mäßig großen norddeuntschen Bauerhofes an eine
eigene, aus hundert und zwanzig Personen bestehende Unterneh—
mergesellschaft veräußert, von welcher sie erst 1684 an die eng⸗
lische Krone zurückgelangten. Ihre ehemalige Bedeutung als
Zwischenstation des Sklavenhandels ist längst geschwunden.
Die noch jetzt umfangreichen Schiffswerfte dieser dem Küstenge—
biete der nordamerikanischen Union nahe gelegenen Inselgruppe
weisen vielmehr auf die Wechselfälle eines zwischen Nordamerika
und England etwa möglichen Seekrieges hin. Während eines
solchen bieten die Bermudas-Inseln eine nicht zu unterschätzende
Zufluchtsstätte für englische Dampferflotten, die von hier aus ab—
wechselnd die nördlichen oder südlichen Häfen des Unionsgebietes
zu bedrohen oder die Vereinigung feindlicher, getrennt operirender
Flottenabtheilungen zu erschweren vermögen. So lange das
Privateigenthum im Seekriege feindlicher Wegnahme unterliegt,
wird auch die Behauptung der Bermudas-Inseln für Eng—
land wichtig bleiben.
Ganz dasselbe ist von den Bahamas-Inseln zu sagen,
welche in den Händen der Engländer die gleiche Rolle spielen,
indem sie den Verkehr zwischen der Mündung des Mississippi und
der atlantischen Küste der Vereinigten Staaten zu Kriegszeiten
durchschneiden können.
Schon während der Entzweiung der Union, im letzten Buͤr⸗
gerkriege wurden die Bahamas-Inseln den Amerikanern unbe—
quem. Von ihren schwer zugänglichen Gewässern aus gelang es
den sfüdstaatlichen Blokadebrechern die Häfen der aufständischen
Staaten mit Kriegsmaterial zu versorgen. Auch die Bahamas—
1899)